Horst Seehofer beim Trachtler-Jubiläum:

"Violinschlüssel für den Erfolg Bayerns"

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(v.l.) MdL Klaus Steiner, Ministerpräsident Horst Seehofer und Wagings Bürgermeister Herbert Häusl bei der Auftaktveranstaltung zum 110-jährigen Jubiläum des Trachtenvereins "D' Mühlberger"

Waging - Der Ministerpräsident im "schönsten Stimmkreis der Welt" - Horst Seehofer über Tradition, Solidarität und die aktuell größte Herausforderung, die Flüchtlingspolitik:

Gespannt wartete das voll besetzte Festzelt der Waginger Trachtler am Mittwoch auf die Ankunft des Ehrengastes. So wirkte selbst der Bürgermeister der Marktgemeinde und Hausherr Herbert Häusl beim Anzapfen des ersten Fasses leicht nervös, bevor das Bier für die zahlreichen Gäste nach insgesamt vier Schlägen endlich fließen konnte. Zum 110-jährigen Jubiläum der des Gebirgstrachen-Erhaltungsvereins "D' Mühlberger" Waging am See e.V. hatte sich nämlich der CSU-Landesvater Horst Seehofer persönlich angesagt, um sich einerseits für das Engagement der Trachtler zu bedanken, gleichzeitig aber auch einen kleinen Einblick in die derzeit brisanten politischen Themen in Bayern zu gewähren.

Nach den kurzen einleitenden Worten von MdL Klaus Steiner, der selbst im Trachtenverein sehr engagiert ist, lenkte MdL Michaela Kaniber die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf den größten Brennpunkt der aktuellen Politik, den Themenkomplex Flüchtlinge und Asylpolitik. Auch in Zukunft erhoffe sie sich weiter die Unterstützung ihres Parteivorsitzenden, wenn es um unkomplizierte und schnelle Hilfe bei diesem Thema gehe.

"Warum ist der FC Bayern so stark?"

"Eine derart freundliche Begrüßung ist mir nicht an jedem Ort gegönnt", bedankte sich Horst Seehofer für den Empfang im Waginger Bierzelt, bevor er kurz anschließend bereits auf Konfrontationskurs ging. Sein erstes Anliegen: Der Länderfinanzausgleich. "60 Prozent des Geldes im Länderfinanzausgleich kommt aus Bayern, da ist es nur gerecht wenn sie im Urlaub zu uns fahren und wir überweisen das Geld", richtete Seehofer seine Worte an die nicht-bayerischen Gäste im Festzelt. Solidarität ja, doch auch die anderen Bundesländer müssten lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, ergänzte der Ministerpräsident. So habe Bayern in rund 40 Jahren genauso viel Geld erhalten, wie der Freistaat heute in einem Jahr zahle.

Zudem müsse er auf seinen Reisen immer wieder erklären, warum im speziellen der FC Bayern München und im Allgemeinen der Freistaat so stark sei. Seehofers Antwort: "Weil wir Bayern Tiefwurzler und keine Flachwurzler sind". Dank Tradition, Weltoffenheit, einem herausragenden Zusammengehörigkeitsgefühl und der damit verbundenen enormen Leistungsfähigkeit aller Ehrenamtlichen blühe Bayern und werde das auch weiterhin tun, so der Parteivorsitzende der CSU. "Diese Tugenden sind der Violinschlüssel für den Erfolg Bayerns."

"Wie geht es dem Land, für das ich verantwortlich bin?"

Mit seinen derzeit rund 13 Millionen Einwohnern gehe Horst Seehofer auch in Zukunft weiter davon aus, dass Bayern weiter wachsen werde. "Ich gehe natürlich dahin, wo ich ein besseres Leben habe", zeigte er dabei Verständnis für den Zuzug, der sich aktuell zu jeweils 50 Prozent aus Deutschen und Ausländern zusammensetze. Das Hauptproblem sei derzeit, die vielen offenen Stellen überhaupt mit geeignetem Personal zu besetzen. So appellierte er an die Anwesenden, künftig die jüngere Generation besser anhand ihrer Talente zu fördern. "Auch wer eine praktische Ausbildung hat, braucht sich bei uns nicht zu verstecken. Jeder ist uns gleich wichtig", so Seehofer weiter.

Ein Grundsatz, den der Landesvater beim Thema Asyl und Flüchtlinge jedoch nicht gelten lässt: "Wir können uns die Solidarität der Bevölkerung nur dann erhalten, wenn diejenigen die nicht verfolgt werden, schnellstmöglich wieder zurück gehen". Mit Masse die Flüchtlinge aus den Balkanländern seien dabei für die hohe Quote von 40 bis 50 Prozent an der Gesamtheit der Asylsuchenden verantwortlich, die nur aus wirtschaftlichen Gründen den Weg nach Deutschland und Bayern suchten, so der Ministerpräsident.

Bilder vom Besuch des Ministerpräsidenten

Bilder vom Besuch des Ministerpräsidenten in Waging

"Gott mit dir, du Land der Bayern"

In Gesprächen mit dem serbischen Ministerpräsident sei er dabei auch schon auf das grundlegende Problem gestoßen worden: "Wenn ihr die Sozialleistungen nicht drastisch reduziert, werdet ihr das Problem nie in den Griff bekommen", soll Aleksandar Vučić ihm geraten haben. "Ich werde in Berlin nicht ruhen, bis es solche Auswüchse nicht mehr gibt", versprach Horst Seehofer daraufhin dem Waginger Publikum.

Auf die Bedenken mancher Parteikollegen mit derart offensiven Argumentationen die rechtsradikalen Lager in Bayern zu stärken, antwortet Seehofer: "Genau das Gegenteil ist der Fall. Erst wenn wir uns nicht um diese Probleme kümmern, wenden sich die Menschen eher den radikaleren Parteien zu." Es gelte die Probleme zu lösen und nicht sie zu verschweigen, so Seehofer, bevor die Veranstaltung zu den Klängen der Bayernhymne im Waginger Festzelt ausklang.

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