„Zeitgemäß Wohnen in alter Substanz“

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Aschau – Nils-Holger Moormann erhielt den Fassadenpreis 2008 der Gemeinde Aschau gemeinsam mit Kai-Adrian und Christine Weber sowie Wolfgang und Susanne Wörndl.

Die Jury aus den drei Bürgermeistern, den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses sowie Franz Feistl und Markus Heinrich besichtigte eine ganze Reihe von neu gebauten und neu renovierten Häusern im Gemeindebereich. Schließlich einigten sie sich auf drei herausragende Objekte, für die drei gleichberechtigte Preise vergeben wurden.

"Die Geschichte des denkmalgeschützten Anwesens Grattenbach 4, in dem heute Wolfgang und Susanne Wörndl wohnen, lässt sich bis ins Jahr 1668 urkundlich zurückverfolgen. Bemerkenswert ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Bestand und das Überführen der historischen Details in unsere Zeit und auf heutige Bedürfnisse. Kein Neubau hätte annähernd diesen Flair, kein Altbau wäre in dieser Form zeitgemäß bewohnbar. "Diese Bodenhaftung und diesen geschichtlichen Rückhalt dürfen die Preisträger als neue Bewohner nun genießen und weiterführen", hob Bürgermeister Werner Weyerer in seiner Laudatio die ausgezeichneten Bauten hervor.

Das Anwesen von Kai-Adrian und Christine Weber in der Engerndorfer Straße 16 macht in sehr angenehmer Weise auf sich aufmerksam. Nebengebäude und Wohnhaus scheinen trotz unterschiedlicher Ebenen und Inhalten wie aus einem Guss zu sein. Planer und Bauherr haben auf die Topografie eine überzeugende Antwort gefunden. Die Außenanlagen leisten überdies einen gewichtigen Beitrag zum harmonischen Gesamteindruck der Anlage. "Hier gehört alles zusammen", so die Begründung.

"Einen weiteren Preis erhält das Anwesen an der Kampenwandstraße 85, der ehemalige Petershof von Nils Holger Moormann. Das Haus blickt auf eine reiche und wechselvolle Geschichte bis ins Jahr 1550 zurück. "Wenn wir heute den Petershof betrachten, stehen wir vor einem schmucken Gebäude in beeindruckender Größe." Nils Holger Moormann habe sich eingereiht in die lange Liste der Vorbesitzer. Er habe die Verantwortung diesem Anwesen gegenüber angenommen und unter Einsatz von viel Zeit, Geduld und nicht zuletzt Geld in die Tat umgesetzt. Entscheidend sei gewesen, dass dieses geschichtsträchtige Anwesen in eine neue und zukunftsfähige Nutzung überführt wurde. "Wenn das auch noch in so gelungener, einfühlsamer und ansprechender Gestaltung geschieht, ist dies ein doppelter Glücksfall für Aschau und sein Ortsbild." Sowohl der Inhalt mit seiner Nutzung, als auch die Fassade stellten eine Bereicherung dar.

Mit einer Urkunde, einer Plakette und einem Anerkennungsbetrag von 250 Euro zeichnete Weyerer die drei Preisträger 2008 für die vorbildhaften Gebäude aus. Nach einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahre 1992 wird der Aschauer Fassadenpreis für Neubauten oder sanierte bestehende Bausubstanz vergeben unter der Voraussetzung, dass sich die Fassade vorbildlich an historischen Vorgaben orientiert oder sich überdurchschnittlich gut in das Orts- und Landschaftsbild einfügt. Bislang wurden in der Gemeinde Aschau seit dem Jahre 1992 insgesamt 27 Gebäude mit dem Fassadenpreis ausgezeichnet.

reh

Rubriklistenbild: © dpa

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