Bundespolizei will Erfassung in Grenznähe

Flüchtlingsaufnahme bald in Freilassing?

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Freilassing - Vergangene Woche hatte sich die Caritas über eine "inhumane Behandlung" der Flüchtlinge beschwert, da diese nach kurzer Pause in Freilassing gleich nach Erding weitergeschickt werden. Das könnte sich schon heute ändern.

Die Flüchtlinge seien stundenlang unterwegs und würden nicht ausreichend verpflegt, kritisierte die Caritas vergangene Woche. Auch das neue Registrierungsverfahren in Freilassing wäre Teil der "inhumanen Behandlung". Denn die Flüchtlinge kommen aus Salzburg direkt mit Bussen in die Sägewerkstraße in Freilassing. Dort werden sie kurz registriert und dann mit Bussen nach Erding weitergefahren. Hier findet dann die eigentliche sogenannte biometrische Erfassung statt. Doch bevor die Flüchtlinge in eine Erstaufnahme-Einrichtung in Deutschland kommen, müssen sie noch einmal nach Freilassing, um dort in den Zug zu steigen.

Landrat Georg Grabner bezeichnete das derzeitige Einreiseverfahren für Flüchtlinge als "absurd". Es sei unakzeptabel, sagte er und forderte, entweder die Menschen nach der Registrierung in Erding zu Sonderzügen in München zu bringen oder die Registrierungsstelle des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach Freilassing zu verlegen.

Diese Forderung scheint gehört worden zu sein: "Hinsichtlich der Erfassung einreisender Migranten an der deutsch-österreichischen Grenze handelt es sich um einen ablauforganisatorisch und logistisch komplexen Vorgang, für den eine ständige Optimierung angestrebt wird", erklärte Bundespolizei-Sprecherin Alexandra Becker auf Nachfrage von BGLand24. Das derzeitige Verfahren sei eine Zwischenlösung, betonte sie. "In naher Zukunft ist beabsichtigt, dass Bundespolizei und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die biometrische Erfassung aller einreisender Migranten in unmittelbarer Grenznähe durchführen." Laut Informationen aus dem Landratsamt soll der Umzug der biometrischen Erfassung nach Freilassing bereits am Donnerstag beschlossen werden.

'Behauptung über eine "inhumane Behandlung" weisen wir zurück'

Doch Alexandra Becker widersprach trotz der neuen Pläne noch einmal der Kritik der Caritas: "Derzeit werden die in Freilassing ankommenden Migranten zunächst in einen Wartebereich verbracht, um im Anschluss ein ärztliches Screening sowie polizeiliche Maßnahmen (z.B. FAST-ID) zu durchlaufen. Während dieses Aufenthaltes besteht im unteren Bereich der Wartehalle in Freilassing die Möglichkeit der Verpflegung mit Speisen und Getränken. Darüber hinaus wird auch Bekleidung sowie entsprechende Versorgungsgüter für Babys und Kleinkinder bereitgestellt. Kurz vor Abfahrt zu den Wartezonen in Erding bzw. Feldkirchen/Straubing wird den Migranten erneut Verpflegung für die Weiterreise angeboten. Ebenso wird vor der Weiterfahrt der Migranten mit Sonderzügen verfahren, so dass insgesamt genügend Zeit zur angemessenen Versorgung besteht. Die Behauptung über eine "inhumane Behandlung" weisen wir zurück."

cz

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa - picture alliance/Symbolbild

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