Neues aus dem Rupertihof in Ainring - Interview Teil 2

Hansi Berger: "Ich wachse am Neid der Anderen"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Hansi Berger im Interview

Ainring - Musikkarriere und Koch im elterlichen Betrieb. Alles in allem nicht wirklich familienfreundliche Arbeitszeiten. In unserem zweiten Interviewteil erzählt uns Hansi Berger aus seinem Privatleben:

Hansi Berger, der Sohn von dem Singenden Wirt Thomas Berger aus dem Rupertihof in Ainring ist mittlerweile kaum weniger berühmt wie sein Vater. Im ersten Teil unseres Interviews haben wir ihn befragt zum Thema Musik. Heute plaudert er aus dem Nähkästchen, was sein Privatleben betrifft.

Hansi, Du kochst, Du machst Musik, dann noch der elterliche Betrieb in den Du involviert bist, Dein Tag scheint mehr wie 24-Stunden zu haben. Wie muss die Frau ausschauen, die dieses Leben und vor allem Dich aushält und die Du festhälst? 

Leider habe ich bis zum heutigen Tag keine gefunden, die es mit mir aushält und in die ich mich so richtig verliebt habe. Ich bin der Meinung, die Liebe sucht man nicht, die kommt zu einem. Im Moment bin ich ein glücklicher Single, aber ich bin mir sicher, irgendwann kommt der Tag, an dem die Richtige kommt, mit der ich mein Leben teilen kann und die es mit mir verrücktem Menschen aushält.

Und wenn sie absolut unmusikalisch ist oder aus einer völlig anderen Musikrichtung kommt? Würde Hansi Berger dann zum Beispiel auch zu Rappen beginnen?

Das wäre mir vollkommen egal, ob sie unmusikalisch wäre. Vor zwei Jahren noch hätte ich gesagt, so etwas wie "I hob koa Bier mehr" oder "Du da du" würde ich nie singen. Aber ich bin immer für alles offen. Ob ein Hansi Berger auch mal rapped, man darf niemals nie sagen. Wer weiß schon, was alles in seinem Leben noch geschieht?

Du hast zwei Geschwister. Deine ältere Schwester leitet das Ulrichshögl in Ainring und Dein jüngerer Bruder kellnert im Rupertihof. Neben Deinem Vater, hast Du ebenfalls einen hohen Bekanntheitsgrad. Sorgt das nicht für Neid unter Euch Geschwistern?

Der Thomas, mein kleiner Bruder macht den Service und macht das hervorragend, obwohl er ja noch recht jung ist. Aber er ist auch ein wahnsinnig lieber Kerl. Für den Thomas war das Berger-Unternehmen zunächst nicht einfach, denn er ist bei meiner Mutter aufgewachsen und meine Schwester und ich beim Vater. Aber wir halten trotzdem alle fest zusammen. Er weiß, dass er von mir als großem Bruder viel lernen kann, aber ich kann auch viel von ihm lernen. Ich denke wo der eine seine Stärken hat, hat der andere seine Schwächen und das gleicht sich wunderbar aus. Dann habe ich noch eine ältere Schwester, sie hat das Ulrichshögl gemacht und uns aber leider 2014 kurz vor Weihnachten ganz überraschend verlassen. Seitdem haben wir leider keinen Kontakt mehr miteinander. Das Gastronomiegeschäft ist sehr zeitaufwendig. Ich persönlich glaube, dass ihr Freund nicht wirklich gut damit zurecht gekommen ist, dass man wenig Zeit hat, wenn man ein Geschäft führt. Daran kann man jetzt leider nichts mehr ändern. Das ist sehr schade, aber passiert so im Leben.

Apropos Neid – Ihr seid eine bekannte Familie, können die Ainringer Erfolg gönnen?

Nun da ist zunächst mal mein Vater, der schon immer sehr erfolgreich war und so natürlich auch viele Neider hat(te). Er war viele Jahre mit insgesamt 90 Bussen der größte Busunternehmer in Europa, er ist mit der Musik und dem Ruperti-Unternehmen sehr erfolgreich und baut gerade ein neues Luxus-Chalet-Dorf, das ihm auch viele nicht gönnen. Weder, dass er in der Lage ist, dieses zu bauen, und erst recht nicht, dass er damit Erfolg hat. Aber mein Vater wächst am Neid der anderen und steht da drüber, denn der Erfolg gibt ihm Recht. 

Was mich angeht, ich stand immer schon viel im Mittelpunkt, weil ich einfach der Sohn vom Thomas Berger bin und selber auch seit Kindheit auf der Bühne stehe. Das schafft ebenfalls viele Neider. Das hat im Kindergarten schon angefangen, dass ich ausgegrenzt wurde und viele Geschichten passiert sind, die nicht so wirklich nett waren. Aber was ich durch Neid in  Ainring oder in meinem Umfeld erlebt habe, hat mich eigentlich nur darin bestärkt noch mehr Gas zu geben und mich nicht beirren zu lassen. Gottseidank sind das aber auch nur einige wenige und ich denke man sollte sich nicht beirren und auch nicht vom Weg abbringen lassen. Ich nehme mir so etwas auch Gottseidank nicht wirklich groß zu Herzen. 

Du kochst leidenschaftlich gerne und begeisterst auch Eure Gäste mit Deinen Kochkünsten. Was ist Dein Lieblingsgericht und was hast Du schon einmal so vermurkst am Kochtopf, dass die Gäste länger warten mussten bis zum Essen?

Kochen ist meine Leidenschaft und Koch ist für mich einer der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Beruf. Als Koch lernt man jeden Tag dazu. Auch wenn man ein Gericht kochen kann, kann man das immer noch jeden Tag verändern. Wenn jemand noch keinen Lehrberuf hat, kann ich diese Ausbildung nur jedem empfehlen. Leider werden die Berufsschulklassen immer leerer, weil einfach niemand mehr diese Arbeitszeiten haben will. Das ist sehr schade und das merkt man in der Gastronomie leider auch.

Mein tägliches Lieblingsgericht sind Wurstsemmeln im Alltag, weil ich sieben Tage die Woche arbeite und einfach keine Zeit habe für mich zu kochen oder in Ruhe zu Essen. Wenn ich mal Essen gehe, dann liebe ich Steak oder die italienische Küche. Fleisch gehört für mich auf jeden Fall dazu. Und ein Gericht so richtig vermurkst? Also vermurkst sicherlich nicht, denn wenn mal etwas nicht so optimal war, dann habe ich es doch immer hinbekommen. Wenn das Restaurant voll ist und man à la carte kocht kann es natürlich schon mal länger dauern weil viel zu tun ist, aber das ist ja normal.

Googelt man Hansi Berger, dann gibt es nur den Hansi Berger in Lederhose und Tracht. Gibt es auch einen Hansi Berger ohne Tracht und Haferlschuh?

Ich glaub ich hab die Lederhosen 340 Tage im Jahr an. Ich stehe damit in der Metzgerei, in der Küche, auf der Bühne oder an der Rezeption. Die Lederhose gehört zu mir dazu und ich hab sie schon immer an. Es gab vor zehn Jahren mal eine Zeit, da wurde man mit der Lederhose belächelt, aber mittlerweile ist sie wieder im Trend und man ist cool wenn man eine hat. Aber zu mir gehörte sie immer schon dazu.

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Ainring

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser