Freilassing und Salzburg

Neuer Flüchtlingsstrom erwartet

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Freilassing - Nach dem kurzen Durchschnaufen in den vergangenen Tagen bereiten sich die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer in Freilassing und Salzburg wieder auf einen größeren Flüchtlingsansturm vor.

"Wir haben natürlich Erkenntnisse, dass viele Flüchtlinge von Slowenien und Kroatien auf dem Weg sind", erklärte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Rosenheim auf Anfrage von BGLand24. Dementsprechend habe man die Kräfte darauf angerichtet. Ebenso sieht es in Österreich aus. Dort laufen die Vorbereitungen nach der Verschnaufpause ebenfalls.

Die Flüchtlinge müssen nicht nur registriert, sondern auch betreut werden. Wie salzburg24.at berichtet, müssten Flüchtlinge in am Asfinag-Gelände der alten Autobahnmeisterei im Salzburger Stadtteil Liefering umgesiedelt werden. Von den ursprünglich 750 Plätzen blieben dort nur mehr 400 übrig. Grund seien gröbere Mängel an den Heraklit-Deckenplatten in einigen Gebäuden. Deshalb werde auch die kurzfristige Aufstellung von wintertauglichen Großraumzelten geprüft.

Zugangsbegrenzung auch in Österreich gefordert

Wie österreichische Medien berichten, fordert jetzt auch Landeshauptmann Willfried Haslauer Unterstützung von anderen EU-Ländern. Österreich könne nicht das Unglück der ganzen Welt schultern, heißt es. Auch Haslauer fordert demnach eine Zugangsbegrenzung, sollte es keine europäische Lösung geben.

Eine Lösung fordert weiter die Stadt Freilassing. Man könne aber nur 'Hilfe' schreien. Immerhin würde ab Freitag der Zugverkehr zwischen Freilassing und Salzburg weitgehend normalisiert.

'Merkel und Faymann sollten sich an der Grenze treffen'

Normalität ist bei den Geschäftsleuten in Freilassing noch nicht eingekehrt. "Es ist wieder besser geworden", gibt Anni Klinger im BGLand24-Interview zu. "Aber die Politik muss trotzdem endlich handeln." Klinger ist sich sicher, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann für eine Stunde an der Grenze treffen würden, würden sie das Problem verstehen und eine Lösung finden. "Mehr Zeit brauchen sie aus meiner Sicht nicht", so Klinger.

Mehr Europa als Antwort

Die Lösung könne auf keinen Fall ein Grenzzaun sein, ist sich der Vorsitzende der Europa-Union im Berchtesgadener Land, Stefan Wieneke, sicher. Er sprach kürzlich auf bei einer Konferenz unter dem Arbeitstitel „Wir Europäer“ zum Thema „Europäische Staatsbürgerschaft – eine Gelegenheit für unsere gemeinsame Zukunft“ im italienischen Görz. Scharf kritisierte er in diesem Zusammenhang das Errichten von Grenzzäunen durch die Ungarische Regierung und zeigte sich empört über entsprechende Pläne, welche es auch in Deutschland gäbe. Grenzzäune seien nicht die Lösung der Probleme und manch einen erinnerten diese Entwicklungen an Zeiten des Kalten Krieges. Die Lösung sei nur gemeinsam möglich: „Wenn jeder seinen eigenen Weg geht, werden wir in Europa gar nichts erreichen", so Wieneke.

Der Europa-Unions Vorsitzende Stefan Wieneke zeigt sich unzufrieden über die aktuelle Lage der EU, blickte jedoch optimistisch in die Zukunft.

Mit dem jetzigen Bild der Europäischen Union seien die Bürger zu Recht absolut unzufrieden: „Wenn Europa es nicht schafft, gemeinsame Antworten auf die wichtigen Fragen unserer Zeit zu geben, dann wird sich auch niemand als Europäer fühlen!“, so Wieneke. Paradebeispiel sei aktuell natürlich die Flüchtlingskrise. Das so wörtlich „absolut unsolidarische Verhalten“ der osteuropäischen Mitgliedsstaaten ist Wieneke dabei ein Dorn im Auge. Es könne nicht sein, dass sich manche Länder wie Polen, Tschechien oder die Slowakei wegducken würden und nur die Vorteile der Gemeinschaft in Anspruch nehmen. „Europa heißt nicht nur nehmen, sondern auch geben“, so sein Vorwurf im Hinblick auf zahlreiche in diese Länder geflossenen EU-Finanzhilfen in der Vergangenheit. 

Dennoch zeigte sich Wieneke optimistisch: Die Antwort auf die jetzige Flüchtlingskrise könne nur mehr und nicht weniger Europa sein.

cz

Quelle: BGland24.de

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