Windkrafträder: Flächen festgelegt

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In der Planzeichnung sind die Gebiete für die möglichen Standorte für Windkrafträder lila eingezeichnet.

Höslwang - Im Mittelpunkt der letzten Gemeinderatsitzung stand die Festlegung von Flächen, die für Windkrafträder geeignet sind. Hier sehen Sie den Plan:

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Zur vierten Änderung des Flächennutzungsplanes "Sportplatz" wurden einige Änderungen beschlossen. Der geplante Trainingsplatz wird leicht gedreht. Dies schafft Platz, um die Stockbahnen zwischen den Fußballplätzen unterzubringen. Anstelle der Stockbahnen ist nördlich des Baches ein Allwetterplatz geplant. Der Vorschlag, den Trainingsplatz etwas zu verkleinern, wurde nicht aufgegriffen.

Von der Huber-Planungs-GmbH wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Festlegung von Windkraft- und Fotovoltaikstandorten vorgestellt. Mit der Änderung sollen Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen geschaffen werden. Unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Mindestabstände ergeben sich vier mögliche Standorte. Es sind 800 Meter Abstand zu Wohngebieten und 600 Meter zu Dorfgebieten und Einzelgehöften einzuhalten. 

Zu berücksichtigen sind auch Beeinträchtigungen der Umgebung durch Eiswurf, Lärm und Schlagschatten, wurde in der Sitzung deutlich. Die geeigneten Flächen befinden sich nördlich von Guntersberg an der Gemeindegrenze zu Halfing und zwischen Sonnering, Untergebertsham und Hangendobl.

Weitere Flächen sind im Zunhamer Moos zwischen Wimpasing und Arxtham sowie zwischen Unterhöslwang und Nöstlbach. Eine geeignete Fläche südlich von Höslwang wurde als Ausschlussfläche wegen der Beeinträchtigung der Ortsansicht eingestuft.

Weiterhin erklärte der Planer, dass Windräder über zehn Meter Höhe genehmigungspflichtig seien und über 80 Meter Höhe sei eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen seien seit Änderung der Zuschussrichtlinien kaum mehr rentabel, so Huber. Den Änderungen wurde zugestimmt.

Diskutiert wurden auch die Stellungnahmen und Einwendungen der Bürger und öffentlichen Träger zum Bebauungsplan Höslwang Süd. Abgelehnt wurde die Anregung des Bund Naturschutz Bayern, Sonnenkollektoren auf Baudenkmälern zuzulassen. Auf Initiative des Landkreises Rosenheim wurde der Punkt Geländemodelierungen bis maximal einen Meter als zulässig definiert. Antennenanlagen sind farblich dem Hintergrund anzupassen und Versorgungsleitungen sind unterirdisch auszuführen.

Auf den Einwand eines Anliegers wurde eine Grünfläche anders eingezeichnet, der Wegfall des Sichtdreieckes an der Einmündung zur Kreisstraße wurde jedoch abgelehnt. Die Darstellung im Flächennutzungsplan entspricht der Gesetzeslage. Hinzu kommt der Zusatz, dass die Höhe von Zäunen und Gartenmauern maximal 1,2 Meter betrage. Dem Einwand eines Anliegers in der Ortsmitte auf Streichung einer Grünfläche, um eine Baumöglichkeit offenzuhalten, wurde nur zum Teil entsprochen.

Eine Bebauung des Grundstückes wird wegen des rechtlich für die Gemeinde gesicherten Parkplatzes kaum möglich sein, so Planer Huber. Ein weiterer Einwand eines Anliegers betraf die Festsetzung, dass untergeordnete Anbauten wie Balkone und Erker maximal 1,50 Meter überstehen dürfen. Dies wurde jedoch durch den Gemeinderat abgelehnt. Alle beschlossenen Änderungen werden eingearbeitet und das Verfahren weitergeführt.

Intensiv debattiert wurde eine Feuerschutzverglasung für den Kindergarten. Unter dem Fluchtbalkon sei ein Fenster, welches im Brandfall den Fluchtweg gefährde. Die Vorschriften seien hier eindeutig, so Bürgermeister Josef Eisner. Ein F90-verglastes und gesichertes Fenster koste 6000 Euro, entsprechende Glasbausteine 4000 Euro.

Gemeinderat Hans Murner plädierte für das Zumauern des Fensters und eine bessere künstliche Beleuchtung. Bürgermeister Eisner entgegnete, dass nach den Baurichtlinien die Beleuchtung eines Raumes mit möglichst viel Tageslicht zu erfolgen habe.

Durch die Tiefe des Raumes sei es im hinteren Bereich "eh schon relativ dunkel". Nach eingehender Diskussion wurde mit 6:4 Stimmen für die Lösung mit Glasbausteinen gestimmt.

Gemeinderätin Anneliese Moser berichtete von Beschwerden über eine extrem laute Musik bis in die Morgenstunden bei einer Hochzeit im Klosterinnenhof. Zahlreiche Anwohner hatten sich beschwert. Der Bürgermeister führte aus, dass es sich hier um eine private Veranstaltung ohne Einbeziehung der Gemeinde gehandelt habe.

Als Nachtrag zur letzten Sitzung berichtete der Bürgermeister von einer Stellungnahme eines Sachverständigen des Landratsamtes zum Nussbaum im Almertshamer Baugebiet. Dieser riet, den Baum so zu belassen und die betroffenen Äste keinesfalls auf den Stamm einzukürzen.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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