"Aus is'": Reifezeugnisse für 80 Abiturienten

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Prien - Der letzte Jahrgang war ein besonders guter: Das Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) hat Montagmittag 80 Abiturienten entlassen. Ein Viertel von ihnen hat eine Eins vor dem Komma.

Sie waren die letzten, die auf dem Weg zur Hochschulreife neun Jahre lang, oder in Einzelfällen länger, die Schulbänke im LTG gedrückt haben.

"Das Abi, mein Freund, brachte ganz allein der Wind" sangen die Abiturienten mit den Gästen gemeinsam am Ende der zweieinhalbstündigen Feier im großen Kursaal nach der Melodie von "Blowin' in the wind". Dass es nicht ganz so war, sondern Fleiß, Durchhaltevermögen, Stress, Zittern und einiges mehr dazu gehörten, davon zeugten die Reden, allen voran die von Oberstudiendirektor Günther Madsack.

Für die besten Abiturzeugnisse gab es ebenso besondere Ehrungen wie für andere herausragende Leistungen vom Elternbeirat, dem Förderverein, den Bürgermeistern der Heimatorte der Abiturienten, der Sparkasse und dem Rotary-Club.

"Gratuliere, Sie haben alles richtig gemacht." Mit seinem Einleitungssatz fasste der LTG-Chef alles zusammen - von der Wahl der Schulart bis zur "Reifeprüfung", denn mit dem Abitur haben die 32 jungen Männer und 48 jungen Frauen mehr erreicht als "nur" Noten. "Vertrauen in Kraft, Begabung und Durchhaltevermögen" wünschte er den Absolventen und gab ihnen mit auf den Weg, nicht immer nur auf kurzfristige Erfolge zu schauen. "Lebenswege müssen nicht immer geradlinig verlaufen", schilderte Madsack am Beispiel eines amerikanischen Chemikers. Der war vermeintlich am Auftrag gescheitert, künstliches Glas herzustellen, weil ihm der Stoff zu klebrig geriet. 15 Jahre später wurde daraus der erste Sekundenkleber der Welt - und 460 Patente folgten.

Mit sehr vielen Augenzwinkern und Interna über Lehrer, die im Kreis der "eingeweihten" Mitschüler für viele Lacher sorgten, dankten Veronika Neumüller und Andreas Schäffer im Namen ihrer Mitschüler allen, die den Weg bis zum Abi begleitet hatten - allen voran ihren Eltern und "Kollegstufenpapa" Rudolf Klingler. Und sie freuten sich über viele gewonnene Erkenntnisse - nicht nur im Unterricht. "Kollektives Schlafen im Partystadl macht Spaß, ist aber für Kollegstufenversammlungen am nächsten Tag eher kontraproduktiv", so eine ihrer "Lehren".

Stellvertretende Landrätin Marianne Loferer gab den Abiturienten unter anderem mit auf den Weg: "Bleiben Sie entspannt. Bestnoten sind nicht alles. Viele haben Leistungen erbracht, die nicht im Zeugnis stehen."

Priens Bürgermeister Jürgen Seifert sah - auch im Namen von elf anwesenden Amtskollegen - in der Tatsache, dass ein Viertel der Absolventen eine Eins vor dem Komma im Abschlusszeugnis stehen hat, auch einen Beleg für die Qualität des LTG. "Das zeugt nicht nur vom Talent der Schüler, sondern auch vom Engagement der Lehrer."

Fördervereinsvorsitzender Gerold Schwarzer umschrieb das Abitur als "solide Grundausbildung" und ermunterte alle, vor allem ihren Talenten zu folgen. Elternbeiratsvorsitzender Winfried Lackner unterstrich dies, als er an die Absolventen appellierte, ihren Interessen zu folgen, denn Freude und Überzeugung seien wichtiger als Geld.

Ein bisschen davon gab es dann - dezent in Umschlägen verpackt - ebenso wie Bücher oder Goldmünzen für besondere Leistungen. Neben den Jahrgangsbesten - allen voran Jessica Caus aus Bernau mit einer glatten 1,0 im Abschlusszeugnis - honorierten Bürgermeister, Elternbeirat, Förderverein, Alexander Hagenbrock von der Sparkasse und Dr. Richard Fricke vom Rotary-Club Chiemsee besondere Leistungen. Die so Ausgezeichneten waren neben Caus Marinus Reiß, Alice Dobersalske, Markus Fichtl, Tobias Glas, Mira Huber, Johanna Lechner, Veronika Neumüller, Magdalena Schmied, Ricarda Sorg, Katharina von Sluyterman, Barbara Steiner, Mia Theobald, Sarah Tiecks und Nadine Tillner.

Mit Bildern von ihrer Einschulung - auf eine Großleinwand auf der Bühne projiziert - und selbst ausgewählten Musikstücken geriet die Zeugnisübergabe trotz der großen Zahl von 80 Absolventen recht kurzweilig. Die Abiturienten selbst hatten zuvor schon den Abschlussgottesdienst gestaltet und einige von ihnen zeichneten auch für die musikalische Umrahmung der Feier verantwortlich. Auch dabei zeigte sich die breite Palette der Talente - von Klassik bis Pop und Irish Folk.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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