Eine oft vergessene Verkehrsregel

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Landkreis - Im heutigen VERKEHRSTIPP der Polizei geht es um das Thema Rettungsgasse. An diese Verkehrsregel halten sich  nur wenige Autofahrer und gefährden damit Menschenleben.

Die Rettungsgasse ist in Deutschland seit über 30 Jahren in §11 der Straßenverkehrsordnung gesetzlich geregelt. Allerdings halten sich nur wenige Autofahrer daran, obwohl die Umsetzung einfach ist und Leben retten kann.

Freie Gasse frühzeitig bilden

Der VERKEHRSTIPP der Polizei - regelmäßig auf rosenheim24.de

Ausgangssituation ist in der Regel ein Stau auf einer Autobahn oder einer Außerortsstraße mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Fahrtrichtung, der die Verkehrsteilnehmer zum Anhalten und Warten zwingt. Die Bildung einer Rettungsgasse soll den Einsatzfahrzeugen der Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen oder Abschleppdiensten eine leichtere und schnellere Durchfahrt zur Unfallstelle ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, wenn schwer verletzten Personen an der Unfallstelle auf Hilfe warten.

Dabei sollte die Gasse bereits beim Zufahren auf den Stau gebildet werden und nicht erst, wenn ein Einsatzfahrzeug mit Sondersignalen eine „freie Bahn“ benötigt.

So muss die Rettungsgasse auf Autobahnen aussehen

Bei zwei Fahrstreifen für eine Richtung:

Verkehrsteilnehmer fahren nach rechts und links an den Rand, damit in der Mitte eine Durchfahrt frei bleibt

Bei drei oder mehr Fahrstreifen für eine Richtung:

Autofahrer auf dem linken Fahrstreifen lenken ihr Fahrzeug an den linken Fahrbahnrand, Fahrer auf den rechts daneben liegenden Streifen fahren nach rechts. So entsteht zwischen dem äußersten linken und dem zweiten Fahrstreifen von links eine freie Fahrspur.

Standstreifen ist ungeeignet

Weitere Verkehrstipps:

Entgegen der Meinung vieler Autofahrer ist der Standstreifen als Rettungsgasse nicht geeignet, weil er oft nicht durchgehend ausgebaut ist oder von Pannenfahrzeugen blockiert wird.

Verwarnungsgeld droht

Ein Verstoß gegen die Vorschriften der Rettungsgasse kann mit Verwarnungsgeld geahndet werden.

Ähnliche Regeln zur Rettungsgasse gibt es auch in Slowenien, der Schweiz, Tschechien und in Österreich.

Verfasser: Christian Kagerer, Polizeihauptkommissar vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © pa

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