Peterlfeuer: Bis weit in die Nacht gefeiert

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Nußdorf - Das Peterlfeuer lockte heuer mehr als 200 Besucher auf den Festplatz neben der Pfarrkirche. Beim Schein des Feuers wurde das Fest bis weit in die Nacht gefeiert.

Kurz nach Sonnenuntergang wurde das Feuer entzündet und zog gleich zu Beginn vor allem die Kinder in den Bann. Sie beobachteten gespannt, wie der „Peterl“, die Strohpuppe an der Spitze des hoch aufgerichteten Holzhaufens, in Flammen aufging. Durch die Trockenheit der Tage zuvor und angefacht von kräftigem Wind, brannte das Feuer in kürzester Zeit mächtig auf und die Flammen flackerten meterhoch in den Nachthimmel. Wegen der großen Strahlungshitze musste sogar die Freiwillige Feuerwehr eingreifen, um nahestehende Bäume mit Wasser zu besprühen und so zu schützen.

Die Besucher versammelten sich zunächst in respektvollem Abstand zum Feuer und rückten immer näher, je mehr das Peterlfeuer niederbrannte. Bis weit in die Nacht wurde gefeiert und die Nußdorfer standen oder saßen am Feuer zusammen, erfreuten sich an der lauen Sommernacht und vergnügten sich beim gemütlichen Beisammensein, am Brotzeiten und an erfrischenden Getränken.

Übrigens: Das Peterlfeuer gehört zu den ältesten Brauchausübungen in Nußdorf. Es ist – wie viele kultische Feuerbräuche in den letzten Junitagen - als Sonnwendfeuer zu werten, das am Fest der beiden Märtyrer - Apostel Petrus und Paulus -abgebrannt wird. Weshalb eine Strohpuppe verbrannt wird, darüber gibt es verschiedene Deutungen. So soll es böse Geister und feindliche Naturmächte vertreiben. Andere Erklärungen sprechen davon, dass damit ein vorchristlicher Ritus bewahrt und christlich- biblisch umgedeutet wurde. Auch könnte es sein, dass mit dem Peterlfeuer um besonderes Wachstum der Natur und Segen angehalten wird.

Der Wendepunkt des Jahres und der Sommerbeginn am 21. Juni vereinigen eine Reihe alter Glaubensvorstellungen in sich. Feuerbräuche stellen dabei ein weit verbreitetes Brauchwesen dar. Sie wurden mit Heiligen verbunden, deren Gedenktage in diese Zeit fallen, wie Vitus am 15., Johannes am 24. oder Peter und Paul am 29. Juni.

pv

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