Rechte Flugblätter gegen Piloten-Gedenktafel

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Die Gedenktafel für Chester Coggeshall am Friedhof Salzburghofen.

Freilassing - Es war wohl nur eine Frage der Zeit bis sich auch die rechte Szene dazu meldet: Nun kursiert ein Flugblatt gegen die Gedenktafel für einen 1945 ermordeten US-Piloten.

Die Einweihung einer Gedenktafel für einen 1945 ermordeten Piloten der US-Air-Force auf dem Friedhof Salzburghofen hat schon im Voraus viel Staub aufgewirbelt. Eine Fraktion boykottierte die Einweihungsfeier im April, im Stadtrat entbrannte eine Debatte. Es geschah in den letzten Wirren des Zweiten Weltkrieges: Der US-amerikanische Pilot Chester E. Coggeshall wurde mit seinem Flugzeug bei Sillersdorf, nördlich von Freilassing, verwundet abgeschossen. Was mit ihm zu tun sei war damals schnell entschieden: Hinrichtung. Es war der damalige Freilassinger Bürgermeister August Kobus, der am 16. April 1945 zwei Mal abdrückte und Coggeshall tötete.

Nun meldeten sich mehrere User: Rund um den Mozartplatz, der Oberen Feldstraße und der Richard-Strauss-Straße landeten am Donnerstag Flugblätter in ihren Briefkästen. Überschrift: "Kein Denkmal für Luftterroristen!" Mal wieder geht es um die erst vor Kurzem eingeweihte Gedenktafel. Aus welcher politischen Ecke die Zettel kommen, lässt sich schnell erkennen. Als "so genannte Befreier" werden die Alliierten bezeichnet, die dem Zweiten Weltkrieg und dem Hitler-Faschismus ein Ende setzten. Die US-Piloten hätten nur aus Langeweile Jagd auf die Freilassinger Zivilisten gemacht.

Weit nicht die erste, vergleichbare Aktion in den vergangenen Monaten in Freilassing: Anfang April wurden Osternester mit Propaganda am Georg-Wrede-Platz "versteckt", im Dezember wurden am Christkindlmarkt Geschenkpäckchen der rechten Szene verteilt.

xe

Quelle: BGland24.de

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