Rechte Flugblätter bleiben ohne Widerhall

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Stein des Anstoßes: Die Gedenktafel für Chester E. Coggeshall auf dem Friedhof Salzburghofen. Auch die Stadtratsfraktion FWG/Heimatliste protestierte dagegen und boykottierte die Einweihungsfeier im April.

Freilassing - Die Welle rechter Flugblätter um das Denkmal für einen US-Piloten ebbt nicht ab. Doch dem Aufruf, bei der Stadt dagegen zu protestieren, will kaum jemand folgen.

Bereits vergangene Woche machten uns mehrere unserer User darauf aufmerksam und auch in dieser Woche scheint die Welle rechter Flugblätter über Freilassing nicht abzuebben: "Kein Denkmal für Luftterroristen" heißt es dort - den "so genannte Befreiern" wird vorgeworfen, in den letzten Kriegstagen aus Langeweile Jagd auf Freilassinger Zivilisten gemacht zu haben. Konkret geht es um eine im April eingeweihte Gedenktafel auf dem Friedhof Salzburghofen zu Ehren von Chester E. Coggeshall: Der US-Pilot stürzte im April 1945 nahe Freilassing ab und wurde vom damaligen Bürgermeister hingerichtet.

Während die rechten Protest-Flugblätter vergangene Woche vor allem in Briefkästen landeten, wurden sie diese Woche im öffentlichen Raum verteilt - unter Scheibenwischer, vor dem Rathaus, am "Schwarzen Brett" im Globus. Und wieder enden die Verfasser mit einer Aufforderung: "Wenn auch Sie diese Gedenktafel für eine Verhöhnung der erschossenen durch die Luftterroristen halten, bitten wir Sie sich schriftlich an die Stadt Freilassing zu wenden. Wenn sich ausreichend Bürger (=Wähler) an die zuständigen Stellen wenden, könnte so dem Willen der Bürger genüge getan werden." (Fehler im Original)

Ein einziges E-Mail erreichte die Stadtverwaltung

Gab es Reaktionen bei der Stadtverwaltung? "Eigentlich nicht. Einer hat uns ein E-Mail geschrieben, er wolle auch gegen die Gedenktafel unterschreiben", so Daniel Beutel im Gespräch mit BGLand24.de - "dabei gibt es gar keine Petition oder eine Unterschriftenliste". Und er stellt nochmal klar: "Unsere Intention war eine andere, allgemeine: Mahnung des Krieges! Auf der Tafel könnten unzählige Gesichter sein, der Pilot soll damit nicht verherrlicht werden." Die Initiative zur Errichtung der Gedenktafel kam außerdem nicht von der Stadt, sondern vom Historiker Jan Diblik.

Bei der Stadt stört man sich aber nicht nur daran: "Auf dem Flugblatt sind angebliche Zitate aus Kurt Enzingers ,Geschichte einer jungen Stadt' abgedruckt, aber: Die stehen gar nicht in dem Buch." Die Verfasser des Flugblattes wollen sich nach wie vor nicht dazu bekennen: Kein Name, keine Anschrift, kein Verein ist als Urheber auf den Zetteln angegeben.

xe

Quelle: BGland24.de

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