Flüchtlingsstrom aus Syrien

"Wir erwarten keine Entspannung der Lage!"

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Traunstein - Seit dem 1. Juli wurden laut der Fahndung Traunstein über 1100 Personen nach irregulärer Einreise im Grenzgebiet aufgegriffen. Der Polizeioberrat erwartet keine Entspannung:

Der Flüchtlingsstrom aus Syrien, Afghanistan und dem Irak hat zahlenmäßig in den letzten Wochen dramatisch zugelegt. Allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Fahndung wurden seit dem 01. Juli 1.112 Personen nach irregulärer Einreise im Grenzgebiet aufgegriffen. Darunter allein 130 Kinder, eine Vielzahl an Frauen und allein reisende Jugendliche. Hinzu kommen die Aufgriffe der Bundespolizei.

Die Vorgehensweise der international agierenden Schleuser hat sich dabei nicht geändert: Unter Nutzung auch kleinster Grenzübergänge werden Gruppen bis zu 40 Personen in Transportern in das bayerische Grenzgebiet zwischen Burghausen und Berchtesgaden gebracht. Dort angekommen werden die Flüchtlinge ihrem Schicksal überlassen und auf Parkplätzen, an Bahnhöfen oder einfach in freier Wildbahn ausgesetzt. So kommt es täglich innerhalb weniger Stunden zu bis zu 15 sogenannter Absetzungen.

Bereitschaftspolizei unterstützt

Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei gelingt es den Schleierfahndern jedoch, eine steigende Anzahl von Schleusern auf frischer Tat dingfest zu machen. Insgesamt 40 Schleuser wurden so seit 01. Juli festgenommen. In Laufe der Ermittlungen durch die Kriminalpolizei Traunstein konnte dadurch eine Vielzahl der Schleuser dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Schleuser stammen hauptsächlich aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, aber auch aus Deutschland. Der Schleuserlohn variiert in Abhängigkeit zur Reisestrecke. Aus Ungarn sind derzeit etwa 400 Euro pro Person an den Schleuser zu bezahlen. Um einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen, werden nicht selten bis zu 17 Personen in einfachen Vans transportiert.

Die Abarbeitung auf der Dienststelle in Piding/Urwies gestaltet sich aufgrund der hohen Aufgriffszahlen schwierig. Tagtäglich sind zwischen 70 und 160 Migranten erkennungsdienstlich zu behandeln, die Personalien zu erheben und Asylanträge aufzunehmen. Hierbei treten polizeiliche Belange in den Hintergrund. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Außentemperaturen müssen die Personen mit Getränken versorgt und verpflegt werden. Nicht nur einmal wurde die PI Fahndung hierbei durch das BRK und den Malteser Hilfsdienst tatkräftig unterstützt. Auf der Dienststelle sind nicht nur Babynahrung und Kinderkleidung vorhanden, auch Spielzeug und Wechselwäsche für die Erwachsenen gehört mittlerweile zur Ausstattung.

„Wir versuchen dabei, den Aufenthalt auf der Dienststelle so kurz als möglich zu halten, um die Personen schnellstmöglich an die Erstaufnahmeeinrichtung weiterleiten zu können. Die Situation bringt unsere Kollegen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei können wird dennoch auch die Schleusungskriminalität bekämpfen. Ich befürchte jedoch, dass wir auch langfristig keine Entspannung der Lage erwarten dürfen", so Bernhard Resch, Polizeioberrat Leiter PI Fahndung Traunstein.

Pressemeldung: Fahndung Traunstein

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