13. Ainringer Ostertage beendet

Aggression, Gewalt und Terror

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Ainring - Neue Wege in die Deeskalation und Konfliktlösung, so lautete der Titel der 13. Ainringer Ostertage. Polizeivertreter aus ganz Europa kamen zu dem Sicherheitsforum. Welche Lösungen gibt es?

Der Umgang mit den aktuellen Herausforderungen Aggression, Gewalt und Terror, aber auch mit Migration stand im Mittelpunkt des Sicherheitsforums „13. Ainringer Ostertage“ vom Montag bis Mittwoch im Haus der Kultur.

Weit über 100 Polizeivertreter aus 13 europäischen Ländern tauschten sich unter dem Titel „Deeskalations- und Konfliktlösungstraining im polizeilichen Einsatz“ fachlich aus und verglichen ihre Vorgehensweisen. Organisator war wieder das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI).

Die Bayerische Staatskanzlei, das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, die Hanns-Seidel-Stiftung sowie das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützen die Veranstaltung. Alleine aus der Bayerischen Polizei waren zehn Polizeipräsidenten und Polizeivizepräsidenten als Referenten und Teilnehmer vor Ort.

Gemeinsame Lösungsansätze für Europa

Bei der Eröffnung sagte der Vizepräsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Alfons Schieder: „Den Ainringer Ostertagen liegt der Gedanke zugrunde, dass in einem zusammenwachsenden Europa aktuelle polizeiliche Themen von grenzüberschreitender Bedeutung gemeinsam diskutiert und gemeinsame Lösungsansätze gefunden werden. Die internationale Zusammenarbeit ist geprägt von einem Austausch auf Augenhöhe.“

Gewalt gegen Polizeibeamte

In seinem Einführungsreferat ging Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer auf die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte ein. Im Jahr 2014 sei in über 80 Prozent der erfassten Fälle der Streifendienst betroffen gewesen, die Täter stehen in über 70 Prozent der Fälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und sind zu 86 Prozent männlich, oft handelt es sich um einschlägig bekannte Wiederholungstäter. Wie Schmidbauer ausführte, hat die Bayerische Polizei ein Maßnahmenkonzept erarbeitet, zum Beispiel was Ausrüstung, Taktik, Einsatztraining und die Fürsorge des Dienstherrn betrifft.

Lösung von Konfliktsituationen

Im Anschluss stand der polizeiliche Umgang mit dem Bürger in Konfliktsituationen im Mittelpunkt der Erörterungen. Ein entscheidendes Prinzip der Polizei im demokratischen Verfassungsstaat ist die Deeskalation. „Der Bürger hat den Anspruch an eine kompetente Polizei, die angemessen reagiert“, erklärt dazu Polizeioberrat Gerhard Holzinger, Fachbereichsleiter Einsatz und Verkehr am BPFI und verantwortlicherf achlicher Leiter der diesjährigen Ainringer Ostertage.

Gesetze schützen

Die Polizei wolle aggressive Lagen gar nicht erst aufkommen lassen beziehungsweise sie möglichst niederschwellig lösen. Wie die Erfahrungen zeigen, sei hier Vieles durch reden möglich. Eines sei aber auch klar: Lässt sich eine Konfliktsituation nicht auf diese Weise bereinigen, müsse die Polizei in letzter Konsequenz durchgreifen. Dies müsse immer nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit geschehen. „Die Bürger erwarten, dass wir sie schützen und unsere Gesetze wahren.“

Was bringen Bodycams?

Im Rahmen der Vorträge zeigte eine Einheit des Unterstützungskommandos der Bayerischen Bereitschaftspolizei eindrucksvoll inpraktischen Vorführungen, wie in unterschiedlichen Situationen Störer aus einer Menschenmenge geholt werden können. Daran schloss sich ein Vortrag über den möglichen Einsatz von sogenannten Bodycams - das sind kleine Kameras, die im Einsatz am Körper getragen werden - an. Diese dienen einerseits zur Einsatzdokumentation. Andererseits zeigen die Erfahrungen, dass sich potentielle Straftäter zurückhalten, wenn sie wissen, dass sie gefilmt werden.

Terrorbekämpfung

Die jüngsten Terroranschläge in Brüssel zeigen einmal mehr, wie aktuell und hochbrisant das ThemaTerror für die Polizei ist. Das aktuelleLagebild und die Strategien der Polizei waren ein weiterer Themenschwerpunkt. In Bayern beschäftigt sich eine Expertengruppe der Polizei sehr intensiv und umfassend mit dieser Herausforderung.

Migrantenströme

Der letzte Tag der Ainringer Ostertage widmete sich den Migrantenströmen. Hier sind der Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft, die Wahrung der Menschenwürde aber auch der fest umrissene rechtliche Rahmen besprochen worden. Außerdem ging es darum, wie wichtigfrühzeitige Prävention ist, um Radikalisierungen zu verhindern.

Quelle: Polizei Bayern

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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