Gemeinde erhöht Bestattungsgebühren teils über 100 Prozent

Sterben wird künftig deutlich teurer

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Seeon-Seebruck - Der Kostendeckungsgrad ist zu niedrig, nun werden die Bestattungsgebühren erhöht - teils um mehr als das Doppelte. Nur eine Beisetzungsart wird nicht teurer.

Bürgermeister Bernd Ruth hatte es in den Bürgerversammlungen bereits angekündigt, dass die Gebühren für die Bestattungseinrichtungen in der Gemeinde Seeon-Seebruck angepasst werden müssen. In den letzten Jahren war im Haushalt eine Unterdeckung von 68.000 Euro festgestellt worden. Der Kostendeckungsgrad lag somit bei 58 Prozent.

Vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband wurden die Bestattungseinrichtungen jetzt neu kalkuliert und das Gutachten dem Gemeinderat in seiner Sitzung vorgestellt. Um eine deutliche Erhöhung des Kostendeckungsgrades anzustreben, schlägt das Gutachten eine nicht unerhebliche Anpassung der Grabgebühren vor, die vom Gemeinderat ohne längere Diskussion einstimmig abgesegnet wurden.

Die neuen Gebühren ab 15. März

Die neue Gebührensatzung, mit einer einheitlichen Ruhezeit von 15 Jahren (bisher 10 Jahre), soll zum 15. März dieses Jahres in Kraft treten. So kostete künftig ein Einzelgrab für 15 Jahre 1.148 Euro (bisher 674 Euro). Für die Beisetzung einer Urne in einem Reihen- und Familiengrab werden wie bisher 205 Euro verlangt. Eine Familiengrabstätte kostet künftig 1712 Euro (bisher 1348 Euro). Für ein Urnengrab werden künftig 1070 Euro verlangt (bisher 327 Euro) und für ein Urnenwandgrab 1144 Euro (bisher 450 Euro). Für die Benutzung der Aussegnungshalle werden künftig pro Tag 45 Euro verlangt. Bisher wurden für die Benutzung der Aussegnungshalle pauschal 92 Euro verrechnet. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts München vom August 2009 muss die Gebühr für die Aussegnungshalle aber nicht mehr je Sterbefall, sondern nach den Benutzungstagen berechnet werden.

Die Gemeinde betreibt die Aussegnungshallen in Seeon, Seebruck und Truchtlaching. Der Walburgisfriedhof in Seeon gehört nicht zur gemeindlichen Bestattungseinrichtung. Zum 1. Januar dieses Jahres hat die Gemeinde einen neuen Dienstleistungsvertrag mit einem Traunreuter Bestattungsunternehmen abgeschlossen. Diese Dienstleistungsgebühren, auf die die Gemeinde laut einer vertraglichen Ausschreibung keinen Einfluss hat, werden wiederum über die Gemeinde abgerechnet.

ga

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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