Flüchtlingssituation an der Grenze

Notquartier voll: Aufnahmestopp in Freilassing

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Aktuelle Bilder aus Freilassing: Menschen kommen zu Fuß über die Grenze. Impressionen auch vom Freilassinger Bahnhof.

Freilassing - Der Flüchtlingszustrom nach Freilassing hält unvermindert an. Bleibt die Frage: wie viele können wir täglich aufnehmen? Die Städte Salzburg und Freilassing stoßen bereits an ihre Grenzen.

UPDATE 17.50 Uhr:

Die Flüchtlings-Notunterkunft in Freilassing musste heute über die Kapazitätsgrenze hinaus belegt werden. Am frühen Nachmittag befanden sich 1.240 Menschen in der ehemaligen Möbelhalle.

Am Morgen wurden bereits Busse zur Entlastung der Situation in der Halle angefordert. Im Verlauf des Tages werden weitere 750 Flüchtlinge mit einem Sonderzug in eine Erstaufnahmeeinrichtung im Bundesgebiet weitergeleitet.

Auf Salzburger Gebiet befanden sich am Nachmittag rund 1.600 Flüchtlinge, die auf den Grenzübertritt warteten. In einem geordneten Verfahren, das von der der Bundespolizei vorgegeben wird, werden – nachdem heute die Aufnahme an der Grenze aufgrund der fehlenden Aufnahmekapazität in der Notunterbringung gestoppt werden musste - derzeit wieder 50 Flüchtlinge pro Stunde über das Saalachwehr ins deutsche Bundesgebiet aufgenommen. Ein weiterer Sonderzug zur Weiterleitung von rund 570 Flüchtlingen ist für heute Nacht geplant.

UPDATE 10.15 Uhr:

1800 Flüchtlinge waren der Stadt Salzburg am Dienstagabend angekündigt. Mittlerweile sind 1380 in den verschiedenen Notunterkünften untergebracht. Die meisten sind mit Bussen aus Leibnitz in der Südsteiermark gekommen. Ein logistisches Problem für die Verantwortlichen.

"Ab sofort laufend Transporte von der Autobahnmeisterei an die Grenze, um dort die Maximal-Kapazität von 350 Menschen stabil auszulasten", hieß es am Abend von Seiten der Stadt. Die ersten 500 Flüchtlinge wurden in der Autobahnmeisterei untergebracht. Die weiteren Flüchtlinge wurden bis zur Maximal-Kapazität in der Bahnhofs-Tiefgarage versorgt. "Die übrigen Ankommenden werden die Nacht im Bahnhofsgebäude bzw. nach Maßgabe der Kapazitäten in der Autobahnmeisterei verbringen müssen", befürchteten die Verantwortlichen.

Von Seiten der Bundespolizei wurde angekündigt, so viele Flüchtlinge wie möglich pro Stunde in Deutschland aufzunehmen. Aktuell mussten die Beamten die Aufnahme aber stoppen, da die Halle in der Sägewerkstraße in Freilassing mittlerweile mit 1200 Flüchtlingen auch an der maximalen Kapazitätsgrenze angekommen ist. Wie Landratsamt-Pressesprecher Andreas Bratzdrum gegenüber BGLand24 äußerte, habe man Busse angefordert, um die Hallen-Kapazität zu verbessern. "Wir wollen die Versorgung aus logistischen Gründen einzig in der Halle an der Sägewerkstraße belassen. Eine zweite Halle zu betreuen wäre für Einsatzkräfte und Freiwillige Helfer logistisch nicht machbar."

Wann sich die Situation entspannt ist noch nicht absehbar.

'FreilassingHilft' bittet wieder um Spenden:

Für den Bahnhof in ‪Freilassing‬ (Abgabe: Bahnhofstraße 7, violettes Gebäude gegenüber des Bahnhofs, täglich von 8 bis 17:30 Uhr) werden dringend folgende Sachen benötigt:

> Stilles (!) Wasser in 0,5l Flaschen

> Bananen (!)

> Milchbrötchen

> Müsliriegel

> Tempos.

Bericht Mittwochfrüh:

"Respekt gilt den Freiwilligen"

Am frühen Dienstagnachmittag waren 531 Flüchtlinge in der Notunterbringung in Freilassing. Insgesamt wurden rund 1.500 Menschen erwartet, davon 650, die mit Bussen der Bundespolizei aus dem Raum Passau kamen. Aufgrund dieser Situation wurden statt 50 nur noch 10 Flüchtlinge pro Stunde aus Salzburg über die Saalachbrücke zur Notunterbringung nach Freilassing gebracht. Zeitweise wurden gar keine Flüchtlinge mehr abgefertigt.

Für Entlastung sorgten drei Sonderzüge, mit denen rund 1.500 Flüchtlinge vom Freilassinger Bahnhof ins Bundesgebiet (Zielbahnhöfe Mannheim, Berlin, Köln) gebracht wurden.

1000 Asylbewerber im Berchtesgadener Land

Freiwillige Helfer schieben seit Wochen in Freilassing Extra-Schichten. In den Gemeinde arbeiten sie an der Integration der Asylbewerber.

Das sind die Zahlen, die täglich aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land an die Öffentlichkeit gelangen. Doch eine Zahl, von der mittlerweile gar nicht mehr geredet wird, ist die der Flüchtlinge, die bereits im Landkreis ihr vorübergehendes Zuhause gefunden haben. Knapp 1000 Asylbewerber leben derzeit in elf Gemeinden im Berchtesgadener Land.

"Wir haben die soziale Betreuung der Flüchtlinge übernommen", erzählt Susanne Müller von der Caritas Berchtesgadener Land. "Das bedeutet, wir helfen ihnen bei den täglichen Problemen, organisieren und begleiten sie zu Arzt- oder Amtsbesuchen, helfen ihnen Kindergarten- und Schulplätze für ihre Kinder zu bekommen und so weiter." Die Mitarbeiter der Caritas sind also die erste Anlaufstelle für die Asylbewerber.

Doch wie kommen sie mit den Einheimischen in Kontakt? "Integration passiert fast ausschließlich über die Helferkreise", weiß Müller. In jeder Gemeinde, in der Flüchtlinge untergebracht sind, gebe es mittlerweile einen solchen. "Die Freiwilligen organisieren Fußballturniere, Deutschunterricht, Ausflüge, Feste und vieles mehr." Natürlich seien die einen offener, die anderen zurückhaltender. "Der Wille, zu lernen und sich zu integrieren ist bei den meisten da."

Viele wollen wieder 'heim'

"Vor allem Syrer hoffen, einmal wieder in ihre Heimat zurückzukehren. So lange sie aber hier sind, wollen sie das Beste daraus machen", berichtet die Caritas-Mitarbeiterin von ihren Erfahrungen. Für sie ist bei all der Arbeit eines klar: "Ohne die freiwilligen Helfer würde eine Integration nicht klappen. Das Engagement der Leute ist unglaublich, sie haben meinen größten Respekt."

Damit spricht Susanne Müller genau das Problem an, das vielen auf der Seele liegt. AuchLandrat Georg Grabner hat vergangenen Freitag seine Zweifel geäußert, dass eine Verdoppelung der Asylbewerberzahlen den Landkreis an seine Grenzen bringen könnte. Noch gibt es vier Gemeinden, die keine Asylbewerber aufgenommen haben - bis jetzt. Räumlich wären also noch Kapazitäten da, glaubt Müller. Aber Integration kann nur aus den Gemeinden, von den Einheimischen kommen.

cz

Quelle: BGland24.de

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