Flüchtlingssituation in Freilassing

Rund 1.100 Asylbewerber in der Notunterbringung

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Freilassing - Der Andrang in Freilassing bleibt ungebrochen, rund 1.100 Asylbewerber befinden sich momentan in der Notunterbringung in der Stadt im Berchtesgadener Land:

UPDATE 17 Uhr:

Heute Nachmittag befinden sich rund 1.100 Asylbewerber in der Notunterbringung in Freilassing und weitere knapp 400 Personen im Bereich der Saalachbrücke an der bayerisch-österreichischen Grenze. In der zurückliegenden Nacht hat ein Sonderzug 449 Personen von Freilassing in ein Erstaufnahmelager weitergeleitet.

Am Montag sind insgesamt drei Sonderzüge zur Weiterverbringung der Asylbewerber in das Bundesgebiet vorgesehen. Zwei von diesen Sonderzügen sollen vom Salzburger Hauptbahnhof mit einem Zwischenstopp zur grenzpolizeilichen Kontrolle und Registrierung im Freilassinger Bahnhof eingesetzt werden.

Der dritte Sonderzug soll direkt aus Freilassing Asylbewerber aus der Notunterkunft an der Sägewerkstraße weitertransportieren.

Auch für Dienstag sind drei weitere Sonderzüge, davon wiederum zwei direkt aus Salzburg abfahrend, geplant.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land hält aber weiterhin Kapazitäten für eine Notunterbringung von Asylbewerbern in Freilassing und Umgebung vor. In der Schulturnhalle der Knabenrealschule in Freilassing werden zur Zeit keine Asylbewerber untergebracht, so dass die Schulsportstunden und Vereinstrainingszeiten planmäßig durchgeführt werden können.

Die unter den gegebenen Umständen bestmögliche Versorgung der Asylbewerber in der Notunterkunft in Freilassing wird weiterhin von den vielen Ehrenamtlichen der Hilfsorganisationen mit Unterstützung von Einsatzkräften der Bundeswehr in vorbildlicher Zusammenarbeit geleistet.

Neben dem BRK, der Caritas, dem THW und dem MHD sind seit gestern auch Freiwillige des Arbeiter-Samariter-Bundes München im Einsatz, um den Ehrenamtlichen vor Ort dringend notwendige Entlastung zu verschaffen.

UPDATE 12.10 Uhr:

Auch am Montagvormittag waren es wieder um die 350 Flüchtlinge, die an der Saalachbrücke warten, um nach Deutschland hineingelassen zu werden. Darüber hinaus sind allein aus Salzburg für heute wieder zwei Sonderzüge vorgesehen, die Asylbewerber aus Österreich ins Bundesgebiet bringen sollen - mit nur kurzem Halt in Freilassing, um die Menschen zu registrieren. Auch am gestrigen Sonntag machten sich insgesamt fünf Sonderzüge auf.

Da ein Ende des Zustroms derzeit nicht abzusehen ist, sieht sich Salzburg gezwungen, seine Organisation an der Grenze weiter auszubauen: "Wir stellen an der Grenze neue Strukturen auf, um das Durcheinander in den Griff zu bekommen", so ein Sprecher von Landeshauptmann Haslauer gegenüber den Salzburger Nachrichten. An der Saalachbrücke soll ein zweiter "Hotspot" mit eigenem Einsatzstab errichtet werden.

Nachdem das österreichische Innenministerium am Wochenende vorübergehend befürchtete, dass die Deutsche Bahn keine Sonderzüge mit Flüchtlingen mehr abnehmen wolle, rüstet man sich in Salzburg vorsichtshalber für den "Ernstfall". Am Dienstag will die Stadt eine Notstruktur aufstellen, in der auch Katastrophenschutz und Bundesheer mit eingebunden werden: Man will klare Entscheidungsstrukturen, passendere Notunterkünfte, eine bessere sanitäre Situation und keine unkoordinierten Spendenanlieferungen mehr an die Grenze.

"Der Zustrom unerlaubt eingereister Personen ist unverändert hoch", teilt die Rosenheimer Bundespolizei mit - nicht nur an der Freilassinger Grenze, dem Ende der "Balkan-Route" nach Deutschland, sondern auch über die "Brenner-Route" über Italien. In drei Zügen aus Trient, Verona und Bologna wurden allein am Sonntag etwa 400 Flüchtlinge in Rosenheim aufgegriffen. Insgesamt seien in Rosenheim und Freilassing rund 2600 "unerlaubt Eingereiste" festgestellt worden - weit über 2000 also in der Grenzstadt Freilassing.

Mit einem genauen Schlüssel werden die in Deutschland registrierten Asylbewerber aufs ganze Bundesgebiet verteilt. Jeder Landkreis ist also weiterhin händeringend auf der Suche nach Unterkünften, um Flüchtlinge mittelfristig unterzubringen - anders als momentan in Freilassing, wo die Flüchtlinge in den Notunterkünften nur die Zeit bis zum nächsten Sonderzug überbrücken. In Bad Reichenhall könnten in der Reiffenstuelstraße also schon bald Wohncontainer für Asylbewerber aufgestellt werden - der städtische Bauausschuss wird das Thema am Abend beraten.

Unser Artikel vom Montagmorgen:

Am Sonntagnachmittag hat eine Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) die heimischen Rotkreuzler bis Dienstag beim Asyl-Einsatz in Freilassing abgelöst. "Die bayerischen Hilfsorganisationen stemmen den Asyl-Einsatz an mehreren Hotsports im Freistaat gemeinsam und arbeiten Hand in Hand zusammen, wobei alle Arbeiten durch ein gemeinsames Lagezentrum (GELZ) in der BRK-Landesgeschäftsstelle in München koordiniert werden. Wir sind sehr froh über die kurze Verschnaufpause. Unser Führungsstab in Bad Reichenhall arbeitet trotzdem Tag und Nacht weiter auf Hochtouren, um die kommenden Tage zu planen", berichtet Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter.

Zuvor hatte sich Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden zu Wort gemeldet und Alarm geschlagen. Es sei eine "humanitäre und sanitäre Katastrophe an der Grenze nach Freilassing zu befürchten", wenn die deutschen Behörden die Sonderzüge wirklich einstellen würden.

Vier Sonderzüge ins Bundesgebiet

Die aktuelle Lage am Sonntagabend um 16 Uhr: Insgesamt 1.927 Asylbewerber wurden vom Bahnhof Freilassing mit vier Sonderzügen (nach Bitterfeld, Berlin, Köln/Bonn und Mannheim) in eine Erstaufnahmeeinrichtung im Bundesgebiet weitergeleitet. Davon kamen von 0 bis 16 Uhr rund 1.000 Asylbewerber über die bayerisch-österreichische Grenze an und wurden zunächst in der Notunterbringung in Freilassing in der Sägewerkstraße aufgenommen.

Auf der österreichischen Seite der Saalachbrücke befinden sich derzeit rund 700 Personen, die nach Deutschland einreisen wollen. Dort werden sie von der Bundespolizei gruppenweise grenzpolizeilich kontrolliert und anschließend in die Freilassinger Unterbringung gebracht. Für einen Teil der sich im Salzburger Stadtgebiet befindlichen Asylbewerber ist für den Abend noch der Einsatz eines Sonderzuges für 450 Personen von Salzburg ins deutsche Bundesgebiet, wieder mit Zwischenstopp am Freilassinger Bahnhof - zur grenzpolizeilichen Kontrolle - geplant.

Pressemeldung BRK BGL/Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land/mw

Quelle: BGland24.de

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