Sorge um Tourismus: "Enorm viel Zeit verloren"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Prien - Der erneute Wechsel an der Spitze des Chiemsee-Alpenland-Tourismusverbandes wird auch im Priener Marktgemeinderat mit Besorgnis verfolgt: "Wir haben enorm viel Zeit verloren."

"Da passiert zu wenig", kommentierte CSU-Fraktionsvorsitzender Michael Anner in der jüngsten Sitzung die bisherige Arbeit des Anfang 2010 gegründeten Verbands, in dem alle Landkreisgemeinden und die Stadt Rosenheim vereint wurden.

Wie berichtet, hatte nach dem schnellen Aus für Claudia Leppin als erste CAT-Geschäftsführerin im vergangenen Jahr vor wenigen Wochen deren Nachfolger Gregor Seufert aus "persönlichen Gründen" seinen Rücktritt eingereicht. Die Geschäftsführung hat daraufhin Christina Pfaffinger, Tourismusexpertin des Landratsamtes, zunächst bis zum Jahresende übernommen.

"Ad hoc-Plan" wird vorbereitet

Von Anner nach seiner Meinung gefragt, kommentierte Bürgermeister Jürgen Seifert die Entwicklung so: "Fakt ist, wir haben enorm viel Zeit verloren." Jetzt gelte es, "in möglichst kurzer Zeit das Beste rauszuholen". Er berichtete, dass Landrat Josef Neiderhell dieser Tage bei einer Bürgermeisterbesprechung Sofortmaßnahmen angekündigt habe. Der CAT-Vorstand solle demnächst einen "Ad-hoc-Plan" für die nächsten sechs Monate beschließen.

Dr. Herbert Reuther (CSU) attestierte dem erneuten Führungswechsel eine "katastophale Außenwirkung" und wollte wissen, ob mit dem Konstrukt des Verbands etwas nicht in Ordnung sei. Seifert bekräftigte seine persönliche Überzeugung, dass die Grundidee nach wie vor richtig sei, durch größere Strukturen eine höhere Schlagkraft und überregional bessere Vermarktungsmöglichkeiten zu erreichen. "Wir müssen dem Ziel jetzt mit größeren Schritten nacheilen", erinnerte er an den angestrebten Zusammenschluss der beiden landkreisweiten Verbände in Rosenheim und Traunstein, der ursprünglich für 2012 angepeilt war.

"Zusammenschluss wird nicht passieren"

Von diesem Ziel hat sich Tourismusreferent Klaus Löhmann (CSU) inzwischen verabschiedet. "Das ist die eigentliche Katastrophe, dass überhaupt keine Bemühungen zu diesem Zusammenschluss erkennbar sind. Das ist für mich abgehakt, es wird nicht passieren."

Sein Fraktionskollege Jürgen Schuster setzte auf diese strukturelle Frage noch eins drauf: "Vom operativen Geschäft merke ich auch nichts." Seifert erwiderte, dass es ja genau der Grund für die Berufung Pfaffingers gewesen sei, jetzt operative Sofortmaßnahmen einzuleiten.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser