Aktuelle Situation in Freilassing

Sonderzug und Busse fuhren Flüchtlinge in den Norden

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Freilassing - Schon am Montag passierten hunderte Flüchtlinge die Grenze, die Plätze wurden auf 1.000 aufgestockt. So sieht die Situation aktuell aus. *UPDATE*

Update 18.50 Uhr: Sonderzug und Busse fuhren Flüchtlinge weg

Unser Reporter Xaver Eichstädter hat neue Infos von der Halle in der Sägewerkstraße, dem Notlager für die Flüchtlinge mitgebracht. Er sprach dort mit dem Zugführer der dort eingesetzten Bundespolizei, Philip Grupe.

Grupe bestätigte die Zahl von ungefähr 1100 neu angekommenen Flüchtlingen am Dienstag. Die Halle hat Kapazität für 1000 Leute ist aber (Stand 18 Uhr) nur mit rund 200 ausgelastet.

Erst am Nachmittag fuhr ein erster Sonderzug von Freilassing in Richtung Dortmund - an Bord: 750 Flüchtlinge. Außerdem starteten am Dienstag diverse Busse mit Flüchtlingen in Richtung Bremen und Hannover.

So sind in der Industriehalle wieder freie Kapazitäten für die kommenden Tage, wobei noch nicht einschätzbar ist, wie viele Flüchtlinge kommen werden. Insgesamt kamen bis zum frühen lediglich zwei Züge mit Flüchtlingen aus Salzburg an. Zwei weitere könnten noch am späteren Dienstagabend folgen, so der Bundespolizei-Beamte Gruppe. 

Freilassinger Bahnhof und Notunterkunft am frühen Dienstagabend:

Freilassinger Bahnhof und Notunterkunft am Dienstagabend

Am Bahnhof verteilen viele freiwillige Helfer Wasser und versuchen mit den Flüchtlingen in Kontakt zu kommen, berichtet unser Reporter. Rund um das Bahnhofsgebäude stehen etwa 25 Mannschaftsbusse der Bundespolizei.

An der A8 bei Piding wird noch immer kontrolliert, doch es staut sich nur geringfügig derzeit.

Update 16.50 Uhr:

Seit Dienstagnachmittag setzt der MERIDIAN Busse von Freilassing nach Salzburg ein, da weiterhin die MERIDIAN-Züge nur zwischen München und dem Grenzbahnhof Freilassing verkehren. Die Busse fahren ab Freilassing jeweils im Stundentakt zur Minute 45. Fahrgäste können jedoch erst mal nur von Deutschland nach Österreich reisen. Von Salzburg nach Freilassing ist kein Busnotverkehr möglich.

Zusätzlich können nach Salzburg bzw. umgekehrt auch die Fernverkehrszüge Railjet und EC genutzt werden, die allerdings im Zweistundentakt und mit beschränkter Kapazität fahren. Reisende wenden sich daher bitte an die Fahrgastbetreuer des MERIDIAN oder den eingesetzten MERIDIAN-Koordinator in Freilassing, der Reisenden ebenfalls hilft. Beide informieren über die jeweils bestmögliche Alternative zur Weiterreise.

Bayerische Oberlandbahn

Update 14.30 Uhr:

Aktuell sind rund 600 Flüchtlinge in der Notunterkunft in der Freilassinger Industriehalle untergebracht, wo BRK und MHD die Kapazitäten von 500 auf 1.000 Plätze verdoppelt haben. Zusätzlich zu den Feldbetten sind Tische und Bänke aufgestellt worden; die Ehrenamtlichen verteilen Essen und Getränke an die Menschen. Alle Ankömmlinge werden durch zwei Ärzte und Sanitäter gesichtet und untersucht, wobei Menschen mit Anzeichen auf Infekte zunächst separat untergebracht werden.

