Waffenarsenal im Auto

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Diese Gewehre und Pistolen wurden in den Wohnungen des Waffenhändlers und seines Kunden sichergestellt. Nur für einen Teil der Waffen konnten die beiden Männer eine Erlaubnis vorweisen.

Rosenheim/Chiemsee - Zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ist ein Handwerker aus einer Chiemseegemeinde vom Schöffengericht Rosenheim verurteilt worden. Der 58-Jährige wollte mehrere Waffen samt Munition verkaufen.

Seit fast sechs Monaten sitzt der Handwerker aus einer Chiemseegemeinde nun schon in Untersuchungshaft. Im Dezember vergangenen Jahres hatte er sich auf dem Parkplatz eines Möbelhauses in Rosenheim mit einem Kaufinteressenten getroffen. Die Ware, die der 58-Jährige anbot: eine tschechische Maschinenpistole, Modell "Scorpion", mit Schalldämpfer, eine vollautomatische Selbstladepistole der Marke "Glock", eine halbautomatische Selbstladepistole der Marke "Steyr" und dazu über 200 Schuss passende Munition.

Einsatzkommando der Polizei griff zu

3850 Euro wollte er dafür haben. Aber bevor er kassieren konnte, griff ein Sonder-Einsatzkommando der Polizei zu.

In den Monaten davor hatte der Angeklagte an denselben Käufer bereits einen Karabiner und eine "Walther PPK" verkauft. Die Tarnwörter, mit denen er die Waffen per Telefon angeboten hatte, waren aber auch der Polizei bekannt. Deshalb hatte man ihn abgehört, und im Dezember 2008 erfolgte der Zugriff auf frischer Tat.

Ein Großteil dieser Waffen sollte auf dem Parkplatz den Besitzer wechseln.

Es ging nun nur noch darum, ob der 58-Jährige diese Verkäufe gewerbsmäßig betrieben hatte, oder ob dies - wie er behauptete - nur ein Gelegenheitshandel gewesen wäre, weil er "die Waffen aus dem Haus haben wollte".

Es fiel dem Gericht schwer, dies zu glauben. Andererseits wäre ein lückenloser Nachweis nur mit großem Aufwand zu führen gewesen.

Also machte das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Heinrich Loeber dem Angeklagten das Angebot, dass ihn bei einem um-fassenden Geständnis nicht mehr als zwei Jahre und neun Monate Haft erwarten würden. Im anderen Fall würde das Strafmaß womöglich weit über drei Jahren lauten, zumal der Angeklagte bereits mit einem umfangreichen Vorstrafenregister angetreten war.

Nach intensiver Beratung mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Harald Baumgärtl, entschloss er sich dann doch dazu, reinen Tisch zu machen.

Staatsanwalt forderte drei Jahre Haft

Der Staatsanwalt beharrte in seinem Antrag dennoch auf drei Jahren Haft. Im Hinblick auf das große Gefahrenpotenzial, das von diesen Waffen ausgehe und im Hinblick auf Geschehnisse wie in Winnenden, wollte er seinen Strafantrag nicht niedriger stellen.

Rechtsanwalt Baumgärtl stimmte der Strafobergrenze des Gerichtes zu, weil auch er die Tatsachen des vollzogenen und geplanten Waffenhandels nicht kleinreden wollte.

Das Gericht sprach sich in seinem Urteil für eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten aus.

au

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