IHK-Gremium Berchtesgadener Land diskutiert über Asylintegraion

Was kann die Wirtschaft dazu beitragen?

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Freilassing - Der IHK-Gremium Berchtesgadener Land diskutiert die Frage, welchen Beitrag die Wirtschaft zur Integration der Flüchtlinge leisten kann.

Welchen Beitrag die Wirtschaft zur Integration der Flüchtlinge leisten kann, diese Frage diskutierte das IHK-Gremiums Berchtesgadener Land auf seiner letzten turnusmäßigen Sitzung vor der IHK-Wahl im April. „In der Flüchtlingsfrage stellen wir heute die Weichen, wie wir in 15 Jahren Bilanz ziehen können“, mahnte die Gremiumsvorsitzende Irene Wagner bei der Sitzung in der Berufsschule BGL in Freilassing. Die Wirtschaftsvertreter aus dem Landkreis hatten zuvor die Freilassinger Asylbewerberunterkuft in der Zollhäuslstraße besucht, um den direkten Kontakt zu Flüchtlingen und zum Leiter der Unterkunft, Martin Simmerstätter, zu suchen.

„Die meisten Unternehmer haben noch nie mit Flüchtlingen gesprochen“, erklärte Wagner den Besuch. Die Gremiumsvorsitzende betonte, dass die Integration eine der größten Herausforderungen der Nachkriegsgeschichte sei. Deswegen sei eine sachliche Diskussion notwendig, ohne Pauschalieren und Vorurteile. Wagner stellte klar, dass die Wirtschaft die Aufgabe habe, den Flüchtlingen bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu helfen. Derzeit sei die Unsicherheit und Unwissenheit bei den Betrieben aber noch sehr groß, wie sie Flüchtlinge einstellen können.

Der Verwaltungsleiter der Freilassinger Gemeinschaftsunterkunft, Martin Simmer­stätter, berichtete, dass es dank der Helferkreise bereits gute und zahlreiche Angebote für die Flüchtlinge gebe. Er sprach sich dafür aus, jugendlichen Flüchtlingen eine verlängerte Ausbildung zu ermöglichen, damit sie mehr Zeit zum Deutsch lernen und zum Einfinden in ihre neue Umgebung haben.

Die Leiterin der Berufsschule BGL, Rosa Mayer, berichtete von den drei Berufs­integrationsklassen an ihrer Schule mit insgesamt 60 jugendlichen Flüchtlingen. In dem zweijährigen Programm werden die Jugendlichen auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. Größte Hürde sei die Sprache, so Mayer. Die Jugendlichen seien sehr lernwillig und einige können bereits den Fachunterricht wie in der Berufsausbildung besuchen. Die IHK-Gremiumsvorsitzende zeigte sich begeistert vom großen Engagement der Berufsschullehrer und den Erfolgen der jugendlichen Flüchtlinge.

Die IHK setzt sich ebenfalls dafür ein, dass mehr junge Flüchtlinge eine Ausbildung absolvieren. Florian Kaiser, Referent Regionale Bildungsberatung bei der IHK für München und Oberbayern, wies auf tausende unbesetzt gebliebene Lehrstellen in Oberbayern zu Beginn des aktuellen Ausbildungsjahrs hin. „Angesichts der demografischen Entwicklung und der Fachkräftelücke sieht die IHK in den Flüchtlingen ein großes Potenzial“, erklärte Kaiser. Die IHK hat deswegen einen Leitfaden für Betriebe zusammengestellt, der unter www.muenchen.ihk.de/fluechtlinge abrufbar ist. Außerdem wird die IHK Betrieben, die Flüchtlinge einstellen, Ausbildungs- und Jobbegleiter zur Seite stellen, die bei allen praktischen Fragen helfen.

Pressemitteilung IHK München und Oberbayern

Quelle: BGland24.de

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