Auto geklaut, Unfall gebaut, angezündet

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Bernau - An der Bahnstrecke München-Salzburg wurde schon Anfang August ein brennendes Auto entdeckt. Die Täter, die den Renault gestohlen und nach einem Unfall anzündet hatten, konnten überführt werden. 

An der Brandstelle konnte die Polizei nur einen verunfallten und total ausgebrannten Pkw vorfinden. Vom Unfallfahrer fehlte jede Spur. Die Herkunft des Autos war zunächst unklar.

Das Auto war ein paar Tage davor in der Bernauer Filze aufgefallen. Nachdem der Pkw dort verschwunden war, wurde an der gleichen Stelle ein Fahrrad gefunden.

Nach einem Hinweis an die Ermittler der Priener Polizei, wurde bei zwei Tatverdächtigen in Bernau eine Wohnungsdurchsuchung durchgeführt. Den beiden 22- und 29-jährigen Bernauern wurden festgenommen. Nach anfänglichen Leugnen legten beide ein Geständnis ab.

Bereits vor ein paar Monaten klaute der 22-jährige einen Fahrzeugschlüssel aus einem Auto. Am ersten Augustsonntag war er mit einem 21-jährigen Komplizen aus Bernau und einer 18-jährigen ehemaligen Freundin aus Rosenheim unterwegs. Gemeinsam haben sich die drei für den Diebstahl des Renault Laguna, der auf einem Verkaufsgelände eines Autohändlers abgestellt war, entschlossen. Die 18-Jährige chauffierte die beiden Mittäter an der Shell-Tankstelle vorbei und weiter Richtung Bilching. Dort parkten sie den gestohlenen Wagen und holten sich an der nahegelegenen Tankstelle einen Kanister Benzin. Nachdem sie ihr "Diebesgut" aufgetankt hatten, fuhren sie quer durch Bernau. Das Auto parkten sie in der Garage des 22-jährigen Bernauers.

Am Wochenende darauf unternahm der 22-jährige mit dem 29-jährigen Bernauer eine Spritztour Richtung Prien. Um nicht größer aufzufallen holte sich der 22-jährige ein Kennzeichen von einem Anhänger und brachte es am Fahrzeug hinten an. Der 29-Jährige fuhr dabei durch Bernau und weiter auf den gesperrten Weg entlang der Bahnlinie, wo er dann aufgrund mangelnder Fahrpraxis und erhöhter Geschwindigkeit den Wagen nicht mehr unter Kontrolle halten konnte. Das Auto schleuderte in den Graben, nachdem es ein Andreaskreuz überfuhr. Im Wagen befand sich noch ein weiterer 22-jähriger Bernauer – glücklicherweise wurde keiner verletzt. Einen Führerschein hatte keiner der Beteiligten.

Die drei wollten zunächst versuchen, mit Unterstützung von Bekannten den Pkw wegzuschleppen. Die Freunde kamen zwar dorthin, konnten aber nicht helfen. Zudem erfuhren sie an der Unfallstelle, dass der Renault geklaut war – sie nahmen den 22-jährigen Bernauer mit.

Kurz darauf erkannten sie an der Unfallstelle einen Brand. Der 22-jährige Bernauer gab zu, den Innenraum des Autos mit Benzin aus dem Kanister überschüttet und in Brand gesetzt zu haben. Der Grund: er wollte Spuren vernichten, die die Polizei auf seine Fährte gebracht hätten.

Der Schaden beläuft sich auf knapp 6000 Euro. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Stellung eines Haftbefehls - nach dem Geständnis wurden beide auf freien Fuß gesetzt.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien am Chiemsee

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