Altes Rathaus Seeon/Seebruck

Asbest: Abbruchkosten explodieren

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Mit dem Abriss des alten Rathauses in Seebruck muss sich die Gemeinde noch etwas gedulden. Im Zuge der Abbrucharbeiten sind asbesthaltige Baumaterialien aufgetreten, die zunächst untersucht werden müssen. Die Messungen und Untersuchungen, die Mehrkosten von rund 40.000 Euro verursachen werden, werden voraussichtlich noch bis übernächste Woche dauern. Erst dann kann das Gebäude abgerissen werden.

Seeon/Seebruck - Während sich die Gemeinde Seeon-Seebruck beim Bau des neuen Rathauses auf ein abgespecktes Konzept verständigt hat, sind an anderer Stelle Probleme aufgetreten. Im Zuge der Abbrucharbeiten des alten Rathauses in Seebruck sind asbesthaltige Baumaterialien zu Tage getreten.

Verursacht wurden die asbesthaltigen Baumaterialien etwa durch Fliesenkleber oder Dämmmaterial. Dieses schadstoffbelastete Material muss jetzt untersucht werden, bevor das Gebäude abgerissen werden kann. Nach Angaben der Baufirma, die für den Abbruch des alten Rathauses beauftragt wurde und dafür 30.000 Euro berechnete, werden die Untersuchungen und Messungen Mehrkosten von rund 40.000 Euro verursachen. Das bedeutet, dass sich die Abbruchkosten auf mindestens 70.000 Euro erhöhen werden.

"Mit diesen unvorhergesehenen Problemen konnten wir nicht rechnen“, sagte Bürgermeister Bernd Ruth. Bevor das alte Rathaus abgerissen werden könne, müssten die aufgetretenen Schadstoffe analysiert werden und könnten erst dann entsprechend entsorgt werden. Die laufenden Messungen durch die Experten seien hochkomplex und können sich hinziehen. Ruth rechnet mit einem Abriss nicht vor dem 20. November. Mit dem Neubau soll im Herbst 2017 begonnen werden. Wie wiederholt berichtet, hatte die Kostenexplosion der ursprünglichen Planung eines Münchner Architekturbüros, das im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs den Zuschlag für den Neubau bekommen hatte, dazu geführt, dass der Gemeinderat die Reißleine zog. 

Etwas Schönes, das ins Ortsbild passt

Die Kosten stiegen ins Unermessliche von ursprünglich 4,4 auf 5,3 Millionen Euro laut der letzten Kostenberechnung im Februar dieses Jahres. Daraufhin hatte der Gemeinderat die Notbremse gezogen und ein unabhängiges Büro eingeschaltet, das nach den vorliegenden Plänen untersuchen sollte, wo Einsparungspotential möglich wäre. Die überprüfte Kostenberechnung ergab jedoch, dass die kalkulierten Kosten des Münchner Planungsbüros realistisch sind. Ein Ausstieg aus dem Vertrag mit dem Münchner Architektenbüro hätte allerdings bedeutet, dass man wieder von vorne hätte beginnen müssen. 

Deshalb wurde das Architekturbüro damit beauftragt, aus der „Nobelvariante“ eine abgespeckte Variante für maximal 4,5 Millionen Euro zu planen. „Unser Ziel ist es, an der Kostenobergrenze fest zu halten und aus den 4,5 Millionen Euro schon etwas Schönes aber weniger Futuristisches zu machen, das auch in das Ortsbild passt“, so Ruth. Zwei Vorschläge einer abgespeckten Variante wurden in der Gemeinde bereits eingereicht und vom Rathausausschuss wurde ein Vorschlag auch bereits abgesegnet. Durch die neue Planung müssen die Mitarbeiter aber etwas enger zusammenrücken. 

Planung soll bis Herbst 2017 vorliegen

Die neue Planung sieht kleinere Räume vor und ein zweites Obergeschoss, in dem vier Büros geplant waren, fällt jetzt weg. Wesentlich klarer definiert seien nach Angaben des Bürgermeisters jetzt auch die Gebäudeansichten mit einem ausreichenden Vordach. Zunächst gilt es aber noch zu prüfen, ob die Funktionalität auch für die Mitarbeiterzeit passt. Der vom Rathausausschuss genehmigte Vorschlag soll dem Gemeinderat in der Dezembersitzung präsentiert werden. Ruth hofft, dass der Gemeinderat das neue Konzept akzeptiert und bis zum Herbst 2017 eine vernünftige Planung vorliege, um zügig mit dem Neubau beginnen zu können. 

Der Bürgermeister rechnet mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren. Bis dahin bleibt die Verwaltung noch in Roitham. Vor fast genau einem Jahr ist die Verwaltung in die frühere Gastsstätte „Gruber Alm“ umgezogen. Die Immobilie gehört der Gemeinde und insofern fallen auch keine Mietkosten an. „Unsere Leute fühlen sich sehr wohl hier“, bestätigte Ruth. Gleichzeitig mit dem Umzug der Verwaltung sind in einem angebauten Trakt der früheren Gaststätte auch 15 Flüchtlinge eingezogen. Der Mietvertrag zwischen der Gemeinde Seeon-Seebruck und dem Landkreis Traunstein läuft Ende Februar aus und wird auch nicht verlängert. Nach Angaben des Bürgermeisters werden die Flüchtlinge Ende Februar die Unterkunft verlassen und in landkreiseigene Einrichtungen untergebracht. 

ga

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