RoMed Klinik: Kapelle sorgt für Diskussion

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Ein Blick auf die Altarwand der neuen Kapelle an der Romed-Klinik. Diesen Entwurf präsentierten Künstlerin Claudia Bollinger und Architektin Claudia Specht vom Münchener Büro "RRP" jetzt Klinik- und Kirchenvertretern. 

Prien - Wenn im Herbst nächsten Jahres das Seebettenhaus der Romed-Klinik Prien wie geplant seinen Betrieb aufnimmt, soll auch die neue Krankenhauskapelle eingeweiht werden.

Sie entsteht im obersten Stock des Neubaus. Die Planer stellten jetzt Klinik- und Kirchenvertretern ihren Entwurf vor.

Die neue Kapelle wird eine fast quadratische Grundfläche von gut 90 Quadratmetern haben. Zusätzlich entstehen auf einer gleich großen Fläche Sakristei, Pfarrer-Büro und ein Schriftenstand. Der Landkreis Rosenheim übernimmt als Bauherr der Generalerneuerung des Krankenhauses auch die Kosten für den Bau der Räume. Für die Innenausstattung kommen das Ordinariat und ein eigens gegründeter Förderverein auf.

Das sind die nüchternen Fakten. Aber die Elemente der Innenausstattung, wie sie Künstlerin Claudia Bollinger aus der Nähe von Freising mit ihrem Mann und Architektin Claudia Specht vom federführenden Münchener Büro "RRP" präsentierten, lieferten viel Diskussionsstoff.

"Zentrales Element der Kapelle ist die farbige Altarwand, die durch ein durchgehendes Oberlichtband indirekt beleuchtet wird", erläuterte Specht. Der ockerfarbene Anstrich soll eine Verbindung von Licht zur Erde herstellen beziehungsweise symbolisieren.

Der Boden wird gefliest und mit Fußbodenheizung ausgestattet, die restlichen Wände werden weiß gehalten. "Der Altar und der Priestersitz werden aus Eichenholz gefertigt und heben sich somit deutlich von den restlichen Gegenständen aus Stahl ab", erläuterte die Architektin im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Ambo (Lesepult), Altar und Stühle werden verrückbar sein, sodass eine möglichst große Flexibilität möglich ist. Die Priener Krankenhauskapelle erfreut sich seit jeher, anders als die meisten vergleichbaren Räume in Kliniken, eines großen Zuspruchs. Sogar im derzeitigen provisorischen Andachtsraum, der nach dem Abriss der alten Kapelle eingerichtet worden war, kommen nach Angaben des katholischen Klinikseelsorgers, Pfarrer Josef Götzmann, und seiner evangelischen Kollegin, Pfarrerin Christine Wackerbarth, mitunter bis zu über 100 Gläubige, die dann zum Teil mit Plätzen im Gang Vorlieb nehmen müssen.

Bis die Generalerneuerung der Romed-Klinik endgültig abgeschlossen und voraussichtlich 2015 auch das Südbettenhaus erneuert ist, wird die Kapelle die meiste Zeit nur über zwei Aufzüge zugänglich sein. Die Türen dieser Lifte sollen bis dahin mit Paravents (auch bekannt als spanische Wände), also Raumteilern verdeckt werden, die zwischen den Säulen (siehe Foto) links und rechts des Marienorts aufgestellt werden. An der gegenüberliegenden Wand soll ein Kreuzweg entstehen, über dessen Gestaltung aber noch nicht endgültig entschieden ist. Die Orgel wird an der Wand aufgestellt, die dem Altar gegenüberliegt.

"Wir wollen mit wenigen Mitteln die Menschen etwas spüren lassen", umriss Bollinger die Intention ihres Entwurfs. Sie hat mit ihrem Mann bereits zahlreiche sakrale Räume gestaltet, im Landkreis Rosenheim die Unterkirche der Christkönigskirche in Rosenheim sowie den Meditationsraum und die Cafeteria im Studetenzentrum in Rosenheim.

Entwurf "sehr harmonisch"

Losgelöst von Einzelheiten, über die diskutiert wurde, bezeichnete Hildegard Waas, die Vorsitzende des Fördervereins, den Entwurf insgesamt als "sehr harmonisch".

re/Chiemgau Zeitung

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