Flüchtlingssituation in Freilassing

Saalachbrücke: Rauferei in der Warteschlange

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Freilassing - 20 Personen pro Stunde - mehr lässt die Polizei nicht über die Grenze: Am Ende der Warteschlange verloren wohl zwei Flüchtlinge die Nerven. *UPDATE*

UPDATE 13.15 Uhr:

Der Weg nach Salzburg ging teils über Wochen und war beschwerlich, das Warten an der deutschen Grenze zehrt am Gemüt - es verwundert kaum, dass manche der ausharrenden Flüchtlinge schon mal die Nerven verlieren. Wie nun bekannt wurde, gerieten am Mittwoch ein 22-jähriger Afghane und ein 18-jähriger Syrer aneinander: "Am Ende der Warteschlange gab es Streit, auch ein Krankenwagen musste anrücken", so Polizeisprecher Manfred Ludwig gegenüber der Presseagentur Aktivnews. Ob Waffen im Spiel waren, sei unklar. Die Salzburger Nachrichten melden hingegen, dass der Syrer durch eine Stange an der Schulter und der Hand leicht verletzt worden sei.

Flüchtlinge in der Nacht auf Donnerstag in Freilassing

Die Situation an der Saalachbrücke stellt sich am Donnerstagmittag relativ ruhig dar. Einzelne Flüchtlinge haben auch Camping-Zelte aufgebaut um sich vor dem Wetter zu schützen. 200 warten momentan direkt an der Brücke, etwa die selbe Anzahl in der Salzburger Notunterkunft direkt an der Grenze. Momentan staut es sich durch die Grenzkontrollen vor allem wieder nach Salzburg hinein. Auf der Saalachbrücke ist in beiden Richtungen jeweils eine Spur für den Verkehr befahrbar. Weitaus länger ist der Stau auf der A8 - dort stehen die Autos am Mittag auf der A1 bis über den Autobahnknoten zur Tauernautobahn hinaus.

Der Strom an Asylbewerbern scheint aber kein Ende zu nehmen: Rund 1500 Menschen schafften es am Mittwoch - zu Fuß oder per Zug - über die deutsche Grenze. Auch am heutigen Vormittag ging bereits ein Sonderzug mit 450 Flüchtlingen von Salzburg nach Freilassing. Trotz allem befinden sich derzeit rund 1200 Personen in der Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof.

Infos für Helfer in Freilassing

Wer helfen will soll in der Sägewerkstraße beim Infopunkt der Caritas vorbeikommen. Dort liegen Schichtpläne für die nächsten Tage aus. Alternativ kann man sich auch bei der Caritas melden und eintragen lassen: Telefon 0152/59657894.

Alle Klamotten und Schuhe werden nur noch und ausschließlich im Klamottenlager der Caritas in der Industriestraße bei der Apotheke angenommen. Bitte keine Klamotten mehr an den Bahnhof in Freilassing oder an der deutschen Seite der Grenze vorbeibringen. Die Öffnungszeiten des Klamottenlagers: Montag bis Donnerstag 9 bis 15 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr. Aktuell sind die Lager der Caritas aber gut gefüllt, deshalb können erst ab Montag wieder Klamotten angenommen werden.

Lebensmittel und Getränke werden ausschließlich am Bahnhof, Gleis 1D, entgegengenommen und bei Bedarf an die Grenze geliefert. Momentan werden Bananen, Gurken, Tomaten, abgepackte Müsliriegel, Semmeln, Croissants und 0,2-Liter-Säfte gebraucht.

Unser Artikel vom Donnerstagmorgen:

Die Lage in den Salzburger Notunterkünften bleibt nach wie vor angespannt, doch der Druck auf die Grenze an der Freilassinger Saalachbrücke hat etwas nachgelassen. Um die 1000 Flüchtlinge halten sich nach wie vor in der Bahnhofstiefgarage in Salzburg auf, mit dem Ziel, nach Deutschland zu kommen. Auch während dem Mittwoch warteten hunderte Asylbewerber an der Freilassinger Grenze - aber das Wetter und eine bessere Verpflegung auf österreichischer Seite führen dazu, dass der Andrang nicht mehr so groß ist, wie zu Beginn der Woche.

Notunterkunft im Zollamtsgebäude wird nun angenommen

Bisher wurden die Flüchtlinge auf Salzburger Seite in einer ehemaligen Autobahnmeisterei in Liefering komplett versorgt - doch die zwei Kilometer Distanz zur Grenze war vielen zu weit. Sie wollten das Risiko nicht eingehen, eine kurze Öffnung der Grenze zu verpassen. Nun wird auch im alten Zollamtsgebäude, das als kleine Notunterkunft auf Salzburger Seite gilt, Essen angeboten. Das Bundesheer übernimmt die Verpflegung, das Rote Kreuz die Unterbringung.

Diese bessere Koordinierung und das schlechte Wetter ließen den Andrang direkt an der Saalachbrücke kleiner werden. Während der Nacht auf Donnerstag warteten daher "nur" rund 100 Asylbewerber auf den Gehsteigen. Denn die Bundespolizei bleibt bei ihrer Vorgehensweise, lediglich 20 Personen pro Stunde ins Land zu lassen, um die Erstregistrierung kontrolliert durchführen zu können.

Rotkreuzler am Limit

Den Österreichern geht das nach wie vor zu langsam: Sie fordern ein fixes Abnahmekontingent von deutscher Seite und mehr Sonderzüge über die Grenze. Diese Sonderzüge sind aber durchaus im Einsatz: Zwei, mit jeweils 950 Flüchtlingen, starteten noch am Mittwochabend direkt von Salzburg nach Deutschland - ein weiterer Zug brachte 800 Asylbewerber aus den Freilassinger Notunterkünften weiter ins Bundesgebiet.

Die Helfer vom Bayerischen Roten Kreuz haben derweil ihre Belastungsgrenze erreicht. Seit über einer Woche sind Einsatzkräfte aus dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein in Freilassing eingesetzt - am Mittwoch gaben sie bekannt, dass am Sonntag vorübergehend Schluss sei: Externe Helfer des BRK aus anderen Landkreisen müssten ihre Arbeit dann übernehmen.

xe

Quelle: BGland24.de

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