Unfälle und Behinderungen im Kreis Traunstein

Schneefront sorgt für Alarm auf der Autobahn

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Traunstein - Am Sonntag, den 17. Januar, kam es aufgrund starker Schneefälle ab Nachmittag zu andauernden Behinderungen auf der Autobahn.

Gegen 14.30 Uhr kontrollierte eine Streife der Autobahnpolizei Siegsdorf zunächst an der Anschlußstelle Frasdorf einen 60jährigen Italiener, der mit seinem Audi Q7 vom Biathlon in Ruhpolding kam und wegen überhöhter Geschwindigkeit im Bereich Bernau auffiel. Während die Beamten ihn beanstandeten und sein Fahrzeugdach vom Schnee befreien ließen, fing es an stark zu schneien. Innerhalb weniger Minuten war dort die Fahrbahn weiß und die Sichtweite unter 100 Meter.

Als die Beamten anschließend in der Gegenrichtung den Bernauer Berg hinunterfuhren war dort vom Schnee noch keine Spur und im Bereich des Chiemsees die einen oder anderen Sonnenstrahlen zu sehen. Es dauerte aber nicht lange, bis es aufgrund der Schneefälle an der Steigung des Bernauer Bergs zu einem Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen kam. Eine Streife der Autobahnpolizei Siegsdorf unterstützte die Unfallaufnahme durch die VPI Rosenheim.

Aufgrund der sich abzeichnenden Wetterlage für den Bereich Traunstein und Berchtesgadener Land wurde frühzeitig mit der Autobahnmeisterei Siegsdorf Kontakt aufgenommen, um entsprechend vorbereitet zu sein. Dort war man personell gut aufgestellt und konnte im Fall der Fälle mit allen verfügbaren Winterdienstfahrzeugen ausrücken. Gut 1,5 Stunden später sollte dies der Fall sein und die Schneefront hatte den Bereich zwischen Grabenstätt und Siegsdorf voll im Griff. Für einen italienischen 40-Tonner, der Lebensmittel beförderte, war an einer Steigung zwischen Grabenstätt und der Rastanlage Hochfelln Süd auch gleich Schluß. Dadurch und aufgrund der der Witterungsverhältnisse kam es sogleich zu ersten Stauungen. Die beiden Lkw-Fahrer hatten jedoch nicht lange gefackelt und Schneeketten aufgezogen. Nachdem zudem ein Schneepflug die Spur vor dem Italiener freigeräumt hatte, konnte dieser wieder Fahrt aufnehmen und einen Parkplatz an der Rastanlage erreichen.

Um 18.30 Uhr wurde von einer Streife der PI Fahndung am Angerer Berg in Fahrtrichtung Salzburg ein im Graben hängender ungesicherter Pkw mitgeteilt. Als die Streife der Autobahnpolizei eintraf konnte dort tatsächlich ein italienischer Audi A3 festgestellt werden, dessen Heck noch in die Fahrbahn ragte und völlig ungesichert war. Der Pkw war versperrt und dessen Fahrer nicht aufzufinden. Das Fahrzeug wurde umgehend abgesichert und in weiterer Folge abgeschleppt. Der Grund für den Ausritt neben die Fahrbahn war anhand der montierten Sommerreifen sofort ersichtlich. Gerade als das Abschleppunternehmen den Pkw entfernt hatte, kam der Fahrer, ein 37-jähriger Marokkaner, mit Schneeketten in der Hand zurück. Dass es dafür zu spät war, machten die Beamten ihn klar. Neben einem Bußgeld von 155 Euro, wurden ihm auch die nicht unerheblichen Abschleppkosten, die ein Vielfaches dessen ausmachten, in Rechnung gestellt.

Kaum hatten die Beamten diesen Fall abgeschlossen und an der Anschlußstelle Bad Reichenhall gewendet, kam es gegen 19.25 Uhr zu einer erneuten Behinderung am Angerer Berg durch ein liegengebliebenes Fahrzeug, diesmal in Fahrtrichtung München. Den Vogel schoß jedoch vorher noch eine Mini-Fahrerin ab, als sie ihr Fahrzeug im Bereich Jechling in Fahrtrichtung München mittig auf den Fahrspuren abstellte, ausstieg und vom Schnee befreite. Als sie jedoch die mit Blaulicht herannahende Polizeistreife bemerkte, stieg sie schnell in ihr Fahrzeug und fuhr wieder weiter.

Die Streife mußte schließlich einen portugiesischen Mercedes Sprinter absichern, der an der Steigung mit seinen abgefahrenen Sommerreifen im Schneematsch kein Weiterkommen hatte und die rechte Spur blockierte. Zwei nacheinander fahrenden Schneepflügen war es zu verdanken, dass die Fahrbahn für den 34jährigen wieder befahrbar wurde. Die Streife eskortierte ihn von der Autobahn, untersagte danach die Weiterfahrt und zeigte ihn an.

Ab 20 Uhr beruhigte sich die Wetterlage zusehends und der Verkehr normalisierte sich wieder. Dem unermüdlichen Einsatz der Bediensteten der Autobahnmeisterei sowie den eingesetzten Beamten war es zu verdanken, dass es trotz starken Reiseverkehrs zu keinem Stillstand des Verkehrs im Zuständigkeitsbereich der Verkehrspolizei Traunstein kam.

Da auffällig viele Pkw-Fahrer unterwegs waren, die zwar ihre Fensterscheiben vom Schnee befreit, aber anscheinend die zum Teil sehr hohen Schneefracht auf dem Dach vergessen hatten, mussten durch die Polizeibeamten mehrere Fahrzeugführer angehalten und beanstandet werden. Eine nicht unerhebliche Gefahr durch diese Dachlasten geht nicht nur von einem plötzlichen Bremsmanöver und damit verbundener Sichtbehinderung beim Abrutschen über die Windschutzscheibe aus, sondern insbesondere auch für nachfolgende Verkehrsteilnehmer, wenn Schnee und Eis auf die Fahrbahn und Fahrzeuge fällt.

Pressemeldung Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

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