Nach langer Ungewissheit für Chiemgauer Brauerei

Baustopp bei Camba: So lautet das Gerichtsurteil

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Eine Aufnahme von der ruhenden Baustelle im Seeoner Gewerbegebiet. Jetzt dürfte wieder Bewegung in die Sache kommen.

Seeon/München - Genau drei Monate lang herrscht nun Stillstand auf der Brauerei-Baustelle in Seeon. Nun hat das Verwaltungsgericht zum Teil über die Klage geurteilt. Bei "Camba" wird aufgeatmet.

Der Baustopp für den Brauereikomplex im Seeoner Gewerbegebiet wird aufgehoben - das hat das Verwaltungsgericht München heute bekanntgegeben. "Der gerichtliche Beschluss vom 27. Mai 2016 beruht darauf, dass die Nachbarin des Bauvorhabens dieser Aufhebung zustimmte, soweit es lediglich um die Baufertigstellung des Vorhabens, nicht aber um dessen späteren Betrieb, geht", so das Gericht.

Das heißt:Die Brauerei und die Brauanlagenfabrik von "Camba" und der BrauKon GmbH kann nun fertiggestellt werden. Seit 29. Februar musste die Baustelle ruhen. Manche Anwohner klagten gegen das Landratsamt Traunstein, weil in der Baugenehmigung die Schallschutzkonzeption nicht hinreichend bestimmt war. Eine genaue Auflistung wurde nachgereicht. 

Ist später der Nachbarschutz gewährleistet?

Abgeschlossen ist die Klage der Anwohner damit aber noch nicht. Trotz der Aufhebung des Baustopps läuft das Verfahren noch weiter. Es geht um weitere inhaltliche Überprüfungen der Baugenehmigung. Beispielsweise bleibt die Frage offen, ob beim späteren Betrieb der Anlagen der Nachbarschutz gewährleistet sein wird. Dies kann das Gericht aber erst später überprüfen. Ein erster Verhandlungstermin am 20. April endete ergebnislos, der Prozess wurde vertagt.

Camba-Geschäftsführer Markus Lohner hatte schon konkrete Pläne mit der Brauerei auszuwandern.

Für die kleine Camba-Brauerei mit Sitz in Truchtlaching ist die Vergrößerung in Seeon notwendig, der Baustopp kostete viel Geld: Nach Angaben von Geschäftsführer Markus Lohner etwa 100.000 Euro monatlich. Wäre es beim Baustopp geblieben, hatte Lohner konkrete Pläne auszuwandern. Es lagen bereits Grundstücksangebote aus Salzburg vor - dort hätte der experimentierfreudige Brauer auch mehr Spielraum gehabt, um die engen Gesetze des Lebensmittelrechts (Stichwort Reinheitsgebot) zu umgehen

xe

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