Erschließungsprojekt am Högl

Forststraße vom Bürgermeister eingeweiht

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Schweißtreibende Straßeneröffnung: Links BM Eschlberger, recht Leiter der Forstbehörde Alfons Leitenbacher, hinten Förster Stefan Köcher

Ainring - Im Beisein zahlreicher Waldbesitzer wurde die etwa zwei Kilometer lange Högl-Forststraße am Thundorfer Berg von Bürgermeister Hans Eschlberger eingeweiht.

„Wir wollen unsere Wälder ökologisch, aber auch ökonomisch sinnvoll nutzen und dazu ist eine straßenmäßige Walderschließung absolut sinnvoll und notwendig“, betonte Hans Eschlberger in seiner Begrüßung. 

Er lobte die hervorragende Zusammenarbeit von Grundbesitzern, Forstbehörde und der Gemeinde als Projektträger. Auch Alfons Leitenbacher hob die Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten hervor. Sein besonderer Dank ging an die Waldbesitzer, die ausnahmslos hinter der Maßnahme gestanden hätten. „Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass dies nicht selbstverständlich ist.“ 

Leitenbacher ging auch auf Kritik ein, die hin und wieder zum Bau von Forststraßen zu hören ist.„Der Wald kommt in seinen vielfältigen Funktionen der Allgemeinheit zugute. Um dies zu gewährleisten, ist eine vernünftige und nachhaltige Erschließung und Bewirtschaftung unabdingbar.“ Die Zeiten seien halt vorbei,„wo ma mit’m Ross oder mit’m Ziachschlittn zum Hoizmacha außigeht“.

Die Kosten von rund 340.000 Euro bezeichnete Leitenbacher als vergleichsweise niedrig und als „sinnvolle Investition in die Zukunft“. Er habe vor kurzem gelesen, dass eine Radwegunterführung ganz in der Nähe 370.000 Euro gekostet hat.„Ich will es nicht bewerten, aber spontan möcht ich sagen, dass wir von der Forststraße mehr haben.“ Dank und Anerkennung sprach der Behördenleiter an Stefan Köcher aus, der als „tüchtiger Förster“ nicht nur dieses, sondern auch viele andere Projekte mit großem Einsatz vorangebracht habe. „Er hat sehr, sehr viele Leistungen zum Wohle unseres Waldes und unserer Waldbesitzer erbracht“, sagte Leitenbacher unter Hinweis auf den bevorstehenden Ruhestand des beliebten und anerkannten Forstmannes. 

Zur offiziellen Eröffnung seines letzten Großprojektes hatte sich Stefan Köcher dann auch noch was Besonderes ausgedacht: Anstatt des obligatorischen roten Bandes durften Hans Eschlberger und Alfons Leitenbacher mit einer alten „Wiangsog“ einen schmächtigen Stamm durchsägen und damit die Straße symbolisch ihrer Bestimmung übergeben. 

Im Rahmen eines Spaziergangs auf dem neuen Weg gingen Alfons Leitenbacher und Stefan Köcher auf die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen ein.„Grundsätzlich wollen wir mit einer guten Erschließung einen naturnäheren Waldbau fördern.“ 

Die Holzernte könne viel kleinräumiger erfolgen, so durch Einzelstammnutzung oder durch femelartige Auflichtung. Dies wiederum begünstige die Naturverjüngung von empfindlichen Baumarten, wie beispielsweise der Tanne.„Das Holz als „Frucht“ wird geerntet, aber der Wald bleibt.“

Angesprochen wurde auch die formal-rechtliche Situation. Demnach sei für die vielen kleineren privaten Waldbesitzer ein gemeinsamer Weg auch deshalb sinnvoll, weil damit das Durchfahrtsrecht geregelt werde. 

Forstwege seien besitzrechtlich bei den Grundanliegern, verkehrsrechtlich würden sie zum ausgebauten öffentlichen Feld- und Waldweg gewidmet. Damit sei die Straße frei für land- und forstwirtschaftliche Nutzung.Profitieren würde aber auch die Allgemeinheit, denn nach dem Naturschutzrecht ist beispielsweise auch die Benutzung durch Radfahrer (im Unterschied zu Österreich, Anmerkung der Redaktion) erlaubt. Bürgermeister Eschlberger ließ es sich anschließend nicht nehmen, die Gäste auf eine kleine Brotzeit zum Wirt nach Straß einzuladen. Anhand von Bildern ließ Stefan Köcher den Wegebau noch einmal Revue passieren und gab ergänzende Erläuterungen. Die Straße verlaufe in einem geologisch betrachtet recht schwierigen Gelände. 

Im Flysch (abgeleitet von „fließen“) sei der Waldboden zwar besonders tiefgründig und fruchtbar, gerate aber im hängenden Gelände wie am Högl besonders nach starken Niederschlägen häufig in Bewegung. So wurden beim tagelangen Starkregen im Juni 2013 mehrere Muren ausgelöst, deren Beseitigung den Baufortschritt erheblich beeinträchtigt hätten. 

Interessante Einblicke gab Köcher in die Technik des Forstwegebaus. Zunächst wurde die Trasse ausgekoffert und mit einem geotextilen Flies ausgelegt. Damit soll verhindert werden, dass sich die 60 Zentimeter hohe Kiesschüttung mit dem Boden verbindet. „8.000 Tonnen Kies haben wir für die zwei Kilometer Wegstrecke benötigt“, erklärte Stefan Köcher. 

Holzverbauungen, sogenannte Krainerwände, seien ebenso notwendig gewesen, wie eine gute Entwässerung der Fahrbahn mit seitlichen Entwässerungsgräben und Durchlässen von mindestens 60 Zentimetern. Abschließend appellierte Köcher an die Waldbesitzer, pfleglich mit der Straße umzugehen und Instandhaltungsarbeiten zuverlässig durchzuführen.Mit einem Buchgeschenk bedankte sich Hans Eschlberger bei Stefan Köcher für sein„Meisterwerk“ und wünschte ihm schon im Voraus einen erbaulichen Ruhestand.

nh

Quelle: BGland24.de

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