Über 600km lange Fernhandelsroute 

Von der Toskana bis nach Bayern - Die 600km lange Fernhandelsroute

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Kupferbeil aus Grabenstätt

Ainring - Was eine Sensation! Kaum dass der Geoarchäologe Alexander Binsteiner in den vergangenen Tagen die neuesten Ereignisse zum Tod von Ötzi auf BGLand24.de erläutert hat, überschlagen sich die Ereignisse erneut:

Auf dem Mumienkongress in Bozen haben Profiler der Münchner Kripo am Montag bekannt gegeben, dass der Mord an Ötzi aus Heimtücke begangen wurde. Das eigentliche Tatmotiv aber bleibt weiterhin unklar. 

Es kann nach dieser Analyse also in jedem Fall auch einen heimtückischen Überfall aus dem Hinterhalt auf oberitalienische Kupferhändler am Tisenjoch, dem Fundort des  Eismannes, gegeben haben. Nichts spricht nunmehr dagegen. 

Zudem hat ein Forscher aus Padua in Raum gestellt, dass das Kupferbeil des Ötzi nach seinen Isotopenanalysen nicht aus dem Salzburger Land, sondern aus der Toskana stammen könnte. Das sorgte für eine große Überraschung vor allem bei den Südtiroler Teilnehmern der Konferenz. 

Wichtiger Fund in Grabenstätt am Chiemsee

Weitere Funde, dass die Remedello-Leute des Ötzi tatsächlich am nördlichen Alpenrand waren, gibt es allerdings in Bayern mehr als genügend. Dazu gehört vor allem ein sogenanntes Randleistenbeil aus Kupfer, das schon vor Jahren in Grabenstätt am Chiemsee gefunden wurde

Das Beil ist ein Ebenbild des Kupferbeiles des Eismannes vom Tisenjoch. Diese Form ist der klassische Beiltyp der oberitalischen Remedello-Kultur, der auch der Ötzi angehörte. Beile dieser Art wurden bei uns zu keiner Zeit hergestellt.  Wir hatten einfachere Flachbeile aus Kupfer. Das Beil von Grabenstätt erhält jetzt eine ungeahnte Bedeutung im Fall Ötzi. 

Ötzi - der Handelsreisende der Jungsteinzeit

Zusammen mit der gestielten Pfeilspitze vom Auhögl in Ainring, die, aus Lessinischem Feuerstein gefertigt, ebenfalls nur der Remedello-Kultur entstammen kann, entsteht aktuell eine schlüssige Beweiskette. Die Schweizer Pfahlbauforscher, die ähnliche Funde an ihren Seen kennen, nennen den Ötzi mittlerweile einen „Handelsreisenden der Jungsteinzeit“. 

Quelle: Alexander Binsteiner. Alexander Binsteiner, 60, war ab 1993 unter Konrad Spindler Chefgeologe im Eismann-Projekt an der Universität Innsbruck.

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Ainring

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser