Nach erstem Verhandlungstag um Camba-Brauerei

Baustopp: Bürgermeister fürchtet um Ruf der Gemeinde

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Seeon-Seebrucks Bürgermeister Bernd Ruth (links) und die halbfertige Baustelle im Seeoner Gewerbegebiet.

München/Seeon - Eine Entscheidung, die nicht unbedingt erfreulich ist für die Camba-Brauerei: Nach dem ersten Verhandlungstag wird sich eine Klärung des Baustopps noch lange hinziehen. Zu lange?

Update 13 Uhr:

Die Diskussionen um den Baustopp bei der Brauerei "Camba" und dem Brauanlagenhersteller "BrauKon" ziehen weitere Kreise: Nun wehrt sich Landrat Siegfried Walch bei der Jahreshauptversammlung der CSU Seebruck gegen Behauptung, dass das Landratsamt das Projekt verhindern wolle. "Wir stehen dahinter und glauben, dass wir ordentlich genehmigt haben", so Walch.

Bürgermeister Bernd Ruth beklagte, dass die bayernweit im Gespräch befindliche Diskussion auch dem Ansehen der Gemeinde schade. Die Schlagzeilen könnten jahrzehntelange Auswirkungen auf eine weitere Gewerbeansiedlung in der Gemeinde haben. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir das wieder ins rechte Lot bringen.“

Unser Artikel vom Freitagmorgen:

Lange ging die Verhandlung nicht: Gut zwei Stunden wurde über die Klage vor dem Münchner Verwaltungsgericht am Mittwoch verhandelt. Das Landratsamt Traunstein, das die Baugenehmigung für Camba erteilte, auf der einen Seite, Berth Schalow und die Klägergemeinschaft auf der anderen Seite. Wie berichtet wurde ein Urteil vertagt - doch der Status Quo darf für die Brauerei gut und gerne als unbefriedigend bezeichnet werden.

"Wir können es uns nicht leisten, die Baustelle jetzt noch ein Jahr so stehen zu lassen", meinte Geschäftsführer Markus Lohner nach dem erzwungenen Baustopp im Februar. Im Blick hätte er dann eine Verlagerung nach Österreich. Bis die Verhandlung in München wieder aufgenommen wird, könnten dann bereits fünf Monate vergangen sein: "Ein weiterer Verhandlungstermin ist vorgesehen, voraussichtlich im Juni oder Juli", so Lohner am Donnerstag.

Darum verzögert sich das Urteil

Am Mittwoch konnten vor dem Gericht nicht alle Fragen geklärt werden: Besonders der Lärmschutz ist ein strittiges Thema. Das Verfahren verzögert sich auch deswegen, weil das Landratsamt Ende März einen Ergänzungsbescheid erließ. Dort ging es um die genauere Betriebsbeschreibung, weswegen der Bauantrag von den Klägern angefochten wurde. Doch auch dieser Ergänzungsbescheid könnte von den Klägern noch in das Verfahren mit einbezogen werden - es laufen noch Fristen.

Doch Camba und Brauanlagenfabrikant BrauKon kamen auch mit positiven Nachrichten wieder aus München zurück: Man habe konstruktiv gearbeitet und eine gütliche Einigung stehe weiterhin im Vordergrund, so Geschäftsführer Lohner. Und bei der Brauerei hofft man, dass das Verwaltungsgericht vielleicht auch schon vor dem nächsten Verhandlungstermin, bis die anderen rechtlichen Fragen geklärt sind, den Bauarbeitern wieder grünes Licht gibt.

xe/ga

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