Kommt Bergers Chalet-Dorf anderen in die Quere?

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Ainring - Konflikte im Bauausschuss: Nach einem Antrag sollte ein längst genehmigter Bebauungsplan aufgehoben werden. Und: Kommt Thomas Bergers Chalet-Dorf anderen Bauvorhaben in die Quere?

In der Bauausschusssitzung vom vergangenen Montag unter der erstmaligen Leitung von 3. Bürgermeisterin Rosemarie Bernauer, ursächlich begründet, weil die beiden anderen Bürgermeister Hans Eschlberger und Gerhard Kern terminlich an anderen Örtlichkeiten gebunden waren, stand unter anderem auf der Tagesordnung der Antrag von Franz Wisbacher. Er will die Aufhebung bzw. Neugestaltung des rechtsgültigen Bebauungsplanes Ainring A und zwar auch im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Sondergebiet Chaletdorf, das sein Nachbar Thomas Berger beabsichtigt.

Eingangs erinnerte Klaus Kalb vom gemeindlichen Bauamt, dass der Antrag von Franz Wisbacher bereits Beratungspunkt in der Bauausschusssitzung vom 9. März gewesen sei, seinerseits jedoch zurückgestellt werden musste wegen Einholung diverser Gutachten, die in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates – wir berichteten - vorgestellt worden seien.

In dem vorliegenden Schreiben von Franz Wisbacher hatte dieser folgendes ausgeführt: „Im rechtskräftigen Bebauungsplan Ainring A vom 20. Dezember 1994 wurde bekanntlich dessen Geltungsbereich festgelegt. Dieser Geltungsbereich umfasst eindeutig auch die Zufahrtstraße von der Kreisstraße BGL 10 zum ehemaligen „Neuwirtsgrundstück" Flurnummer 39 der Gemarkung. Ohne Rücksicht auf diese Tatsache wurde das am Campingplatz anliegende Teilstück dieser Zufahrt durch den Bebauungsplan Bayern-Chalets überplant und mit die rechtsgültigen Auflagen im dazugehörigen Grünordnungsplan missachtet. Zudem wurde bei der Genehmigung der zwei Musterchalets der gültige Bebauungsplan Ainring A nicht mit einbezogen. Aufgrund der zu erwartenden Lärmimmissionen zu den bestehenden Chalets ist diese Zufahrt kaum noch zu verwirklichen und die im Bebauungsplan aufgeführte Hotelanlage mit Veranstaltungssaal somit in Frage gestellt."

Franz Wisbacher in seinem Schreiben: „Aufgrund der neu geschaffenen Situation stelle ich hiermit den Antrag, den Bebauungsplan Ainring A zu überprüfen. Neu zu gestalten oder sogar aufzuheben. Die Festsetzungen des Bebauungsplans A „Sondergebiet" sind mit den Planungsabsichten Bebauungsplan Bayern-Chalets keinesfalls mehr zu vereinbaren." Ergänzend verweist Wisbacher, dass die Zufahrt vom Campingplatz im öffentlichen Interesse geschaffen worden sei, um das Dorfgebiet von weiteren Verkehrsaufkommen freizuhalten, welches der Hotel- und Veranstaltungssaalneubau mit sich bringen würde. Wisbacher in seinem Schlusskommentar: „Der Gemeinderat war sich von 1994 bis 1998 hierfür auch nicht zu schade, ein Enteignungsverfahren gegen mich zu betreiben, um die öffentlichen Belange in dieser Angelegenheit durchzusetzen."

