"Nein" zu mehr Herbstfestvermarktung

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Hat beim Tourismusverband Chiemgau-Alpenland auch die Stadt und ihre Bürger im Blick: Der neue Tourismus-Geschäftsführer Gregor Seuffert im Rathaus-Foyer.

Rosenheim - Der seit Januar amtierende neue Geschäftsführer der Chiemsee-Alpenland-Tourismus-GmbH, Gregor Seufert, stellte sich jetzt dem Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus des Stadtrates vor.

Wie der 45-jährige Betriebswirt, der in Kufstein wohnt und die deutsche und österreichische Staatsbürgerschadt besitzt, aus seiner Vita berichtete, hat er schon als Innsbrucker Student in der Branche, nämlich als Reiseleiter, in ganz Europa gearbeitet und kennt sich seitdem auch im Chiemgau aus.

Zur Situation des Fremdenverkehrs in der nun von ihm zu betreuenden Region berichtete Seuffert, die Übernachtungszahl sei in den letzten 15 Jahren zurückgegangen, aber mit drei Millionen Übernachtungen pro Jahr immer noch "sehr stark", auch im Vergleich mit Tirol. In seinem Zuständigkeitsbereich liegen 23 Kommunen, deren touristische Anstrengungen besser gebündelt und vernetzt werden müssten - eine Aufgabe, der er sich nach seiner Vorstellung in allen Gemeinden vorrangig widmen will.

Für die vier Schwerpunktbereiche werden vier Themenmanager zuständig sein: für den Bereich Sommer und Winter alpin sei Oberaudorf zuständig, für See und Wasser Prien, für Gesundheit und Wellness sei er noch auf der Suche, und für Stadt, Kultur und Kongress Susanne Baumgartner von der Veranstaltungs- und Kongress-GmbH Rosenheim (VKR).

Auch entwickelt werde eine gemeinsame Online-Strategie für die Vermieter. Ziele seien die Qualitätssteigerung und mehr Nachhaltigkeit sowie die Bündelung von speziellen Angeboten für Bahnanreisende mit ÖPNV und Hinweisen auf Naturbetrieben für wachstumsversprechende Zielgruppen.

Auf die Stadt eingehend, hob er neben den bekannten Charakteristika, für welche die Stadt stehe, besonders die ZDF-Fernsehserie "Die Rosenheim-Cops" hervor, die seit ihrem Bestehen den Bekanntheitsgrad der Innstadt bundesweit erheblich vergrößert habe. Soweit gewünscht, könne auch eine verstärkte internationale Vermarktung des Rosenheimer Herbstfestes erfolgen, was sofort zu einem lautstarken "Nein!" des Gremiums führte.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer befand, dass vieles, was Seuffert vorgetragen hatte, eigentlich Selbstverständlichkeiten sein sollten, aber in der Realität nicht sind. CSU-Stadtrat Dr. Thomas Huber wollte von Seuffert wissen, ob er sagen könne, welche konkrete Ziele er habe und was der neue Tourismusverband in fünf Jahren erreicht haben wolle. Der Tourismus-Manager antwortete, er sei noch dabei, eine Gesamtstrategie zu erarbeiten: "Es wird eine klare Zielvorstellung und auch ein transparentes Controlling geben", versprach Seuffert.

Rudolf Hötzel, Fraktionsvorsitzender der Republikaner, wiederholte seine Kritik an der Tatsache, dass beim Zusammenschluss der früheren Tourismusverbände zum Chiemsee-Alpenland-Tourismusverband darin nicht der Name Rosenheims enthalten sei. Die Oberbürgermeisterin begründete in ihrer Antwort die damalige Entscheidung aufgrund des Rats von Experten: "Die Menschen, die Urlaub machen wollen, suchen sich eine Landschaft und nicht eine Stadt unserer Größenordnung aus."

hh/Oberbayerisches Volksblatt

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