5000 oder 10.000 Flüchtlinge pro Tag?

Wie viele kommen täglich wirklich über die Grenze?

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Freilassing - Die Organisation klappt auf beiden Seiten der Saalach zwar immer besser, aber Unklarheit besteht über die Zahlen: Wie viele Flüchtlinge komme täglich überhaupt über die Grenze?

Von 5380 "illegalen Einreisen" am Montag spricht die Bundespolizei - doch die Zahlen, die Ministerpräsident Seehofer für diesen Tag nennt liegen weit höher: er spricht von 10.000. Woher kommt die Differenz? Die Zahlen der Bundespolizei entsprechen nur den "endabgearbeiteten Fällen", wie der Freilassinger Anzeiger berichtet - heißt: Flüchtlinge, für die bereits ein Strafantrag wegen unerlaubter Einreise gestellt wurde. Für die Asylbewerber, die täglich in Sonderzügen aus Salzburg über die Grenze kommen, trifft dies also erst verspätet zu.

Die hohe Zahl von Horst Seehofer dürfte also näher an der Wahrheit liegen. Bis zum Montag wären es allein 169.400 Flüchtlinge gewesen, die über Bayern ins Bundesgebiet kamen - vor allem die Grenzübergänge Freilassing und Passau sind betroffen. Es entspricht einem Schnitt von 6050 Menschen am Tag. Damit sind allein im September weit mehr Asylbewerber nach Deutschland gekommen, als in den acht Monaten zuvor. Bis zum 1. September 2015 waren es etwa 130.000.

Bessere Organisation an der Grenze

Die Organisation und Abfertigung auf beiden Seiten der Saalach funktioniert derweil besser, als in den ersten Wochen der Grenzkontrollen. Die Staus an der Saalachbrücke gehören der Vergangenheit an, die Flüchtlinge werden nun über den Fußweg am Wasserkraftwerk ins Land geführt. Campierende und wartende Asylbewerber direkt auf der Brücke behindern den Verkehr also nicht mehr. Außerdem wurden die Strukturen im Zollgebäude auf Salzburger Seite ausgebaut. Die Freilassinger Geschäftsleute dürften sich daher wieder Hoffnungen auf steigende Umsätze machen: seit den Grenzkontrollen gingen die Geschäfte teils um rund 50 Prozent zurück.

Trotzdem warteten auch am gestrigen Nachmittag wieder rund 300 Menschen an der Grenze auf ihren Einlass nach Deutschland. Allein am Nachmittag und Dienstagabend waren wieder drei Sonderzüge unterwegs: Einer brachte 700 Asylbewerber aus der Freilassinger Notunterkunft in der Sägewerkstraße weiter ins Bundesgebiet, zwei weitere Sonderzüge aus Salzburg mit je 450 Menschen hielten in Freilassing nur kurz zur grenzpolizeilichen Kontrolle.

Geschultes Personal für Notunterkünfte gesucht

Das Rote Kreuz sucht derweil dringend nach zusätzlichen Helfern in den Freilassinger Notunterkünften: "Die Menschen sind von den Strapazen der Flucht gezeichnet, haben teilweise behandlungsbedürftige Verletzungen oder Erkrankungen, benötigen Medikamente, Kinder haben häufig Infekte. Aktuell sind die personellen Kapazitäten der eingesetzten Hilfskräfte erschöpft, die Grenzen der Belastbarkeit erreicht und die weitere medizinische Versorgung der Asylbewerber stellt eine große Herausforderung dar", teilt das Landratsamt mit. Gesucht werden daher medizinische Fachkräfte, die das BRK unterstützen. Krankenpfleger, Sanitäter, Altenpfleger oder Arzthelferinnen mit entsprechender Ausbildung können sich daher ans Gesundheitsamt unter der Telefonnummer Telefon: 08651/773-801 oder per E-Mail an Gesundheitsamt@lra-bgl.de wenden.

Diskussion um Flüchtlingsunterkünfte in Bad Reichenhall

Die Kommunen sind währenddessen weiter auf der Suche nach passenden Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber.Eine angedachte Containersiedlung für 50 Flüchtlinge in Karlstein bei Bad Reichenhall ist wieder vom Tisch: der Bauausschuss der Kurstadt machte den Plänen wegen fehlendem Hochwasserschutz einen Strich durch die Rechnung. Dafür rückt nun das Kurheim "Metropol" in Bad Reichenhall in den Fokus. Das Gebäude gehört dem Staat, allerdings muss der Stadtrat noch zustimmen.

xe

Quelle: BGland24.de

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