Gegen 12.15 Uhr trafen acht Helfer der BRK-Bereitschaften aus dem Landkreis Traunstein ein, um die heimischen Helfer abzulösen. Die Einsatzkräfte arbeiten mittlerweile eng mit den Freiwilligen des örtlichen Helferkreises zusammen, die sich mit gespendeten Spielsachen vor allem um die Betreuung der Kinder kümmern.

Pressemeldung BRK BGL

Update 12.55 Uhr

Nun gibt es erste Zahlen über die in Freilassing gelandeten Flüchtlinge vom Dienstag. Nach aktuellem Stand wurden bis zum Mittag 359 Personen aus zwei Zügen geholt - diese befinden sich derzeit am Bahnhof in der Grenzstadt und werden versorgt. Der Weitertransport nach München soll schnellstens, möglichst noch heute geschehen. Wie Polizeisprecherin Yvonne Oppermann gegenüber BGLand24.de bestätigte erwartet man in Freilassing zwei weitere Züge aus Salzburg: dann werden weitere 750 Flüchtlinge am Bahnhof hinzukommen. Zusammengenommen muss heute also mit mindestens 1100 illegal Eingereisten in Freilassing gerechnet werden.

Dementsprechend leer wird es derweil am Salzburger Bahnhof: Wie salzburg24.at meldet, befinden sich nun gerade mal noch 50 wartende Flüchtlinge in der Bahnhofsgarage. Noch in der Nacht waren es um die 600.

Service:

- Der Verkehr in der Region

Unterdessen meldete RTL-online, dass am Grenzübergang bei Freilassing Warnschüsse von den Beamten abgegeben worden seien, da eine Gruppe Flüchtlinge aus einem Wagen gesprungen und Richtung Grenze gerannt sei: "Das können wir nicht bestätigen, es muss sich um eine ,Ente' handeln", so Polizei-Pressesprecherin Oppermann. Für Schussabgaben bestehe eine Meldepflicht, man hätte davon also längst erfahren.

Die Grenzkontrollen der Bundespolizei wurden nun auch wieder auf die Autobahn ausgeweitet: Bei Piding wird die A8 auf eine Spur verengt, die Beamten lotsen, wie schon am Montag, verdächtige Autos auf den angrenzenden Parkplatz. Derzeit staut es sich etwa bis zum Grenzübergang am Walserberg zurück.

Unser Artikel von 11.50 Uhr

Es herrschte Ausnahmezustand am Freilassinger Bahnhof. Über 500 Flüchtlinge wurden am gestrigen Montag aus Zügen geholt, die sich aus Salzburg auf den Weg machten. Sie mussten vor dem Abtransport durch die Polizei hinter Absperrbändern am Bahnhof warten - darunter viele Familien und kleine Kinder. Rotes Kreuz und Malteser verwandelten am Abend noch eilig eine alte Industriehalle in der Sägewerkstraße in eine Notunterkunft für die Flüchtlinge. Auch Verpflegungszelte wurden aufgebaut

Die alte Industriehalle in der Freilassinger Sägewerkstraße wurde am Montagabend noch für 500 Personen bezugsfertig gemacht.

Etwa zur Hälfte war die Halle während der Nacht auf Dienstag belegt: "Ein Arzt hat die Leute in der Halle bis 4 Uhr am Morgen untersucht; einige waren in einem schlechten Allgemeinzustand oder hatten kleinere Wunden und offene Stellen. Es gab keine Zwischenfälle und es ging sehr friedlich zu", so Florian Halter vom BRK.

Prognose für Polizei schwierig

Wie könnte es heute in der Grenzstadt weitergehen?Insgesamt 630 illegale Grenzüberschritte registrierte die Bundespolizei an der Südgrenze zu Österreich gestern: "Aber eine Prognose für heute ist schwierig", so Polizeisprecherin Yvonne Oppermann gegenüber BGLand24.de. Auch am Dienstag erreichten in Zügen bereits wieder Flüchtlinge den Freilassinger Bahnhof, doch ihr Weitertransport zur Registrierung solle schnell verlaufen: "Es wird im Moment hier keine Hilfe benötigt", heißt es vom Helferkreis "NETZwerk". Auch in der Notunterkunft in der Sägewerkstraße werden keine weiteren Helfer gebraucht - Polizei, BRK und Malteser haben die Lage gut im Griff.

