Rund 100 historische Darsteller

Familienfest mit Römern, Kelten, Bajuwaren und Ostgoten

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Seeon-Seebruck - Rund 1000 historische Darsteller und unzählige Gäste kamen zum Familienfest am Tag der Deutschen Einheit.

"Wir hatten wieder viele Besucher, an die 100 historische Darsteller und auch das Wetter hat es einmal mehr sehr gut mit uns gemeint“, freute sich „Römer“ Matthias Ziereis zum Ende des gelungenen Bedaius-Familienfestes, das von der Tourist-Information Seebruck und dem Verkehrsverein Truchtlaching bereits zum siebten Mal am Keltengehöft in Stöffling durchgeführt wurde.

Auch Ostgoten erstmals dabei

Fast ohne Unterlass strömten die Besucher am 25. Jahrestag der Deutschen Einheit auf das einladende Festgelände, um sich mit den zum Teil weit angereisten Kelten, Römern und Bajuwaren auf eine kurzweilige Zeitreise in die Vor- und Frühgeschichte zu begeben. Auch zehn Ostgoten mit Hund hatten sich erstmals in Stöffling eingefunden und trugen ihren Teil zur Völkerverständigung bei.

Die weiteste Anreise hatte aber Keltin Claudia Bennich, die extra aus Irland an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Eine Schau war das gemeinsame Exerzieren unter dem lautstarken Kommando von Hans Veit von der Legio II Italica. „Bereits mit 16 Jahren wurden gesunde junge Männer im Römischen Reich zum Militär eingezogen, das war ein ganz hartes Leben“, so Veit.

Bedaius-Familienfest am Tag der Deutschen Einheit

Mit etwa 40 Kilogramm Gepäck hätten die Legionäre täglich 25 bis 30 Kilometer marschieren müssen, bei Eil- und Kampfmärschen sogar bis zu 50 Kilometer. Große Besuchertrauben bildeten sich um den originalgetreuen Nachbau eines römischen Pfeilgeschützes, das die Lehrer Kurt von Kiesling und Marcus Altmann vom Gymnasium LSH Schloss Ising vorstellten. Dieses schulische Meisterwerk der experimentellen Archäologie entstand im Rahmen eines deutschlandweiten Projekts mit universitärer Unterstützung.

Pfeilhagel auf die Feinde

„Die Römer konnten damit 300 bis 400 Meter weit schießen und drei Pfeile pro Minute abschießen“, so von Kiesling. Eine Legion mit 60 Geschützen dieser Bauart habe damit pro Minute 180 Pfeile abfeuern können.

Für große Augen sorgte auch die Präzision und Durchschlagskraft bei den Schusstests auf eine Holzwand. Anschaulich vorgeführt wurden zudem alte Handwerkskünste wie das Schmieden, Perlendrehen, Salzsieden, Kornmahlen, Perlendrehen, Spinnen, Weben und Färben mit Pflanzenfarben. Zudem lockten diverse Verkaufsstände und die Schautische „Edelsteine“ und „Essen zur Keltenzeit“. Einige alte Handwerkstechniken konnten auch selbst ausprobiert werden.

Wie ihre keltischen Vorfahren vor rund 2500 Jahren Salz herstellten, zeigte „Touta Nanto En“. Das salzhaltige Wasser, die Sole, wurde über der Glut in kleinen Töpfchen gesiedet bis das Salz, das „weiße Gold der Kelten“, zurückblieb. Oftmals sei beim Sieden auch gleich „geschlachtet und das Fleisch eingesalzen und geräuchert worden, um es haltbar zu machen“, erzählte ein Stammesmitglied.

Unter der fachkundigen Anleitung des Bajuwaren Gerhard Würdinger konnten sich Jung und Alt beim Bogenschießen versuchen. Zum Abschluss des historischen Festes versammelten sich einige Bogenschützen auf einer nahen Wiese zu einem spontanen Clout-Schießen. Der kleine aber feine Pfeilhagel hatte es optisch und akustisch in sich.

Buntes Kinderprogramm

Für die jüngsten Besucher gab es ein buntes Kinderprogramm mit Lederbeutel fertigen, Münzen prägen, Schilde bemalen, Würfelturm, Seifenkugeln sowie Stempel und Kräuterbeutel fertigen. Für die passende Musik sorgte die Gruppe "COLL" aus Österreich.

Um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte sich die vorzügliche Keltenküche des Verkehrsvereins Truchtlaching. mmüFoto: Ein großer Andrang herrschte den ganzen Tag über beim 7. Bedaius-Familienfest am Keltengehöft in Stöffling. Dabei war für jeden Geschmack etwas dabei.

mmü

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