Flatscher: "Es kann sehr gefährlich werden"

Flüchtlinge: In Salzburg staut sich's mehr und mehr

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Auch das alte Zollgebäude auf Salzburger Seite wurde zur Notunterkunft umfunktioniert.

Freilassing - Um die 2600 Flüchtlinge verbrachten die Nacht auf Donnerstag in Salzburger Notquartieren - ein Rekord. Die Stadt wurde am Mittwoch nur durch einen Sonderzug in Richtung Deutschland entlastet.

Auch wenn die Organisation an der Grenze immer professioneller zu werden scheint: Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab - ganz im Gegenteil. Die Nacht auf Donnerstag verbrachten 2600 Menschen in Salzburgs Notunterkünften, so viele wie noch nie. Der Hauptbahnhof drohte am Mittwochabend aus allen Nähten zu platzen, wie salzburg24.at berichtet. Das Problem aus Sicht der Österreicher: Zu wenige Sonderzüge nach Deutschland.

Mit nur einem Zug nach Deutschland wurde Salzburg am Mittwoch entlastet: 450 Asylbewerber kamen mit kurzem Zwischenstopp in Freilassing nach Düsseldorf. Weitere 460 Menschen konnten die Salzburger mit einem Sonderzug nach Oberösterreich bringen. Die Notquartiere der Mozartstadt waren ausgelastet: Hunderte kamen jeweils in der Bahnhofstiefgarage, der alten Autobahnmeisterei in Liefering, im Zollgebäude und Zelten an der Freilassinger Grenze unter. Auch die muslimische Föderation übernahm 100 Menschen in ihren Räumlichkeiten.

Shuttle-Service zur deutschen Grenze

Die Strukturen an der Grenze müssen daher weiter ausgebaut werden. In einem zweiten, gestern errichteten Zelt können ebenfalls Asylbewerber übernachten, außerdem richtete die Stadt Salzburg einen Shuttle-Service von der Lieferinger Notunterkunft an die Freilassinger Grenze ein - es staut sich in Salzburg und man ringt um jeden Sonderzug, der von der Deutschen Bahn abgenommen wird: "Die brauchen wir wie einen Bissen Brot", so Bürgermeister Heinz Schaden. Die Bundespolizei lässt wie gehabt nur um die 30 Asylbewerber über die deutsche Grenze - rund 170.000 Menschen waren es trotzdem, die allein im September nach Bayern kamen.

Bürgermeister Flatscher warnt

Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher warnt derweil erneut, dass die Stimmung kippen könnte: "Die Bevölkerung muss entlastet werden. Wir müssen sie auch bei der Stange halten. Es kann sehr gefährlich werden, wenn die Normalität auch nach längerer Zeit noch außer Kraft gesetzt ist." Auch Ministerpräsident Seehofer nannte die Situation bereits "vollständig aus den Fugen". Obwohl der Verkehr über die Saalachbrücke inzwischen wieder recht reibungslos fließt gehen die Umsätze der Freilassinger Firmen zurück weil Salzburger Kunden ausbleiben - aber: "Die Leute müssen wissen, dass es in Freilassing keine Probleme gibt", so Flatscher.

Medizinisches Personal und Lebensmittel gesucht

Ähnlich angespannt ist die Situation auch in den Freilassinger Notunterkünften: Über 1000 Asylbewerber verbrachten die Nacht in der Halle in der Sägewerkstraße - und das, obwohl auch aus Freilassing ein Sonderzug etwa 750 Menschen weiter ins Bundesgebiet brachte. Seit einer Woche sind zusätzlich Reichenhaller Gebirgsjäger in Freilassing im Einsatz, nun wird das Engagement der Soldaten ausgeweitet: Drei Sanitätstrupps der Bundeswehr werden das Rote Kreuz in der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge unterstützen. Das Landratsamt ruft außerdem noch immer Fachkräfte wie Krankenpfleger, Sanitäter oder Arzthelferinnen dazu auf, ebenfalls mitzuhelfen. Für weitere Fragen und Informationen steht das Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 08651/773-801 oder unter gesundheitsamt@lra-bgl.de zur Verfügung.

Auch die freiwilligen Helfer in Freilassing sind weiterhin auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Für das Wochenende werden vor allem Bananen und stilles Wasser in Halbliter-Flaschen gebraucht. Außerdem ist man über 0,2-Liter-Kindersäfte, Müsliriegel, Milchbrötchen, Mini-Croissants, Orangen, Mandarinen, Äpfel und Taschentücher dankbar.

xe

Quelle: BGland24.de

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