Helfer nahmen Dutzende Flüchtlinge selbst auf

Notlager voll: In Salzburg drohte Eskalation

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Freilassing/Salzburg - Die Übernahme von Flüchtlingen aus Salzburg kam am Donnerstagnachmittag ins Stocken, schon drohte am Abend die Lage zu eskalieren: Alle Notlager waren voll, private Helfer nahmen kurzfristig Asylbewerber bei sich Zuhause auf. Außerdem scheint die Zahl der Flüchtlinge, die sich in Salzburg registrieren lassen, durch die schwierige Situation zu steigen.

Es begann wohl mit einem kurzfristigen Einreisestopp an der Saalachbrücke in Freilassing: Über Stunden ließ die Bundespolizei keine Asylbewerber mehr nach Deutschland - unter anderem wegen einem Verkehrsunfall und Verzögerungen beim Weitertransport, berichtet salzburg24.at. Doch der Zustrom nach Salzburg selbst wurde dadurch natürlich nicht weniger: Am Abend waren alle drei Notunterkünfte mit insgesamt 2000 Flüchtlingen voll ausgelastet, um 20 Uhr kamen mit einem Sonderzug zusätzlich Hunderte in der Mozartstadt an. Erst ein weiterer, kurzfristig organisierter Sonderzug von Salzburg nach Linz mit rund 350 Personen brachte Entlastung - und die Courage von freiwilligen Helfern: Einige dutzende Flüchtlinge wurden privat über Nacht aufgenommen. Wegen der schwierigen Lage am Hauptbahnhof - 600 Menschen in der dortigen Tiefgarage, rund 550 direkt am Bahnhof - drohten die ÖBB zwischenzeitlich mit einer Sperrung.

UPDATE FLÜCHTLINGE (Do., 19:15 Uhr) Nach der dramatischen Lage am Salzburger Hauptbahnhof ist nun etwas Entlastung in...

Posted by Stadt Salzburg.at on Donnerstag, 15. Oktober 2015

Auch aus einem anderen Grund spitzt sich die Lage in den Salzburger Notquartieren zu: Durch die langsame, aber kontrollierte Einreise von Flüchtlingen nach Deutschland steigt inzwischen die Zahl derer, die schließlich doch in Salzburg einen offiziellen Asylantrag stellen. Weil in Österreich aber teils keine Unterkünfte zur Verfügung stehen, landen sie schließlich doch wieder in den Salzburger Notquartieren - bei eben jenen Menschen, die noch immer auf die Weiterreise nach Deutschland warten. Wie salzburg24.at berichtet, sind 60 bis 80 Menschen daher wieder in den Notunterkünften gestrandet, darunter auch schwangere Frauen und Kleinkindern. Andernfalls würden sie auf der Straße landen.

Dementsprechend bleibt auch die Situation in Freilassing angespannt: 750 Menschen übernachteten in der Notunterkunft in der Sägewerkstraße - zuvor brachte ein Sonderzug Entlastung, der 370 Flüchtlinge nach Berlin brachte. Am frühen Nachmittag befanden sich aber erneut um die 900 Asylbewerber im größten Freilassinger Notquartier. "Bereits am Nachmittag werden wieder 700 Menschen per Sonderzug in eine Erstaufnahmeeinrichtung ins Bundesgebiet weitergeleitet", teilt das Landratsamt mit. In Salzburg hat sich die Lage im Vergleich zur vergangenen Nacht dagegen wieder entspannt.

xe

Quelle: BGland24.de

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