Flüchtlingssituation in Freilassing

Notunterkünfte: Freilassing verdoppelt Kapazitäten

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Am Donnerstagnachmittag und in der Nacht herrschte noch reger Betrieb an der Grenze - seit Freitagmorgen ist die Lage wieder ruhig.

Freilassing - Die Flüchtlingszahlen an der Grenze sinken, die Situation an der Saalachbrücke hat sich entspannt - trotzdem wurden nun zwei weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet.

UPDATE 12.45 Uhr

Es wird aufgestockt in Freilassing: In der Nacht auf Freitag wurden die Kapazitäten, um kurzfristig Flüchtlinge unterzubringen, deutlich erhöht. Durch Hinzunahme des Erdgeschosses bietet die Halle in der Sägewerkstraße nun nicht mehr 1000, sondern 1500 Menschen Platz. Darüber hinaus wurden zwei weitere Nebenunterkünfte eröffnet: In einer Halle in der Breslauer Straße können 500 Menschen versorgt werden, in der Sur-Arena 380. Außerdem steht seit Donnerstag auch die Turnhalle der Knaben-Realschule mit 400 Plätzen zur Verfügung. Die Kapazitäten in und um Freilassing wurden so also von 1400 auf 2780 erhöht. Allein die Industriehalle in der Sägewerkstraße war heute Morgen gegen 7.45 Uhr mit 1100 Flüchtlingen belegt.

Auch am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag musste das Rote Kreuz immer wieder zur medizinischen Versorgung von internistisch erkrankten und verletzten Flüchtlingen ausrücken, von denen zehn notärztlich versorgt und in Kliniken gebracht wurden. Ehrenamtliche Sanitäter der BRK-Bereitschaften begleiten auch die Züge, mit denen die Flüchtlinge von Freilassing in andere Deutsche Städte gebracht werden.

Als am Nachmittag ein Unwetter aufzog und der Föhn zusammenbrach, brachte die Freiwillige Feuerwehr Freilassing Sandsäcke, mit denen die Logistik-Zelte des Roten Kreuzes sturmfest befestigt wurden. Zur Verpflegung der Menschen an den insgesamt vier Unterkünften im Raum Freilassing nahm der Betreuungsdienst am Donnerstagabend die mobile Feldküche am Rotkreuz-Haus in Mitterfelden in Betrieb, wobei sehr große Mengen an gezuckerten Heißgetränken zubereitet und verteilt wurden.

Die heimischen Einsatzkräfte aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein wurden durch 50 Einsatzkräfte der Schnell-Einsatz-Gruppen Behandlung des Roten Kreuzes aus den Landkreisen Landsberg, Miesbach und Starnberg verstärkt, die gegen Mitternacht im Bereitstellungsraum am Rotkreuz-Haus in Mitterfelden eintrafen.

Artikel vom Freitagmorgen:

Alles lief ruhig und geregelt am Donnerstag und in der Nacht: Gegen 0 Uhr warteten zwar noch immer mehrere hundert Menschen an der Saalachbrücke zwischen Salzburg und Freilassing an der Grenze, doch die Einreise und Erstversorgung bis zum frühen Morgen klappte reibungslos. Nun gibt es an der Grenze keine Flüchtlingsschlangen mehr! Am Donnerstagabend machte sich auch Bayerns Innenminister Herrmann ein Bild von der Lage.

Die Flüchtlingssituation im BGL:

- Der Montag: Freilassing richtet Notlager ein

- Der Dienstag: Tausende kommen mit Zügen nach Freilassing

- Der Mittwoch: Sperrung des Zugverkehrs, Pressekonferenz von Politik und Polizei

- Der Donnerstag: Ansturm auf Saalachbrücke bleibt

Asylbewerber, die von Salzburg nach Freilassing wollen, sind seit gestern nicht mehr gezwungen, an der Brücke im Freien zu Campieren und zu warten. 150 Personen bietet ein Notquartier in der ehemaligen Zollstation auf österreichischer Seite Platz. Erstmals wurden die Einsatzkräfte in Salzburg nun auch vom Bundesheer unterstützt.

Die Lage am Donnerstagnachmittag

Flüchtlingssituation an der Freilassinger Grenze Donnerstagnachmittag

Umso mehr Bewegung herrschte dagegen am Donnerstag am Freilassinger Bahnhof: Insgesamt vier Sonderzüge schafften über den Tag etwa 2000 Asylbewerber aus der Grenzstadt ins ganze Bundesgebiet - nach Stuttgart, Frankfurt, Berlin und Celle. Die beiden Notquartiere in Freilassing - eine alte Industriehalle in der Sägewerkstraße und die Turnhalle der Knaben-Realschule - bieten insgesamt 1300 Asylbewerbern ein kurzfristiges Dach über dem Kopf.

Zahlen sinken - nur vorübergehend?

Lesen Sie außerdem:

- Kroatien schließt Grenzübergänge zu Serbien

- Rosenheimer Luitpoldhalle bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Doch nicht nur deshalb scheint der Andrang an der Saalachbrücke nicht mehr so groß zu sein: Erstmals seit Sonntag sanken die Zahlen von illegalen Grenzübertritten von Österreich nach Bayern. Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, der vor allem die Südgrenze Oberbayerns umfasst, wurden am Donnerstag insgesamt 3700 Flüchtlinge registriert. Zum Vergleich: Am Mittwoch waren es 4500, am Dienstag 3500 und am Montag 1200.

Service:

- Die Verkehrslage in der Region

Gut möglich allerdings, dass dies momentan nur eine Verschnaufpause ist. Ein Blick nach Kroatien verrät, dass die Zahlen bald wieder steigen bzw. zumindest auf stabil hohem Niveau bleiben könnten. Allein am Mittwoch und am Donnerstag erreichten rund 11.000 Flüchtlinge Kroatien - auch dort wurde die EU-Außengrenze nach Serbien nun schon teils dicht gemacht. Nächstes Durchreiseland in Richtung Österreich ist dann Slowenien: Dort bereitet man sich für Freitag und Samstag bereits auf 5000 bis 7000 Menschen vor.

Fotos von Grenzkontrollen und der Flüchtlingssituation im BGL seit Sonntag

Hunderte Flüchtlinge in Freilassing

Flüchtlingssituation am Dienstag: Bahnhof Freilassing

Flüchtlingssituation am Dienstag: Notunterkunft Freilassing

Freilassing: So verlief der gestrige Tag

Flüchtlinge kommen in Freilassing an

Fotos: Grenzkontrollen am Freilassinger Bahnhof

Fotos: Grenzkontrollen in Freilassing

Fotos: Grenzkontrollen an der A8 bei Piding

Freilassing: 700 Flüchtlinge allein in der Nacht

Die Freilassinger Grenze in der Nacht

Aktuelle Eindrücke aus dem Grenzgebiet

xe

Quelle: BGland24.de

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