Uferwege werden breiter

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Einzelheiten für den Ausbau des Uferwegs zwischen Polizeisteg und Fischhütte Reiter besprachen vor Ort Anton Schmuck vom Ingenieurbüro Dippold und Gerold, AZV-Umweltbeauftragte Marlene Berger-Stöckl, Planer Matthias Gerold, Christian Fellner, Leiter der Bautechnik im Rathaus, und Bürgermeister Jürgen Seifert (von links).

Prien - Ein Nadelöhr des Chiemsee-Uferwegs im Priener Bereich soll noch vor der Sommersaison entschärft werden.

Zwischen Polizeisteg und der Fischhütte Reiter wird der gemeinsame Weg für Spaziergänger und Radler voraussichtlich im Mai auf 2,50 Meter verbreitert. Im Herbst soll das schmale Verbindungsstück zwischen Forellen- und Renkenweg ausgebaut werden. Unter dem Dach des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) Chiemsee wollen dessen Mitgliedsgemeinden die Umrundung des Bayerischen Meeres für Radler sicherer und attraktiver machen. Für etwa 40 Einzelmaßnahmen sollen mehrere Millionen Euro investiert werden. In der Regel bekommen die Kommunen gut die Hälfte der Kosten bezuschusst (wir berichteten wiederholt). Für einige neue Radwegpasssagen an Staatsstraßen übernimmt das Land sogar die Kosten komplett. So hat Rimsting kürzlich begonnen, einen Radweg zwischen Aiterbach und der Gemeindegrenze Breitbrunn zu bauen, der dort an ein bereits fertig asphaltiertes Stück anschließen wird. Der alte Uferweg am See soll dann Fußgängern vorbehalten sein.

Sobald wie möglich sollen auch in Prien die ersten Verbesserungen in die Tat umgesetzt werden. Zwei Teilstücke stehen für heuer an, im Haushalt hat die Gemeinde dafür 100000 Euro bereitgestellt. Bei einem Ortstermin besprachen Gemeinde, AZV und Planer dieser Tage die Einzelheiten.

Das rund 150 Meter lange Teilstück zwischen Polizeisteg und Fischhütte Reiter soll voraussichtlich im Mai auf 2,50 Meter verbreitert werden. Derzeit müssen sich Radler und Fußgänger dort einen 1,60 bis 1,80 Meter schmalen Streifen teilen. Er wird laut Planer Matthias Gerold vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold wechselweise nach beiden Seiten so erweitert, das alle großen Bäume daneben stehen bleiben können und die leichte Kurve in der Mitte des Teilstücks begradigt wird.

Die Naturschutzbehörde am Landratsamt habe für diese Verbreiterung nach einem Ortstermin eine Ausnahmegenehmigung erteilt, weil es sich um eine "alternativlose Wegeführung" handle, erläuterte Marlene Berger-Stöckl, die Umweltbeauftragte des AZV. Die Behördemuss nun noch prüfen, ob dem angestrebten Bautermin im Mai keine Belange des Naturschutzes entgegenstehen. Sollte dies doch der Fall sein, würde die Gemeinde die Hauptsaison abwarten und erst im Herbst bauen.

Anders stellt sich die Situation für den Uferweg zwischen Polizeisteg und Stippelwerft dar. Er ist für Radler offiziell gesperrt. Teile des Marktgemeinderates wünschen sich auch hier eine Verbreiterung, um den Weg wieder für Radler zu öffnen. Das hat die Naturschutzbehörde bisher abgelehnt. Bürgermeister Jürgren Seifert betonte aber beim Ortstermin, dass er weiter verhandeln wolle, um vielleicht doch noch ein Umdenken zu erreichen.

Radler werden per Beschilderung momentan durch Osternach nach Stock geleitet. Neuralgischste, weil engste Stelle auf dieser Umfahrung ist der gut 80 Meter lange Verbindungsweg zwischen Forellen- und Renkenweg. Er soll heuer im Herbst, nach der Radlsaison, auf 2,50 Meter verbreitert werden. Dort ist der Ausbau technisch weit schwieriger als 200 Meter weiter beim Polizeisteg, weil unmittelbar unter dem Kiesweg eine marode Regenwasserleitung verläuft, die im Zuge der Maßnahme erneuert werden soll. Zudem liegt eine Erdgasleitung im Untergrund und neben dem Weg auf Privatgrund eine Wasserleitung, die unter der neuen Weg verlegt werden soll, erläuterte Christian Fellner, Leiter der Bautechnik im Rathaus. Der Weg wird auf der Westseite erweitert, eine fast rechtwinklige Kurve in seinem Verlauf entschärft, erklärte Gerold.

Um die Sicherheit der Radler beim Einbiegen von diesem in den Forellenweg zu verbessern, soll aber noch vor der Hauptsaison links und rechts der Einmündung in die Straße (Forellenweg) der Fahrbahnrand so umgestaltet werden, dass dort keine Autos mehr parken und die Sicht beeinträchtigen können. Gedacht ist daran, große Pflanzkübel aus Holz aufzustellen.

Als Alternativroute für eher sportliche Radler zwischen Westernach und Priener Zentrum hat die Uferweg-Bürgerwerkstatt der Marktgemeinde einen Geh- und Radweg zwischen der Westernacher Prienbrücke und der Bebauung nahe des Fliederwegs vorgeschlagen. Um diese Teilmaßnahme eventuell 2011 anpacken zu können, müsste die Gemeinde zunächst allerdings die nötigen Grundstücksstreifen kaufen.

Oberbayerisches Volksblatt

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