Kontrollen auch an Brücken und kleinen Grenzübergängen

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Derweil übernachteten rund 600 Flüchtlinge in einem Notquartier unter dem Salzburger Bahnhof. So gut wie alle wollen weiter, das Ziel der meisten heißt Deutschland. Daher werden auch am Dienstag die Grenzkontrollen der Bundespolizei fortgeführt: "Wir sind damit zeitlich und örtlich flexibel und wollen den Schleusern so keine Ausweichrouten bieten", so Polizeisprecherin Oppermann. Aktuell kontrolliert die Bundespolizei wieder den Grenzübergang in Freilassing. Der Stau auf der Münchener Bundesstraße hält sich, im Gegensatz zum Montag, allerdings in Grenzen. Auch Fußgängerstege über die Salzach oder der Grenzübergang bei Bayerisch Gmain werden überwacht. Auf der A8 bei Piding wurde am Dienstag noch nicht systematisch der Verkehr unter die Lupe genommen.

Auf der Schiene stockt es weiterhin

Unverändert bleibt die Situation auf der Schiene. Die Regionalbahnen des Meridian fahren nicht über die Grenze. Auch die S-Bahnen der ÖBB fahren nur bis zum letzten Haltepunkt vor der Grenze - Liefering. Anders verhält es sich mit den Fernzügen, diese passieren prinzipiell die Grenze - aber es kann zu langen Verzögerungen kommen. Die in Salzburg wartenden Fernzüge in Richtung München bekommen von der Bundespolizei erst das Startzeichen, wenn es die Situation am Freilassinger Bahnhof zulässt: "Dann werden wir von der Bahn in Salzburg vorinformiert, wie viele Leute sich an Bord befinden", so Yvonne Oppermann. In Freilassing werden schließlich die Pässe kontrolliert und gegebenenfalls Flüchtlinge aus den Zügen geholt.

Grenzkontrollen am Montag an der A8 bei Piding.

Doch die dort gestrandeten Flüchtlinge bleiben im Regelfall nicht lange. Der Weitertransport nach München klappte für den Großteil der Asylbewerber noch am Montagabend. Durch den nur zögerlichen Zugverkehr hat die Bundespolizei nun auch wieder verstärkt Busse und Taxis im Visier. Der ORF berichtete bereits, dass es viele der in Salzburg wartenden Flüchtlinge mit einem Taxi versuchen würden. Auch die Fußgängerwege und Brücken über die Saalach kontrolliere man heute verstärkt, so die Bundespolizei.

Lage wird angespannt bleiben

Die Lage wird aber auch in den kommenden Tagen und Wochen angespannt bleiben. Den rund 600 Flüchtlingen, die derzeit in einer Tiefgarage am Salzburger Bahnhof untergebracht sind, könnten noch viele weitere in die Mozartstadt folgen. In Wien halten sich derzeit rund 6000 Flüchtlinge auf und allein am gestrigen Montag wurden knapp 20.000 Personen im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet aufgegriffen. Dass viele ihr Ziel nicht in Österreich sehen ist dabei auch klar: Von den Tausenden Flüchtlingen in Wien stellten am Sonntag und Montag ganze 131 dort einen Asylantrag.

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Eindrücke vom Bahnhof Freilassing am Montag

Flüchtlinge kommen in Freilassing an

Fotos: Grenzkontrollen am Freilassinger Bahnhof

Eindrücke von den Grenzkontrollen an der A8 und in Freilassing

Fotos: Grenzkontrollen an der A8 bei Piding

Fotos: Grenzkontrollen in Freilassing

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Quelle: BGland24.de

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