Zwei "Urgesteine" sagen Servus

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
In den Vorruhestand gehen Konrektorin Viktoria Puchstein und Werklehrer Anton Stefanutti (Zweiter von links). Blumen und Geschenke überreichten Rektor Hans-Joachim Reuter (links) und Bürgermeister Jürgen Seifert.

Prien - Die Franziska-Hager-Mittelschule verabschiedete am Dienstag zwei Lehrer, die über Jahre und Jahrzehnte Hunderte von Schülern in Prien unterrichtet haben.

In den Vorruhestand gehen Konrektorin Viktoria Puchstein und Werklehrer Anton Stefanutti. Sie galten im Kollegium als "Urgesteine". Bereits in den 70er- Jahren hatten sie ihren Dienst in Prien angetreten.

 Die Schüler hatten ihre Zeugnisse schon überreicht bekommen, als die Lehrer gestern zu einer "Verabschiedungskonferenz" zusammenkamen. In voller Zahl erschienen, gaben sie ihren beliebten, nun ausscheidenden Kollegen die besten Wünsche mit in den Ruhestand. Blumen und Geschenke überreichten Jürgen Seifert, Bürgermeister und Vorsitzender des Schulverbandes, sowie Rektor Hans-Joachim Reuter.

Nachdem Viktoria Puchstein ihr Abitur am Ludwig-Thoma-Gymnasium in Prien abgelegt hatte, machte sie erst einmal eine Schneiderlehre. Später jedoch wechselte sie dann ins Lehrfach. Nach ihrer pädagogischen Ausbildung in München kam sie 1976 als Lehramtsanwärterin an die Hauptschule Prien. Nach ihrem Referendariat war sie zunächst mobile Reserve mit der Stammschule Prien, ehe sie dann eine feste Anstellung als Lehrerin an "ihrer" Schule erhielt. 1993 stieg sie auf zur Konrektorin. Und als rechte Hand des Schulleiters übernahm sie in den folgenden Jahren vor allem auch viele organisatorische Aufgaben. Ein ums andere Mal trug etwa der Stundenplan die Handschrift der Konrektorin.

"Ich denke, Sie haben nicht nur einen Beruf, sondern eine Berufung gewählt", würdigte Seifert das Engagement von Puchstein. Er, Seifert, verabschiede sie "ungern", habe er in seiner Amtszeit doch stets "sehr gerne" mit ihr zusammengearbeitet. Und weiter sagte der Bürgermeister an Puchstein gewandt: "Sie waren für uns immer eine Hilfe. Sie waren sehr engagiert."

Reuter bedankte sich insbesondere für die Loyalität und Freundschaft. Mit Viktoria Puchstein verliere die Franziska-Hager-Mittelschule ein "gerütteltes Maß an organisatorischem und pädagogischem Talent". Das Kollegium habe stets ihre Ruhe und Freundlichkeit zu schätzen gewusst. Bereichert habe sie den Schulalltag nicht zuletzt auch mit ihren Fähigkeiten als Künstlerin.

Der Nachfolger von Puchstein steht schon fest. Der neue Konrektor kommt aus den eigenen Reihen der Mittelschule in Prien und heißt Marcus Hübl. Seit neun Jahren wird er in der Schule als kooperativer und umtriebiger Lehrer geschätzt.

Wie Viktoria Puchstein aus Greimharting ist auch Anton Stefanutti aus Übersee ein Urgestein, das jetzt die Schule verlässt. Auch er hatte einst zuerst einen Beruf erlernt. Zum Kfz-Mechaniker hatte er sich ausbilden lassen, ehe er dann seine Liebe zum Lehrberuf entdeckte und Nägel mit Köpfen machte. Nach seiner Ausbildung zum Werklehrer absolvierte er sein Referendariat zunächst noch weit entfernt von Prien und dem Chiemsee - und zwar in Cham. Dann jedoch schaffte er den Sprung an das Bayerische Meer. Vor 36 Jahren nahm er seine Lehrtätigkeit in Prien auf - und blieb "seiner" Schule dann bis zum gestrigen Tag treu.

Stefanutti habe über Jahre und Jahrzehnte, so Seifert, das "Wir-Gefühl" an der Schule hochgehalten. Und Reuter erinnerte dann insbesondere auch an einige Verdienste, die sich der aus dem Kollegium ausscheidende Werklehrer in all den Jahren erworben habe. So habe Stefanutti unter anderem einen wesentlichen Beitrag geleistet, als 2004 die erste Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Schule montiert worden sei. Außerdem trage der CAD-Raum, so wie er sich heute präsentiere, die Handschrift von Stefanutti. "Sie haben etwas bewegt", sagte Reuter an Stefanutti gewandt.

Während die Regierung bereits einen neuen Konrektor bestimmt hat, so ist die Nachfolge von Stefanutti bislang - zum Leidwesen der Schulleitung - noch nicht geregelt. Reuter sucht nach wie vor händeringend nach einem neuen Werklehrer, bislang jedoch erfolglos. Auch Puchstein, immer noch ganz die Konrektorin, die zwar in den Vorruhestand geht, den Stundenplan für das nächste Schuljahr aber, wie sie sagte, noch einmal erstellt, machte gestern kein Hehl daraus, dass die Sache "zum Verzweifeln" sei.

Kein neuer Werklehrer in Sicht

Der Hintergrund: Wer Werklehrer an einer Mittel- oder einer Realschule werden will, durchläuft dieselbe Ausbildung. Anschließend trifft er dann die Entscheidung, wo er hingeht. Nachvollziehbar ist, dass er die Realschule bevorzugt: Dort müsse er, so Puchstein, weniger arbeiten als an der Mittelstunde - und vor allem bekomme er dort mehr Gehalt.

pü/CHiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser