Wasserleitungsnetz wird umgebaut

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Der Hochbehälter Röselsberg I hat Risse, weil der Hang auf das Gebäude drückt. Deshalb wurde er vom Wasserleitungsnetz abgekoppelt und wird wohl auch nie wieder in Betrieb genommen.

Prien - Die beiden Speicherkammern des Wasserhochbehälters Röselsberg I werden voraussichtlich nie wieder voll laufen. Eine zusätzliche Pumpe am Wasserwerk im Eichental erhöht die Durchflussmenge.

Mit dem Einbau einer zusätzlichen Pumpe am Wasserwerk bei Pinswang und dem Bau einer neuen Verbindung vom benachbarten Behälter Röselsberg II ostwärts zur Hauptleitung ins Frasdorfer Gebiet soll das Versorgungsnetz umgebaut werden. So kann sich die Marktgemeinde eine wahrscheinlich teure Sanierung des beschädigten Hochbehälters sparen. Das Gebäude könnte, wenn die aktuelle Planung in die Tat umgesetzt wird, wohl irgendwann abgerissen werden.

Röselsberg I war im September aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden. An dem rund 50 Jahre alten Gebäude, dessen zwei Speicherkammern im Innern zusammen 250 Kubikmeter fassen, waren Risse entdeckt worden. Das Bauwerk liegt an einem Hang. Der war in Bewegung, hatte auf das Mauerwerk gedrückt und erste Risse verursacht. Wäre Röselberg I trotz der Schäden weiterbetrieben worden, hätte die Gemeinde durchgehend teure Proben durchführen lassen müssen, um laufend zu dokumentieren, ob das Wasser sauber oder durch die Schäden Keime eingedrungen sind. Wenn das passiert wäre, hätte der Speicher sofort vom Netz genommen werden müssen.

Zunächst war darüber nachgedacht worden, den Hochbehälter im nächsten Jahr zu sanieren. Inzwischen aber hat Wassermeister Tobias Kollmannsberger nach Beratungen mit Fachfirmen und hydraulischen Tests einen anderen, finanziell voraussichtlich günstigeren Plan entwickelt.

Die benachbarten Hochbehälter Röselsberg I und II (letzterer wurde vor rund zehn Jahren neu gebaut und fasst 500 Kubikmeter in zwei gleich großen Kammern) werden vom Priener Wasserwerk über kilometerlange Leitungen gespeist. Von dort wird Frischwasser in diese Speicher gepumpt. Oberhalb, also westlich von Atzing gabelt sich die Leitung aus Pinswang. Zwei separate Stränge verlaufen zu den beiden Hochbehältern.

Durch den Einbau einer zusätzlichen Pumpe im Wasserwerk wird nun die Durchflusskapazität der östlichen Hauptleitung erhöht, das fehlende Wasser aus Röselsberg I, das diese Leitung zusätzlich gespeist hatte, so kompensiert. Im Notfall kann nun mehr frisches Nass durch die östliche Hauptleitung in Richtung Frasdorf fließen. So wird gewährleistet, dass auch bei einem Brand mit Feuerwehreinsatz, wenn also große Mengen in kurzer Zeit gebraucht werden, genug Wasser zur Verfügung steht.

Vor Jahrzehnten, als bei der Gebietsreform Wildenwart zu Frasdorf eingemeindet wurde, hat Prien per Vertrag die Wasserversorgung von Teilen der Nachbargemeinde Frasdorf übernommen. Sogar der Söllhubener Sportplatz hängt noch am weit verzweigten Priener Netz.

Am Hochbehälter Röselsberg II wurden Kollmannsberger zufolge bereits die Voraussetzungen für den Anschluss einer neuen Leitung geschaffen. Diese soll unterhalb, also südlich, von Röselsberg I, vorbei an die Hauptleitung in Richtung Frasdorf angeschlossen werden, um deren Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen. Ihr genauer Verlauf steht noch nicht fest. Gebaut werden soll sie 2011.

Für die zusätzliche Pumpe im Wasserwerk und die neue Abzweigung von Röselsberg II investiere die Gemeinde heuer rund 50.000 Euro. Diese Summe stehe im Wasserhaushalt zur Verfügung, hatte Bürgermeister Jürgen Seifert in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates erklärt.

Für 2011 seien in der Haushaltsklausur des Gremiums bereits entsprechende Mittel für den Bau der neuen Verbindungsleitung eingeplant worden.

von Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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