Gemeinderat von Seeon-Seebruck bespricht sich

Wieso funktioniert der Jugendtreff nicht?

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Seeon-Seebruck - Schon länger ist es ruhig um den Jugendtreff in Truchtlaching. Jetzt traf sich der Gemeinderat, um sich zu der ungewissen Lage des Treffs zu besprechen:

Eigentlich bringt der Jugendtreff in Truchtlaching für seine Besucher ideale Voraussetzungen mit: Er liegt mitten im Ort und ist somit fußläufig sehr gut zu erreichen. Die Räume befinden sich im Untergeschoss, so dass auch schon mal lautere Musik gespielt werden kann, ohne die Nachbarschaft zu stören. Trotzdem funktioniert die gemeindliche Einrichtung nicht, die eigentlich ein Selbstläufer werden sollte. Der Hauptgrund liegt offenbar darin, dass es den Jugendlichen an der Motivation fehlt, Verantwortung zu übernehmen. „Wir brauchen einen Macher, der vorne dran steht“, forderte Bürgermeister Bernd Ruth in der Gemeinderatssitzung.

Obwohl im Gemeindeblatt angekündigt war, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung über das "Weitere Vorgehen" des Jugendtreffs beraten wird, waren weder Jugendliche noch Vertreter des Förderkreises aktive Jugend e.V. in der Sitzung anwesend. Ein Fingerzeig dafür, dass das Interesse am Fortbestand des Jugendtreffs offenbar nicht besteht, wie vermutet wurde.

Wie berichtet, hat der Jugendtreff im Keller des Bürgersaalsim vergangenen Jahr eine längere Sommerpause eingelegt, die bis heute anhält. Die Jugendlichen hatten sich in der Vergangenheit nicht an die Regeln gehalten und zeigten auch keine Motivation, selbst Verantwortung zu übernehmen. Der Betrieb durch die Jugendlichen, die sich selber organisieren sollten, funktionierte nur bedingt oder gar nicht. Es wurde immer wiedergegen das Rauch- und Alkoholverbot verstoßen und auch Einrichtungsgegenstände wurden zerstört. Darüber hinaus hatten sich auch die Anwohner über Lärmbelästigung wegen zu lauter Musik beschwert. Daraufhin wurde der Treff bis auf Weiteres geschlossen.

Der Gemeinderat hatte sich daraufhin Gedanken gemacht, wie und ob ein Neustart gelingen könnte. Schon damals war klar, dass die Einrichtung ohne das notwendige Engagement der Jugendlichen und der Eltern nicht funktionieren könne. Diese Debatte wiederholte sich in der jüngsten Sitzung. "Es kann nur funktionieren, wenn von den Leuten selber was kommt", erklärte Martin Bartlweber (FW). Sepp Daxenberger (CSU) appellierte an den Jugendbeauftragten Sebastian Maier, sich besser einzubringen."Es wäre schade, wenn wir alles laufen lassen und die Räume brach liegen lassen", so Daxenberger, der von seinem Fraktionskollegen Michael Regnauer in seinen Aussagen bestärkt wurde.

Maier wies darauf hin, dass nach Auskunft von Experten ein Jugendtreff heute in den seltensten Fällen ohne professionelle Unterstützung gelinge. Persönlich habe er nicht das Gefühl, dass der riesige Aufschrei bei den Jugendlichen da sei, den Treff aufrechtzuerhalten, so der Jugendbeauftragte. Dem Tenor des Gremiums war aber zu entnehmen, dass von einer professionellen Kraft Abstand genommen werden sollte."Wir sollten die Jugendlichen aus der Reserve locken und sie an das Verantwortungsbewusstsein erinnern", regte Hans Huber (FW) an und schlug vor, einen Aufruf unter den Jugendlichen zu starten, den auch Norbert Maier begrüßen würde.

Der Vorschlag von Christine Eglseer (CSU), die Vereine mit ins Boot zu nehmen, könnte den Jugendtreff möglicherweise retten. Eglseer schlug vor, die Räumlichkeiten des Jugendtreffs auch den Vereinenfür Veranstaltungen wie Jugend-Discos oder Billard-Turniere zur Verfügung zu stellen. Um diesen Versuch zu wagen und festzustellen, ob überhaupt Interesse bestünde, sollte eine Informationsveranstaltung mit Vereinsvertretern, Jugendlichen und Eltern einberufen werden. "Ein Versuch wäre es wert und kostetet uns nichts", so Eglseer.

Gleichzeitig regte sie an, zu der Infoveranstaltung auch einen Fachmann einzuladen, der die Gemeinde über die rechtlichen Belange aufklärt. Der Vorschlag der Gemeinderätin wurde allgemein positiv aufgenommen und soll jetzt unverzüglich vom Jugendbeauftragten in die Wege geleitet werden.

Ruth erteilte Sebastian Maier einen klaren Auftrag: "Des machst jetzt Du!". Christine Eglseer will ihn dabei unterstützen.

Gabi Rasch

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