Klaus Kalb berichtete über die Verwaltungs-Stellnahme, dass hier in der Tat ein Thema angesprochen werde, welches noch näher betrachtet und besprochen werden müsse. Insbesondere auch vor dem Hintergrund der kürzlich getroffenen Beschlussfassung zu dem Weg im Zusammenhang mit der Ausweisung eines Chalet-Dorfes am Campingplatz. Es habe sich – so Klaus Kalb – zwar die Situation seit der Diskussionen in den 90er-Jahren grundlegend dahingehend geändert, dass nunmehr die Belastung in dem Sondergebietsquartier „Beherbergung" im Bebauungsplan Ainring A durch Busverkehr drastisch verringert sei. Die Anreisenden kommen nunmehr überwiegend mit eigenem Pkw. Dennoch sollte die Erschließungssituation genauer betrachtet werden. Dabei spiele auch eine Rolle, ob entsprechend der derzeit rechtgültigen Festsetzung im Bebauungsplan A tatsächlich ein Hotelkomplex am sogenannten „Neuwirtsgrundstück" entstehen könnte, oder ob ein großer Veranstaltungssaal - wie von Thomas Berger als Idee im Schreiben an die Gemeinderäte angesprochen - Aussicht auf Realisierung habe. Seitens der Gemeinde solle auf jeden Fall vermeiden werden, dass die aktuell bestehende Zufahrt (im Bebauungsplan Ainring A als „private Zufahrt" bezeichnet) geschlossen und dafür dann eine weitere Zubringerstraße gebaut werden müsste.

Klaus Kalb betonte aus Sicht der Verwaltung die Notwendigkeit zur endgültigen Entscheidungsfindung. Inbegriffen ist die Erstellung eines Verkehrsgutachtens, welches die kompletten Zusammenhänge im Zusammenspiel mit dem Bebauungsplan Ainring A, dem geplanten Bebauungsplan Chalet-Dorf und den möglichen Entwicklungen im Bereich des „Sondergebietes „Beherbergung" untersucht und beleuchtet und eine Empfehlung an die Gemeinde erarbeitet. Als erforderlich gilt nach Ansicht des Bauamtes die Einbeziehung von Hans Romstätter, planender Architekt des Bebauungsplanes Chalet-Dorf, der von Romstätter vorgeschlagene Gutachter Dipl. Ing. Fahrenberg. Zudem erforderlich sei die explizite Aussage des Immissionsschutzgutachters Steger, ob die Planung des Chalet-Dorfes in dieser Form unmöglich gemacht werde, wenn über die fragliche Straße Verkehr fließe.

Aus Sicht der Verwaltung biete sich also eine Zurückstellung dieses Antrages an, bis die notwendigen Ergebnisse vorliegen. Außerdem bestehe dann die Gelegenheit – Kalb: „Was aus Sicht der Verwaltung auch absolut notwendig ist" – die Frage im Gesamtzusammenhang mit der Abwägung der Stellungnahmen zum Chalet-Dorf zu beraten. Eine isolierte Bearbeitung dieses Antrages fände man nicht zweckmäßig. Hierzu sei aber auch die insgesamt vorgesehene Information des Gemeinderates durch Hans Romstädter notwendig. In nichtöffentlicher Sitzung und damit auch unter Ausschluss der Presse stand dann der Architekt bereits parat zur Information an die Ausschussmitglieder.

Bevor die Thematik in der öffentlichen Sitzungsrunde mit Diskussionsbeiträgen von Sepp Ramstetter, Stefan Eberl und Sven Kluba erörtert wurde, verwies Sitzungsleiterin Rosmarie Bernauer, dass die komplexe Angelegenheit in der Gemeinderatssitzung vom 26. Mai ausführlichst behandelt worden sei. Sie verwies hierbei auf die Gutachten der Ing. Büros Steger und Fahrenberg (Immission und Verkehr).

Zusammenfassend sei festzustellen, dass die Einwendungen von Franz Wisbacher sachlich begründet widerlegt werden können. Der neue Bebauungsplan könne in seinem Umgriff Teile des alten Bebauungsplanes ändern. Darauf sollte im neuen Bebauungsplan hingewiesen werden.. Die 3. Bürgermeisterin verlas den Vorschlagstext der Verwaltung, wonach der Antrag von Franz Wisbacher auf Aufhebung bzw. Neugestaltung des rechtsgültigen Bebauungsplanes Ainring A, im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Sondergebiet Chaletdorf, zurückgewiesen werde. Mehrheitlich mit 6:2-Stimmen schloss sich der Ausschuss dieser Meinung aus dem Bauamt an.

schl

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © schl

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