SPD-Stadträte im Gespräch mit Ewald Schurer

Lärmschutz hat nicht nur mit Wänden zu tun

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Freilassing - Ewald Schurer, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD Oberbayern traf sich vergangene Woche am Bahnhof mit der SPD-Stadtratsfraktion:

Bei seiner Tour durch das Berchtesgadener Land besuchte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Oberbayern Ewald Schurer vergangene Woche auch den Bahnhof Freilassing und traf sich dort mit Vertretern der SPD-Stadtratsfraktion. Im Gespräch wurde das Dauerthema Barrierefreiheit angesprochen, aber auch Möglichkeiten für Lärmschutz und die Chancen einer besseren Bahnanbindung des Münchener Flughafens diskutiert.

Nach einem kurzen Blick auf die Großbaustelle für das dritte Gleis Richtung Salzburg zeigte Margitta Popp zunächst die Zugänge zu den einzelnen Gleisen. "Nach vielen Jahren mit Forderungen, Zusagen und Anmeldungen für Programme ist die Situation für Menschen mit Behinderung, Radfahrer, Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck und ältere Menschen weiterhin äußerst unbefriedigend", führte die Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion aus. Auch die Aussicht auf eine zukünftige Gesamtplanung für den Bereich des Bahnhofs dürfe einer möglichst zügigen Lösung für einen barrierefreien Bahnhof nicht im Weg stehen, war sie sich mit dem 3. Bürgermeister Michael Hangl einig.

Deutsche Bahn zeigt sich nicht flexibel

Kritisch sahen die beiden SPD-Stadträte auch die aus ihrer Sicht mangelnde Flexibilität der Deutschen Bahn beim Bau der Lärmschutzwände in Freilassing. "Wir hätten uns hier Lösungen gewünscht, die besser ins Stadtbild passen als hohe Lärmschutzwände", meinte Margitta Popp. Zum Thema Lärmschutz an der Bahn berichtete Ewald Schurer darüber, dass sich im Deutschen Bundestag eine fraktionsübergreifende "Abgeordnetengruppe Schienenlärm" gegründet hat, die sich speziell mit der Verringerung der Belastung von Anwohnern beschäftigt. Nicht nur dort, aber besonders im Mittelrheintal sei dies ein heißes Eisen, so der SPD-Bezirksvorsitzende.

Lärmschutz an der Bahn habe nicht nur mit Wänden zu tun, machte Ewald Schurer deutlich. Im Koalitionsvertrag ist als Ziel definiert, bis 2016 die Hälfte aller in Deutschland verkehrenden Güterwagen auf leisere Bremsen umzurüsten, die auch die Schienen deutlich weniger beanspruchen. "Wenn das Ziel von 50 Prozent nicht erreicht wird, sind auch Nachtfahrverbote für nicht umgerüstete Güterwagen denkbar", berichtete der Abgeordnete.

Bessere Anbindung an den Flughafen München

Das Thema der Bahnanbindung des Münchener Flughafens sprach anschließend der SPD-Kreisvorsitzende und Kreisrat Roman Niederberger an. Im Zug des Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Mühldorf und Salzburg soll über die 9,5 Kilometer lange "Walpertskirchener Spange" auch ein Anschluss an den Flughafen in Erding entstehen. Bisher müssen Flugreisende aus Südostoberbayern bei der Anreise mit der Bahn zunächst bis München Ost fahren und dann mit der S-Bahn zum Flughafen hinaus - von Freilassing aus mit einer Fahrtzeit von deutlich über zwei Stunden. Eine bessere Erreichbarkeit innerhalb von gut einer Stunde bringe nicht nur wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten, sondern beinhalte auch die Chance einer Entlastung vom Salzburger Flugverkehr, waren sich die Sozialdemokraten einig.

"Wir haben als Freilassinger SPD immer klar Farbe für den Bahnausbau bekannt", machten Margitta Popp und Michael Hangl zum Ende des Gesprächs deutlich. Es komme in den nächsten Jahren darauf an, die nun endlich begonnenen Bauarbeiten und Planungen zu nutzen, um auch in der Stadtentwicklung und Gestaltung der Flächen in Bahnhofsnähe zu guten Lösungen zu kommen.

Weitere Artikel zu den Bauarbeiten in Freilassing finden Sie hier und hier

Roman Niederberger

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Roman Niederberger

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