Sorge vor Verkehr und hohen Kosten

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Die zum Teil nur fünf Meter breite Fahrbahn der Stötthamer Straße soll auf 5,50 Meter verbreitert werden.

Chieming - Der geplante Ausbau der zwei Kilometer langen Stötthamer Straße in Chieming, der laut Bürgermeister Benno Graf am Montag, 20. September, beginnen soll, stößt bei den Anliegern auf Widerstand.

Sie lehnen einmal die hohen Kosten ab, die sie schultern müssen, zum anderen befürchten sie deutlich mehr Verkehr. Stattdessen plädieren die Bewohner für eine Tempo-30-Zone oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h.

Folgende Maßnahmen sind geplant: Verbreiterung der zurzeit meist fünf Meter breiten Fahrbahn auf 5,50 Meter bei gleichzeitiger Verschmälerung des Gehweges, eine Oberflächenentwässerung, teileweise Erneuerung des Unterbaus und eine frische Teerdecke. Schließlich soll im Kreuzungsbereich Stötthamer-, Gallingerstraße, dem Fuchsengasserl und dem Christelmal ist ein Mini-Kreisel entstehen.

Bernhard Hecht von der rund zehnköpfigen "Interessengemeinschaft der Stötthamer Straße" äußert die Sorge, ein weiterer Ausbau führe zu höherem Tempo und damit zu einer steigenden Unfallgefahr.

Schon jetzt ist die hohe Verkehrsbelastung den Anrainern ein Dorn im Auge. Ein Transparent, das am Balkon des Anwesens Penz, Stötthamer Straße 4, hängt, macht auf etwa 600 Pkw pro Stunde und mehrere Dutzend Lkw, Busse und Pferdetransporter am Tag aufmerksam. Hinzu kommen viele Radfahrer, da dieser Bereich zum Chiemsee-Radrundweg zählt. Weil die Straße zudem eine Abkürzung in die Richtungen Seebruck, Traunreut und Trostberg darstelle, wird ein weiterer Verkehrsschub befürchtet.

Plakat der Anwohner.

Der zweite Aspekt, der bei den Anliegern sauer aufstößt, sind die ihrer Meinung nach unterschiedlichen Aussagen der Gemeinde zum Kostenverfahren des Ausbaus. Habe es noch im Februar geheißen, der Bereich ab Einfahrt in die Stötthamer Straße aus Richtung Hauptstraße bis zur Gallingerstraße werde nach der Ausbaubeitragssatzung, der ab Gallingerstraße weiter in Richtung Stöttham nach der Erschließungsbeitragssatzung berechnet, habe die Gemeinde nun mitgeteilt, die Erschließungsbeitragssatzung gelte für die gesamte Straße. Da nach der Ausbaubeitragssatzung die Anlieger 30 Prozent, nach der Erschließungsbeitragssatzung 90 Prozent zahlen müssten, habe dies für manche Anlieger etliche 10.000 Euro zur Folge. Vertreter der Interessengemeinschaft führten aus, die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes habe ihnen mitgeteilt, beide Satzungen könnten durchaus parallel angewandt werden.

Bürgermeister Graf sagte dazu auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung, er habe die Kostenfrage über die Art der Beitragssatzung von einer Münchner Fach- und Anwaltskanzlei für Baurecht nach Zusendung aller vorliegenden Unterlagen prüfen lassen. Das Ergebnis war, dass für den gesamten Ausbau der Stötthamer Straße die Erschließungsbeitragssatzung anzuwenden sei. "Die Verwaltung und ich haben uns damit rechtlich abgesichert", so der Rathauschef, der auch betonte, es habe dazu ausführliche Gespräche mit Vertretern der Interessengemeinschaft der Anlieger gegeben. Zudem, so Graf, hätten die betroffenen Bewohner auch Einsicht in die Unterlagen der Gemeinde erhalten.

In einer nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung in dieser Woche wurde dem Ausbau mit acht Ja- bei sieben Nein-Stimmen grünes Licht gegeben.

oh/Chiemgau-Zeitung

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