Weststeg: Bau verzögert sich

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Der Bau des neuen Schwimmsteges am Westufer der Fraueninsel verzögert sich.

Fraueninsel - Der Bau des neuen Schwimmsteges am Westufer der Fraueninsel verzögert sich. Der Grund: Auf Anregung eines Ingenieurs hat der Gemeinderat Chiemsee in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Planung zu ändern.

Neu festgelegt hat er die Verankerung auf den ersten 50 der insgesamt rund 150 Meter. Auch in diesem Teilstück waren bislang Ankersteine geplant, jetzt aber sind mehrere Pfähle vorgesehen.

Nach vielen Diskussionen in den vergangenen Jahren hat die Gemeinde schließlich das Heft in die Hand genommen. Sie tritt nun als Bauherr auf. Zur Seite steht ihr der Wassersportverein Fraueninsel (WVF). Die Kosten für den Schwimmsteg betragen voraussichtlich knapp 250.000 Euro. Der Baubeginn war ursprünglich im nächsten Monat geplant, jetzt verschiebt er sich nach hinten - wie weit, bleibt vorerst offen.

Einen neuen Zeitplan will Bürgermeister Georg Huber, wie er in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung ausführte, erst dann ausgeben, wenn die Genehmigung durch das Landratsamt vorliegt. Er hoffe, dass die Änderung der Planung auf dem "kurzen Dienstweg" schnell bearbeitet werde. Ganz und gar nicht einverstanden wäre er, wenn die Behörde ein neues, langwieriges Verfahren fordern würde - für ihn, Huber, wäre dann ein Anlass gegeben, "auf der politischen Schiene aktiv zu werden".

Seit 2006 besteht eine genehmigte - damals noch im Kreis des WVF entstandene - Planung. Schließlich übernahm dann jedoch die Gemeinde die Bauträgerschaft. Und vor rund zwei Monaten machte sie Nägel mit Köpfen: Der Gemeinderat vergab den Auftrag für den Bau des Schwimmsteges an die Firma Ackermann in Norddeutschland.

In den letzten Wochen ergaben sich neue Anregungen für die Planung und Ausführung. Ingenieur Conrad Hansen, der die Firma Ackermann berät, stellte über seinen Arbeitgeber eine zweite Variante für die Verankerung zur Diskussion: Ein Steg könne nicht nur - wie auf der Fraueninsel geplant - über Ketten an schwere Steine, die in den Seeboden zu legen sind, "elastisch" angebunden werden, sondern auch an Pfählen, so genannten Dalben, festgemacht werden. Und für die ersten 50 Meter - also dort, wo das Wasser an der Fraueninsel noch nicht allzu tief ist - empfahl er, eben diesen zweiten Weg einzuschlagen und fünf Pfosten in den Seeboden zu rammen.

"Technisch besser"

Die Konstruktion mit Pfählen sei "technisch besser" als eine Verankerung über Steine und Ketten, sagt Hansen. Der an Pfosten festgemachte Steg sei am Ende "deutlich robuster". Zwischen den einzelnen Teilen ergeben sich Hansen zufolge "deutlich weniger Verschiebungen". Auch sei mit weniger Verschleißerscheinungen zu rechnen. Und der Aufwand für die Wartung sei viel geringer. So müssen etwa die Ketten laut dem Ingenieur immer wieder nachgespannt werden.

Pfähle einzuschlagen sei zwar die aufwändige Verankerung und "nicht günstiger". Im Falle des Schwimmsteges auf der Fraueninsel sei jedoch von Anfang an vorgesehen gewesen, zumindest einen Pfosten am Übergang vom Land zum Wasser zu setzen. Und wenn dann die schwere Maschine ohnehin schon vor Ort sei, dann sei der Aufwand, auch noch weitere Pfähle in den Boden zu treiben, nicht mehr allzu groß. Und Bürgermeister Huber ergänzt, er habe sich bereits versichern lassen, dass diese Variante tatsächlich nicht teurer komme.

Der Gemeinderat folgte nun der Empfehlung des Ingenieurs. Allerdings mit kleinen Abstrichen: So beschloss das Gremium, insgesamt nicht, wie von Hansen vorgeschlagen, fünf, sondern nur vier "Dalben" anzulegen. Nicht zur Debatte standen das zweite sowie das dritte und letzte Teilstück des Steges. In diesen Bereichen bleibt alles beim Alten, die Verankerung erfolgt über Ketten und Steine, die in den Boden versenkt werden.

Mit einer Gegenstimme von Georg Klampfleuthner (Freie Wählergemeinschaft) brachte das Gremium den Einbau von vier Pfählen in den Seeboden auf den Weg. Klampfleuthner sprach sich dagegen aus und sagte: "Wir haben schließlich einen genehmigten Bauplan für eine gute inselverträgliche Lösung."

th/pü/Chiemgau-Zeitung

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