Auf dem Weg zu einer Kultbühne

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Prien - Mit vier Strahlern, die eigentlich die Aufgabe haben, eine Baustelle auszuleuchten, und einer ausgeliehenen Tonanlage fing alles an.

Auf der Bühne war Improvisieren angesagt. Nach und nach verbesserten sich dann aber die Rahmenbedingungen für den "Priener Donnerstag". Ein Jahr nach dem Auftakt ist die neue Kulturreihe in der "Hacienda" aus dem Veranstaltungskalender der Marktgemeinde nicht mehr wegzudenken.

Aus vier gebrauchten Podesten errichteten die Kulturschaffenden eine zwei mal vier Meter große Bühne. Und aus den vier sind mittlerweile acht Scheinwerfer geworden, die nun die Szenerie ausleuchten. Unterstützung kam von der Marktgemeinde Prien und vom Wirt der "Hacienda".

"PrienaDonna - Die KULTurBÜHNE": So nennt sich das Programm. Der Name stehe, wie Kulturreferentin Dr. Claudia Trübsbach und Thomas Kreß, zwei der Initiatoren, in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erklärten, für den Anspruch und die Zielsetzung, mit Veranstaltungen, die immer am gleichen Wochentag stattfinden, einen "Priener Donnerstag", eine "PrienaDonna", zu schaffen und eine Kulturbühne zu errichten, die sich, so hoffen sie, zur Kultbühne entwickelt.

Eine "lebendige Kulturszene", wie sie etwa zur Jahrhundertwende in Prien bestanden habe, sei in der Marktgemeinde zuletzt nicht mehr vorhanden gewesen, erinnert Trübsbach an die Ausgangslage vor über einem Jahr. Die Kulturreferentin habe eine "Diskrepanz" festgestellt: Auf der einen Seite leben in Prien und Umgebung ihren Angaben zufolge "sehr viele gute Kulturschaffende", auf der anderen Seite treten sie im Ort jedoch nicht in Erscheinung.

Auf der Kulturbühne treten vor allem Künstler aus der Region auf: Wie schon zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe gab Kabarettistin Angelika Beier aus Prien nun auch zum einjährigen Bestehen wieder eine Kostprobe ihres Könnens.

Ihr Gedanke war alsdann, sie zusammenzubringen - was ihr dann auch gelang. Anfang 2011 eröffnete sie einen "Kulturstammtisch", der seitdem regelmäßig tagt - und der mittlerweile eine ganze Reihe von Kulturschaffenden in ihrem Bemühen vereint, etwas in Prien auf die Beine zu stellen. Zum "Kern" gehören derzeit laut Trübsbach rund 20 Personen. Und an diesem Stammtisch entstand dann auch die Idee, die "PrienaDonna" in der "Hacienda" zu schaffen. Ihren Auftakt nahm die Reihe am 13. August vergangenen Jahres mit einem Auftritt von Angelika Beier. Und zum einjährigen Bestehen der Reihe stand die Kabarettistin aus Prien nun erneut auf der Bühne.

Die künstlerische und organisatorische Leitung liegt in den Händen von Thomas Kreß aus Giebing (Gemeinde Bernau). Auf Anraten aus dem Rathaus in Prien hat der Schauspieler ein Nebengewerbe angemeldet. Und so übernimmt sein Betrieb nun immer die Rolle des Veranstalters. Eine Notiz am Rande: Um dem Ganzen eine besondere Note zu geben, erscheint er selbst am Donnerstag in der "Hacienda", wie er erzählt, immer in einem feierlichen "Outfit". Im Hochzeitsanzug tritt er vor das Publikum und sagt dann die Künstler an.

Breit gefächert ist das kulturelle Angebot auf der Bühne. Unter den zwölf Veranstaltungen waren zuletzt unter anderem auch ein Kabarettabend der "Lästerschwestern" und eine Lesung von Marianne Sägebrecht. Nicht nur die großen Gäste kamen auf ihre Kosten, sondern auch die kleinen Besucher, als im Figurentheater Stefanie Hattenkofer - dann ausnahmsweise schon nachmittags - der Vorhang aufging. Im Durchschnitt zählte Kreß etwa 70 Besucher - mit Ausreißern vor allem auch nach oben. Als Michael Fitz sein neues Doppelalbum in Prien vorstellte, war der Veranstaltungssaal der "Hacienda" mit 190 Besuchern rappelvoll.

"So bunt und vielfältig wie möglich" will der künstlerische und organisatorische Leiter die Kulturreihe auch künftig gestalten. Und so steht in den nächsten Monaten wieder eine facettenreiche Unterhaltung auf dem Programm. Zu den Höhepunkten zählt unter anderem der Auftritt von "Wiegand & Combo" im Oktober, denn dann stehen laut Kreß erstmals mehrere Musiker auf der Kulturbühne in Prien. Sigi Zimmerschied kommt im November, Gerd Anthoff im Dezember. Und alle jüngeren Gäste können bereits im Oktober wieder das Figurentheater Hattenkofer besuchen.

"Bunt und vielfältig"

Auch wenn der eine oder andere Künstler aus entfernteren Gefilden an den Chiemsee kommt, so ist laut Kreß in Zukunft weiter geplant, vor allem den Künstlern in der Region eine Plattform zu bieten. Und die Vision von Trübsbach verändert sich ebenso nicht: Sie wünscht sich für Prien ein "rundes, sattes, volles Kulturleben" - wobei sie die "PrienaDonna" nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Ergänzung zu den Veranstaltungen der Priener Tourismusgesellschaft sieht.

Gernot Pültz/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Berger

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