Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen diskutiert

"Wir kämpfen seit Jahren um eine geringere Lärmbelastung"

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Freilassing/Salzburg - Das Fluglärm-Problem rund um Freilassing kann gelöst werden – so sieht es zumindest die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommission (ADF). Der Vorsitzende der ADF erklärt wie:

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommission, kurz ADF, hat in Freilassing getagt. Teilgenommen haben neben dem Freilassinger Stadtoberhaupt unter anderem auch der Vorsitzende der Fluglärmkommission Frankfurt, Thomas Jühe, die Geschäftsführerin der ADF Anja Wollert sowie Rudolf Lippold vom Flughafen Salzburg.

Was macht die ADF?

"Der Gesetzgeber schreibt vor, dass an Flughafenstandorten eine Fluglärmkommission zu bilden ist. Deren Aufgabe ist den Flughafen in allen Angelegenheiten zu beraten die mit Fluglärm und Luftschadstoffen zu tun haben", so Thomas Jühe zu Beginn der Pressekonferenz. Die ADF ist die Dachgemeinschaft, die sich aus den Fluglärmkommissionen der einzelnen Flughäfen zusammensetzt.

Die Lärmobergrenze - Darüber wurde diskutiert

Hauptthema der Tagung war die Einführung einer Lärmobergrenze, die gesetzlich mit 55, bzw. 60 dba festgelegt. "Diese Werte werden in Freilassing an den sechs verkehrsreichsten Punkten erreicht", so der Öffentlichkeitsbeauftragte der Stadt Freilassing, Ulrich Zeeb.

"Zu der Lärmobergrenze gibt es einen Entwurf des zuständigen Wirtschaftsministers, der jetzt in die Diskussion geht", so Thomas Rühe. "Die Luftverkehrswirtschaft läuft Sturm gegen eine Obergrenze, der Minister versucht aber trotzdem eine Einigung auf freiwilligem Wege hinzubekommen. Er möchte dass sich der jeweilige Flughafen, die Airlines und die betroffenen Seiten wie zum Beispiel die Fluglärmkommission auf ein Lärmobergrenzenmodell einigen und das dann auch letztendlich unterschreiben. 

Das würde dann bedeutet, dass wenn so eine Grenze vereinbart ist, aber auch Sanktionen erfolgen, wenn die Grenze im zweiten Jahr in Folge überschritten werden", so Rühe.

So verringert man die Lärmbelastung

"Wir kämpfen seit vielen Jahrzehnten um Maßnahmen des aktiven Schallschutzes, die sind aber nie gekommen oder nur unzureichend, weil es keinen Anreiz für die Luftverkehrswirtschaft gab, in aktiven Schallschutz zu investieren. 

Unter aktivem Schallschutz versteht man zum Beispiel leisere Flugzeuge oder eine veränderte Flugverfahrensplanung. Letzteres bedeutet, dass die Deutsche Luftfahrtbehörde konsequenter daran arbeitet andere Flugrouten anzubieten. Zum Beispiel kurvigere Route zu fliegen, die aber trotzdem von allen Flugzeugen geflogen können. Das hängt dann zwar auch wieder von der Ausstattung der Flugzeuge aus und es kommt zunächst einmal sicherlich viel zusammen, bis das möglich ist. 

Den Anreiz sich so auszustatten gibt es allerdings erst, wenn eine Lärmobergrenze vereinbart ist", so Rühe. "Einigt man sich auf so ein Vorgehen und etwaige Sanktionen wird auch etwas passieren, denn weder die Airlines, noch der Flughafen oder der DFS können ein Interesse daran haben, dass Flugzeuge am Boden stehen bleiben müssen", so Rühe weiter. 

GBAS: An- und Abflugunterstützung per Satellit

Eine Möglichkeit, die Flugrouten anders zu gestalten ist zum Beispiel "das satellitengestützte An- und Abflugsystem GBAS", so der Vorsitzende der ADF. "Wenn dieses System an den Flughäfen installiert ist, kann man Flugzeuge durchaus auch im Kurvenanflug in den Flughafen reinholen und dicht besiedelte Gebiete einfacher umfliegen. 

Die neuen Flugzeuge haben das GBAS System fast alle an Bord, aber die Freischaltung pro Flugzeug kostet 40.000. Die Airlines haben es an Bord, lassen es aber nicht freischalten, weil es ihnen zu teuer ist. Und da sagen wir, das kann nicht sein!" 

Was sonst noch auf der Tagung besprochen wurde und was das für den Flughafen Salzburg und die Region rund um Freilassing bedeutet, lesen Sie kommende Woche in unserem Interview mit Josef Flatscher.

Quelle: BGland24.de

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