Vorm Hunger- und Erfrierungstot gerettet

Seebrucker findet zwei Käfige mit 47 Ratten

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Seebruck - Ein aufmerksamer Tierfreund fand 47 Ratten in einem Käfig und brachte Sie sofort ins Traunsteiner Tierheim Trenkmoos. Auch ein ausgesetzter Hund fand im Tierheim ein neues Zuhause.

Einem aufmerksamen Tierfreund und dem Traunsteiner Tierheim Trenkmoos ist es zu verdanken, dass 47 in Seebruck ausgesetzte Ratten, dem sicheren Hunger- und Erfrierungstot entgangen sind. Das Team von Tierheimleiterin Anna Obermeier staunte nicht schlecht, als ihnen ein Seebrucker Bürger mitteilte, dass er an Weihnachten auf seinem Grundstück unweit eines abgestellten Bauwagens rund 50 Ratten aufgefunden habe. Diese seien dort ohne Futter und Wasser in einem Käfig und einer Plastikbox von einer unbekannten Person abgestellt und ihrem Schicksal überlassen worden. 

Schon kurz nach ihrer Ankunft im Tierheim wurden die Ratten von einem Tierarzt untersucht. Dieser konnte dabei keine größeren gesundheitlichen Probleme feststellen. „Wir hoffen, dass nicht allzu viele der 28 weiblichen Tiere trächtig sind“, so Sigrun Wagner, die im Tierheim als Bürokraft arbeitet. Die 19 männlichen Tiere seien alle umgehend kastriert worden. Die Ratten befänden sich derzeit in Quarantäne und man werde demnächst versuchen, zumindest einige von ihnen an verschiedene andere Tierheime abzugeben.

Ein trauriges Schicksal erfuhr auch ein schwarzer ein- bis zweijähriger Hund der Rasse Bouvier, der ganz bewusst an der Abzweigung zum Tierheim ausgesetzt wurde. Als das Tier dort am 27. Dezember von einem Mitarbeiter aufgefunden worden war, trug er ein Würge- beziehungsweise Stachelhalsband und war an einem Straßenschild angebunden. „Es handelt sich um einen recht wilden und verspielten jungen Hund, der nun in unserem neuen Hundehaus ein neues Zuhause gefunden hat und regelmäßig mit unseren Gassigehern spazieren geht“, so Wagner. 

Der derzeitige Tierbestand des Tierheims betrage 139 Tiere. 2015 habe man 220 Fundtiere zu verzeichnen gehabt, davon 35 ausgesetzte Tiere. Viele der im vergangenen Jahr in verschiedenen Gemeinden des Landkreises Traunstein aufgefundenen und vorrübergehend im Tierheim Trenkmoos gelandeten Katzen, Kaninchen und Mehrschweinchen konnten bereits vermittelt werden. Wagner zufolge gebe es keinen Grund, ein Tier auszusetzen. Wer mit seinem Tier überfordert sei oder sich das Futter oder

Tierarztbesuche nicht mehr leisten könne, könne sich jederzeit mit dem Tierheim in Verbindung setzen und dann „werden wir gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden“, verspricht Wagner. 

Man müsse auch wissen, dass das Aussetzen von Tieren kein Kavaliersdelikt sei, sondern eine Straftat, die mit Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro geahndet werden könne.

mmü

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