Zahl der Übernachtungen stark rückläufig

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Prien - Alle sprechen vom Wetter - so auch die Priener. Die Touristikstatistik der ersten acht Monate dieses Jahres belegt: So kann es nicht weiter gehen.

Um die Chiemseegemeinde für die Urlauber (noch) attraktiver zu machen, muss das Angebot über die Ferienwochen im Sommer hinaus in der Nebensaison ausgeweitet werden.

Im Tourismus- und Wirtschaftsausschuss des Marktgemeinderats hat Ferdinand Reb, Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH (PTG), die Zahlen von Januar bis August mit denen desselben Zeitraums des Vorjahres verglichen. Danach wurden zwar mit 51.826 gerade mal 28 Gäste (minus 0,05 Prozent) weniger gezählt, doch aussagekräftiger ist die Zahl der Übernachtungen. Sie ging im verregneten Sommer 2010 mit 156.465 um 11.428 oder 6,81 Prozent rapide zurück. Das heißt: Die Urlauber halten zwar ihrem Urlaubsziel die Treue, reisen aber ob der Wetterunbill früher ab. Dies ist besonders stark auf den beiden Campingplätzen (minus 10,23 Prozent) und Ferienwohnungen (minus 9,17 Prozent) zu beobachten.

Eine Besonderheit stellen die Hotels und Gasthöfe dar: Sie verzeichneten ein Gästeplus von zwei beziehungsweise 4,74 Prozent, wobei die Übernachtungsdauer in der ersten Beherbergungskategorie um 3687 Tage (4,56 Prozent) zurückgegangen beziehungsweise um 241 Tage (15,47 Prozent) gestiegen war. Reb führt dies vor allem auf die alle drei Jahre im April in München angebotene Internationale Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte (bauma) zurück, von der auch Prien profitiere.

Wenn zudem noch die Zahlen von Jugendherberge, Kurkliniken und Yachtschule (von der die Augustziffern noch fehlen) hinzugezogen werden, ergibt sich für die acht Monate bei den Gästen ein Rückgang von 3,16 und bei den Übernachtungen von 6,13 Prozent.

Eingedenk dieser Zahlen sieht sich Bürgermeister Jürgen Seifert, wie er sagte, in den Bemühungen bestätigt, die "Zeit dazwischen", also zwischen Pfingsten und Sommerferien sowie danach, attraktiver zu gestalten. "Wir müssen dem Gast einen Grund liefern, sich für Prien zu entscheiden."

Und dies geschieht denn auch. Reb führte eine Reihe von Maßnahmen auf, die bereits in diesem Herbst Früchte tragen. So seien vor zwei Wochen 7000 Mails an Wanderer und Radler versandt worden, in denen auf entsprechende GPS-Karten verwiesen wird, die digital auf Computer oder Handy herunterzuladen sind. Bereits jeder zweite Empfänger habe schon auf dieses Angebot positiv reagiert.

Ferner hat die Tourismusgesellschaft die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Jeden Monat werden 1400 Medien bundesweit auf Besonderheiten wie Naturerlebnisführungen oder Wandertouren um den Chiemsee informiert. Was in Printmedien von der "Zeit" bis zur Regenbogenpresse seinen Niederschlag findet. Schließlich sollen noch in diesem Herbst auf "Facebook" bis zu 1000 neue "Freunde" gewonnen werden.

mt/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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