In Bad Reichenhall

Fall von Welpenhandel: Bundesministerium bezieht Stellung

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Piding - In der Nacht zum 11. Dezember konnte an der Grenze zu Österreich gleich zwei Transporter angehalten werden. Insgesamt konnten 287 Tiere gerettet werden. Jetzt äußerte sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu dem Fall

UPDATE, Mittwoch, 15.30 Uhr, Pressemitteilung Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Anlässlich der aktuellen Medienberichterstattung über illegalen Welpenhandel erklärt der Pressesprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Jens Urban: „Die Entscheidung, wie mit illegal eingeführten Tieren verfahren wird, liegt allein bei den zuständigen Landesbehörden. 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat gegenüber den Bundesländern keine Weisungsbefugnis. Dementsprechend hat das BMEL im aktuellen Fall von illegalem Welpenhandel, der in Bayern aufgedeckt wurde, auch keine Weisung erteilt. Wenn die zuständigen Landesbehörden entscheiden, Tiere in das Herkunftsland zurückzusenden – beispielsweise weil Anforderungen des Tierseuchen- oder des Tierschutzrechts nicht erfüllt werden können - ist nach EU-Recht eine Zustimmung des Herkunftslandes erforderlich.

Die Zustimmung holt das BMEL bei den Herkunftsländern ein, da das Ministerium die Außenvertretung wahrnimmt. Bei den Entscheidungen, wie mit illegal eingeführten Tieren verfahren wird, müssen die Anforderungen des Tierschutzes berücksichtigt und eingehalten werden. 

Der aktuelle Fall in Bayern macht deutlich:Illegaler Welpenhandel ist ein grenzüberschreitendes Problem für das wir eine europäische Lösung brauchen. Das BMEL hat bereits gemeinsam mit den Niederlanden und Dänemark die Problematik bei der Europäischen Kommission angesprochen."

Erstmeldung, Dienstag, 14.45 Uhr, Pressemitteilung Tierschutzverein Altötting/Mühldorf

In der Nacht zum Freitag, den 11. Dezember wurde in Piding an der Grenze zu Österreich von der Polizei ein Transporter angehalten und geprüft, in dem sich 47 für den Transport viel zu junge Welpen befanden. Die Tiere waren vermutlich von Ungarn nach Spanien unterwegs. Noch am selben Tag spät abends wurde an der Grenze erneut ein Transporter überprüft in dem sich sogar 170 kleine Welpen im Alter von circa vier bis Wochen der verschiedensten Rassen zusammengepfercht in Kaninchenkäfigen befanden. Zusätzlich fand die Polizei in dem Transporter noch 50 Zebrafinken und 20 Schildkröten. Dieser Transporter kam aus der Slowakei, jedoch ist der Bestimmungsort dem Landesverband derzeit noch nicht bekannt.

Die stark geschwächten und sehr verängstigten Welpen wurden zunächst von der Polizei sichergestellt und dann sofort vom Tierschutzverein Bad Reichenhall erstversorgt.Danach wurden alle Tiere auf Mitgliedstierheime des Landesverbandes im Deutschen Tierschutzbund aufgeteilt und abgeholt. Bis in den späten Morgenstunden waren die ehrenamtlichen Helfer und Vereinsmitglieder unterwegs, um für den sicheren und schnellen Transport der Tiere zu sorgen.

Die Koordination und Organisation der Verteilung und des Transports der Tiere übernahm Andreas Brucker, aus der Geschäftsstelle des Landesverbandes. Nicole Brühl, Präsidentin des Landesverbandes berichtet: "Was hier in der Nacht geleistet wurde ist eine logistische Meisterleistung! Ich bin sehr stolz auf unsere Präsidium, und auf unsere Vereine!"

Verteilung auf die Tierheime

Was die Tierheime in solchen Fällen leisten müssen, ist enorm. Viele Tierschützer kommen an ihre Belastungsgrenzen, denn die Hauptarbeit beginnt eigentlich erst nach der Rettungsaktion. Die Tiere müssen medizinisch versorgt werden und stehen aufgrund ihres sehr jungen Alters unter ständiger Beobachtung. Viele sind krank und schwach und brauchen ganz besondere Aufmerksamkeit.

Tierheim Winhöring:

Natürlich hat sich auch das Tierheim Winhöring bereit erklärt in dieser Notsituation zu helfen.So kamen am 12. Dezember um 3 Uhr morgens 13 kleine Welpen im Tierheim Winhöring an und konnten von Marie Hund, der Leitung der Hundestation, in Empfang genommen werden.

Gleich am Morgen wurden sie von Evi Wochinger, der Tierheim-Tierärztin, untersucht. Für die viel zu jungen Hundebabies gilt absolute Quarantäne, da man noch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob sie vollständig gesund sind. Natürlich erhalten sie auch bei uns besondere Aufmerksamkeit, denn schließlich befinden sich die kleinen Babies in der wichtigsten Prägephase ihres Lebens. 

"Wir werden die Hunde bei uns pflegen und alles für uns mögliche tun, damit diese Hundewelpen eine wirkliche Chance im Leben erhalten. Wir hoffen, dass die Tiere in circa sechs bis sieben Wochen so stabil sind, dass sie dann besichtigt und auch gut vermittelt werden können", so Marie Hund.

"Wir haben natürlich auch das Bayerische Ministerium eingeschaltet, denn wir können diese großen Mengen an Welpentransporte nicht alleine bewältigen. Der illegale Welpenhandel boomt, gerade vor Weihnachten und dagegen muss endlich etwas unternommen werden!" sagt Nicole Brühl.

Pressemeldung Tierschutzverein in den Landkreisen Altötting und Mühldorf e.V./Deutscher Tierschutzbund

Pressemitteilung Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Quelle: BGland24.de

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