Wie schwer ist eigentlich ein Sandsack?

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Ainring - Die Feuerwehr Ainring veranstaltete einen Berufsfeuerwehrtag zur Nachwuchsgewinnung und die Jugendlichen zeigten reges Interesse.

„Wie hoch schlagen echte Flammen in den Himmel?“, „Habt ihr neben dem Feuerwehrdienst noch einen anderen Beruf?“, „Wie schwer ist eigentlich ein Sandsack?“, all diese Fragen mussten von der aktiven Mannschaft und den Jugendausbildern der Feuerwehr Ainring beantwortet werden. Und dabei stieß man fast an seine Grenzen, galt es doch 30 Kinder und Jugendliche über 24 Stunden verteilt mit der Arbeit der Feuerwehr vertraut zu machen.

Eine lange Vorbereitungszeit ging dieser Veranstaltung voraus. Bestens geplant vom stellvertretenden Jugendwart Gerhard Kufner und dem Gerätewart der Ainringer Wehr, Andreas Krautz, gestaltete sich der Tag für die begeisterte Menge zu einem unvergesslichen Tag. Kurz nach der Begrüßung durch Kreisbrandinspektor Heini Waldhutter und Kreisjugendwart Hans Grabner ging es los. Galt es doch die Mannschaft einzukleiden und das junge Personal auf die Fahrzeuge zu verteilen. Vor dem Frühstück bezeugte Bürgermeister Hans Eschlberger, welchen Stellenwert die Arbeit der Feuerwehr für die Bürger der Gemeinde habe.

Plötzlicher Alarm

Gegen halb zehn startete die Ausbildung mit einer Unterrichtseinheit zur Fahrzeugkunde. Gerade wollte man zum praktischen Teil aufstehen, da ertönte der erste Alarm. 9.38 Uhr: „Einsatz für Florian Ainring – Damm am Saalachufer droht zu brechen.“ Doch die Neumitglieder waren schnell zu Stelle. Nach wenigen Sekunden verließen die vollbesetzten Fahrzeuge die Hallen. Und der Damm am ehemaligen Klärwerk, der für dieses Szenario herhalten musste, drohte auf mehreren hundert Metern zu brechen. Schnell wurde von einem ortsansässigen Holzbauunternehmen ein Lastwagen zur Verfügung gestellt, mit dem man auf Paletten verlastete Sandsäcke zur Einsatzstelle transportieren konnte. Jetzt kamen die jungen Frauen und Männer ins Schwitzen. Doch leider waren alle Mühen vergebens. Der Damm war nicht zu halten und musste evakuiert werden. Ähnlich wie es an vielen Orten in Deutschland traurige Wirklichkeit geworden war.

Zurück an der Wache ging es weiter mit der Fahrzeugkunde und der Fahrzeugpflege, während im Hintergrund viele fleißige Hände das Mittagessen für nunmehr 40 Teilnehmer bereiten mussten. Doch erneut tönte eine alte Feuerwehrsirene, die an diesem Tag als Alarmgeber herhalten musste, und man war erneut gefordert. Diesmal lautete die Einsatzmeldung: „Verkehrsunfall in der Gewerbestraße – Lkw mit Radfahrern – mehrere Personen verletzt.“ Auch dieses Einsatzbeispiel wurde von der Jugend bestmöglich bewältigt.

In den Schacht gefallen

Gegen Mittag bereiteten die Ausbilder einen Unterricht nach, der einsatzbedingt ausfallen musste. Wenn die Feuerwehr in Gruppenstärke (acht plus eins) zu einem Brandeinsatz ausrückt bezeichnet man das als die Gruppe im Löscheinsatz. Nach dem Mittagessen gab es eine kurze Rast für Mannschaft und Helfer ehe man erneut die Wache verließ. Einsatz für Florian Ainring: „Person in Schacht gefallen“. Mit einem Flaschenzug wurden die „Verletzten“ aus einem Schacht im ehemaligen Klärwerk befreit. Zum Feuerwehrsport, der regulär jeden Montagabend in der Sporthalle Mitterfelden stattfindet, ging man ins nahe gelegen Schwimmbad um sich mit Beachvolleyball und einigen Bahnen im kühlen Nass fit zu halten.

Unterdessen wurde von Marina Wimmer und Heinz Buchinger das Abendessen bereitet. Für viele junge interessierte Teilnehmer hieß es nun Abschied nehmen von einem Tag bei der Feuerwehr, da es aus versicherungstechnischen Gründen nur den aktiven Mitgliedern der Jugendfeuerwehr erlaubt war die Nacht an im neuen Feuerwehrhaus zu verbringen. 20.30 Uhr: Verkehrsunfall am Bauhof – mehrere Personen eingeklemmt“. 23.00 Uhr! Endlich Nachtruhe. Kurze Zeit später: „Brand einer Lagerhalle“. Als man gegen Mitternacht wieder eingerückt war fielen alle Beteiligten in die vom Jugendrotkreuz zur Verfügung gestellten Feldbetten.

Erst gegen 6.15 Uhr schreckte ein Garagenbrand in Winkeln die verschlafene Menge aus den Federn. Hier musste ein Raum mit einem Überdrucklüfter vom Rauch befreit und vollständig „abgelöscht“ werden. Nach dem Frühstück zeigte sich so manche Ermüdungserscheinung als es hieß die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. Doch welches Fazit bleibt? In Zahlen gesprochen waren 50 Männer und Frauen am Berufsfeuerwehrtag der Feuerwehr Ainring beteiligt. Davon waren 30 Jugendliche zu verzeichnen, die ausnahmslos hervorragend mitgearbeitet haben. Die Ainringer Wehr zeigte erneut Geschlossenheit, als es darum ging die schweren Fahrzeuge zu bewegen, die Mannschaft zu versorgen und Übungsszenarien auf- und abzubauen. „Sandsäcke sind verdammt schwer, doch so einen Tag muss es unbedingt mal wieder geben“, gab ein kleines Mädchen den Feuerwehrleuten mit auf den Weg.

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Quelle: BGland24.de

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