"Afrika ist eine andere Welt"

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Entspannt und zufrieden: Matthias Stampl (l.) und Markus Glück unterwegs.

Tittmoning - Markus Glück und Matthias Stampfl sind von dem bisher größten Abenteuer ihres Lebens zurück und sehen sich als Sieger.

Einen Monat waren die beiden Tittmoninger von Dresden über Dakar nach Banjul unterwegs. Über 7000 Kilometer legten sie in ihrem Jeep Cherokee Baujahr 1993 bei der Rallye Dresden-Dakar-Banjul zurück und sehen sich als Gewinner des Abenteuers. "Einen Gewinner gibt es in dem Sinn ja nicht", erklärt Matthias. "Aber unser Auto hat am meisten gebracht, deshalb sind wir eigentlich die Sieger", ergänzt Markus.

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"Die Reise ist das Ziel"

151.000 Dalasis hat ein Einheimischer für den Jeep bezahlt, der für einen guten Zweck versteigert wurde. Das sind 3775 Euro. "In Gambia ist der größte Schein ein Hunderter. 100 Dalasis sind ungefähr 2,50 Euro. Der Mann hat also mit einer Plastiktüte voll Geld bezahlt. Dabei musste er nur 25 Prozent der Summe direkt anzahlen", zeigen sich die beiden Abenteuerer immer noch fasziniert von dem Leben in Afrika.

"Wenn man in Afrika ankommt, ist das wie eine andere Welt", erinnert sich Markus. "Es geht drunter und drüber." Vor allem an die Kinder an den Straßen mussten sich die Tittmoninger erst gewöhnen. "Ich habe noch nie so viele Kinder gesehen", muss Matthias zugeben. Während sie in Marokko und Mauretanien eher gebettelt hätten, hätten sie sich in Senegal und Gambia gefreut und geklatscht, aber natürlich auch gerne Geschenke genommen. "Die können alles brauchen", lacht Matthias. "Sogar ein Snowboard haben wir verkauft."

Das Snowboard hatten andere Rallyteilnehmer dabei. Sie wollten damit Dünenboarden. "Das hat leider nicht so funktioniert", lacht Matthias. "Ich habe es mit den Ski probiert, war aber nicht so glorreich." Also wurde das Snowboard kurzer Hand bei einem Kunststoffschneemann in Banjul abgestellt. Markus und Matthias nutzten es, um die für die Versteigerung wichtigen Daten darauf zu schreiben und platzierten es in ihrem Jepp. Das fand ein Afrikaner so toll, dass er 50 Dalasis dafür zahlte (ungefähr einen Euro). "Wir haben das Geld den urspünglichen Snowboardbesitzern gegeben. Die haben das Board von einem Freund geschenkt bekommen, dem sie jetzt die 50 Dalasis mitbringen werden."

Bildliche Eindrücke von Matthias und Markus:

Markus und Matthias unterwegs

Nicht nur am Ziel kamen Matthias und Markus mit anderen Rallyeteilnehmern zusammen. "Wir sind in einer kleinen Gruppe von vier bis fünf Autos gemeinsam über die Berge gefahren. Jeder wußte eine andere Sehenswürdigkeit zum Anschauen, so haben wir wirklich was gesehen", freuen sich die beiden. Und obwohl sie einen Monat lang ununterbrochen auf engstem Raum zusammen waren, hat es keine Probleme gegeben. Im Gegenteil, gleich nach ihrer Rückkehr verbringen sie weiter ihre Freizeit miteinander. Und der nächste Trip ist auch schon in Planung: "Wir machen ja jedes Jahr eine Moped-Tour", lacht Matthias. "Die ist Pflichttermin." Wo es genau hingehen soll, wissen sie noch nicht, "vielleicht in den Schwarzwald oder in den Bayerischen Wald." In Italien und am Großglockner waren sie nämlich schon.

Auch wenn die Rallye Dresden-Dakar-Banjul ihr bisher größtes Abenteuer war, würden sie weder Markus noch Matthias noch einmal machen. Allerdings hat ein anderer Teilnehmer bereits eine andere Rallye vorgeschlagen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die beiden wieder aufbrechen.

Das Auto:

Rallye Dresden-Dakar-Banjul von Tittmoning aus

Zuvor allerdings wollen sie ihre Afrika-Party wiederholen. Die haben sie vor ihrer Rallye für Freunde veranstaltet, um eine kleine Finanzsspritze für das Abenteuer zu bekommen. Seit sie wissen, wo das Geld in Afrika landet, reift die Überlegung in ihnen, jedes Jahr eine solche Party zu machen und das eingenommene Geld der Stiftung der Rallye zukommen zu lassen. Letztlich stand also nicht nur der Spaß im Vordergrund, sondern auch der gute Zweck. Deshalb wollen sich beiden auch noch bei ihren Sponsoren bedanken, die den Trip erst möglich gemacht haben.

Hier geht's zu den Sponsoren.

cz

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